Angespielt: Meridian: Squad 22

(Artikel)
Adrian Knapik, 25. Juni 2016

Angespielt: Meridian: Squad 22

Sanfte Strategie für Anfänger

Ein neues Meridian-Spiel ist im Early Access! Meridian: Squad 22 ist der neueste Ableger der kleinen Echtzeit-Strategie-Reihe, in dem wir erneut auf den fernen Planeten Meridian Schlachten gegen die dortigen Einheimischen führen. Was bietet es und wo liegen die Stärken und Schwächen der aktuellen Early-Access-Version?

Die Story ist kurz erklärt: ungefähr um das Jahr 3000 ist die Erdbevölkerung so groß, dass die Nahrungs- und Trinkwasserversorgung knapp wird. Deshalb wird das Squad 22 zum weit entfernten Planeten Meridian entsendet, um festzustellen, ob er für Menschen bewohnbar ist. Beim Landeanflug werden wir in unserem Raumschiff von Einheimischen abgefangen und schwer beschädigt, weshalb wir uns vorerst niederlassen müssen und keine Chance auf Entkommen besteht.

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In den im Laufe der Story auftretenden Dialogen existieren auch Gesprächsoptionen, die allerdings nur dazu gut sind, weitere Informationen über die Hintergrundgeschichte zu erhalten. Wirkliche Einflüsse auf dem Story-Verlauf konnte ich nicht registrieren. Was aber sehr wohl Einfluss auf den Story-Verlauf hat, sind eure taktischen Entscheidungen. So entstehen leichte Veränderungen, wenn Teile eurer Crew bei einem Gefecht ableben oder ihr beispielsweise alle durchbringen könnt. Das bisschen Variation ist zwar ganz nett und schmückt die Story etwas aus, macht sich aber im Allgemeinen zu wenig bemerkbar. Durch den Early-Access-Status ist die Story auch noch nicht vollendet, ihr könnt also im Prinzip wie in einem Episoden-Spiel (siehe Telltale Games oder Life is Strange) in gewissen Abständen voranschreiten.

Neben der Story gibt es noch den Conquest-Modus, bei dem ihr gegen eine Fraktion um die Herrschaft zahlreicher Gebiete kämpft. Das primäre Ziel ist aber, die gegnerische Basis einzunehmen, wofür ihr alle Gebiete zwischen euch einnehmen müsst. Dabei habt ihr einiges an Spielraum und müsst nicht immer direkt Richtung Gegner marschieren, denn je mehr ihr expandiert, desto mehr Ressourcen stehen euch letztendlich beim finalen Kampf zur Verfügung. Der dritte Spielmodus, die Squad-Missionen, sind noch nicht verfügbar.

meridiansquad22_conquestIm Conquest-Modus breitet ihr euch auf dem Planeten Meridian aus.

Meridian: Squad 22 bietet ein umfangreiches Technologie-System, das in die drei Kategorien Kampf, Wirtschaft und Verteidigung unterteilt ist. Sowohl im Story- als auch im Conquest-Modus könnt ihr kontinuierlich über die Gefechte Technologien weiterentwickeln, sodass ihr nicht immer an den Anfang zurückgeworfen werdet – das ist auch logisch, denn die Schlachten sind in sich auch deutlich zu kurz, um den kompletten Tech-Baum erforschen zu können. Um forschen zu können, müsst ihr auf den Karten Lootboxen finden, die zu den drei genannten Kategorien gehören.

Je weiter ihr beim Forschen voranschreitet, desto vielfältiger werden eure Möglichkeiten. Zu Beginn gibt es meistens nur ein- oder zwei mögliche Wege, während ihr später deutlich mehr zur Auswahl habt – vorausgesetzt ihr habt die nötigen Ressourcen. So könnt ihr eure Einheiten und Gebäude weiterentwickeln oder sogar komplett neue freischalten. Der Technologie-Baum bietet die nötige Komplexität ohne unübersichtlich zu werden.

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Die wohl mächtigste Waffe sind die verschiedenen Kommandeurs-Fertigkeiten, die ihr ebenfalls durch Technologien freischalten könnt. Sie erstrecken sich von einfachen Dingen, wie das Heilen eurer Einheiten in einem kleinen Radius bis hin zu aggressiven Manövern wie Meteorschlägen, die dem Feind mächtig Feuer unterm Hintern machen. So können auch noch wirklich aussichtslose Situationen gedreht werden. Die hohen Cooldowns sind optimal gewählt, wodurch nicht das Gefühl von Übermacht ensteht.

Das Spielgefühl im Gefecht ist griffig und gut. Meridian: Squad 22 lehnt sich an genretypische Prinzipien an und macht dabei nicht wirklich viel falsch, aber auch nicht übermäßig viel richtig gut. Und mit typisch meine ich: Zu Beginn eine kleine Basis mit Arbeitern, dann immer mehr Gebäude, die sich zwischen Militär und Versorgung unterteilen. Das Ziel ist natürlich: schneller als der Feind eine Armee aufbauen und die Basis zerstören. Ihr folgt hier meist immer den gleichen Wegen, baut die gleichen Gebäude und die gleichen Einheiten – es ist nicht schwierig, eine Erfolgsformel für den sicheren Sieg zu entwickeln. Dadurch entsteht schnell ein Gefühl der Langeweile, denn letztendlich spult man immer nur denselben Film immer und immer wieder ab.

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Außerdem sind die fehlenden Einstellungsmöglichkeiten in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad im Conquest-Modus nervig. Am Anfang müsst ihr euch immer auf einer einfachen Karte mit einer einfachen KI rumschlagen, was ungefähr so schwierig ist wie Zähneputzen. Je näher ihr dann an euren Gegner heranrückt, desto schwieriger die Partien – aber bis dahin dauert es doch schon so lange, dass man die Lust verliert.

Schön ist die Grafik anzusehen, die vor allem bei den Effekten zu überzeugen weiß. Feuer sieht schön voluminös aus und leuchtet einem wunderbar in die Augen, Funken sprühen quer über den Bildschirm – grandios! Auch die Texturen sind knackig und zaubern einem im Zusammenspiel mit der üppigen Vegetation ein Lächeln ins Gesicht. Wichtig außerdem: die verschiedenen Einheiten sind auch optisch gut zu unterscheiden. Etwas unproportional geraten ist das HUD, in dem gerade in den Baumenüs die wichtigen Informationen im Gegensatz zu den unwichtigen zu klein dargestellt werden. Dadurch wird das Geschehen an manchen Stellen recht unübersichtlich, wodurch wir automatisch langsamer werden – was in einem Echtzeit-Strategiespiel natürlich nie von Vorteil ist.

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Im derzeitigen Zustand sehen wir uns als Spieler auch noch mit einigen Bugs konfrontiert – wobei die schlimmsten mit der Einheitenkontrolle in Verbindung stehen. Häufig kommt es vor, dass bei der Einheitenauswahl deutlich im Auswahlbereich erfasste Einheiten nicht mit markiert werden. Noch nerviger sind allerdings die Fails bei der Einheitenpositionierung. Stellt ihr mehrere Einheiten nebeneinander oder kreuzen sie sich in ihrem Weg, laufen sie ineinander und verlangsamen sich dabei übermäßig stark. Plötzlich erscheint alles wie in Zeitlupe und es dauert einen Moment, bis sich das Gewusel wieder entknotet hat. Das gehört auf jeden Fall behoben, denn das Aufstellen von präzisen Formationen mutiert so nahezu zu einem Ding der Unmöglichkeit.

Fazit
Ich sehe Potenzial in Meridian: Squad 22. Für ein kurzweiliges Strategiespiel hat es fast alles, was es braucht: eine tolle und stimmige Optik, eine genügend komplexe Struktur im Bereich der Technologien und ein angenehmes Kampfsystem. Wer aber mehr will, als ein paar Stunden ohne besonders viel Anspruch gemütlich gegen die KI zu daddeln, wird hier wohl nicht ganz glücklich werden. Adrian

Meridian: Squad 22 wurde auf dem PC (Windows 10 64-bit, Intel Core i5-4670, 16 GB RAM, Radeon R9 270X) angespielt. Ein Testmuster wurde uns von HeadUp Games zur Verfügung gestellt.

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17. Oktober 2019 um 13:04 Uhr
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02. Juni 2016
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PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.

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