Fallout 4: Wasteland Workshop im Test

(Artikel)
Vivian R., 23. April 2016

Fallout 4: Wasteland Workshop im Test

Gladiatorenkämpfe und Katzengekuschel

Okay, zugegeben: Anders als der Artikeltitel vermuten lässt, bietet der aktuelle Fallout-4-DLC namens Wasteland Workshop etwas mehr als nur Spartacus und Miaue – wie viel mehr, schauen wir uns jetzt mal genauer an.

F4 WW Katz<3

Zuerst mal zu dem wichtigsten Teil: den Katzen. Mit Käfigen können wir verschiedene Tiere fangen. Ganz süß ist hier, dass wir den Käfig aufstellen und dann tatsächlich eine Weile (meistens ein bis drei Tage) warten müssen, bevor uns etwas in die Falle geht. Dafür brauchen wir dann aber auch den richtigen Köder: Brahmins geben sich mit Weizen zufrieden, für den Traum jeder verrückten Katzenlady (oder jedes Katzenlords) heißt es, fleißig Mirelurkfleisch sammeln gehen. Wer es etwas tödlicher mag, der stellt Fallen für Mirelurks, Yao Guais oder sogar Todeskrallen auf. Damit die nicht gleich auf uns losgehen, sobald wir die Tür öffnen, können wir spezielle Zähmungstransmitter aufstellen.

Wir müssen uns aber nicht nur mit gefangenen Tieren zufrieden geben: Auch Menschen können uns in die Falle gehen. Ein Schelm ist, wer da an Sklavenhaltung denkt! Die Gunner und Raider, die wir mit Kronkorken und Jet in unsere Käfige ködern, sind überhaupt nicht freundlich und greifen uns – vollkommen unbeeindruckt vom Zähmungstransmitter – sofort an, sobald wir den Käfig öffnen. Außerdem attackieren ihre Kumpanen dann auch ganz gerne unser Lager – gut für alle, die ein paar der neuen Fallen, wie die Kreissäge oder die Feuerfalle, ausprobieren wollen.

F4 WW Arena

Wenn die Gunner und Raider so rüde ihren Zwangsurlaub bei uns verweigern, kriegen sie eben ordentlich eins auf die Mütze: In selbst gebastelten Arenen gehen wir der wissenschaftlichen Frage auf den Grund, wie viele Mirelurks man braucht, um einen Gunner Major zu überwältigen, oder lassen unsere Siedler gegeneinander antreten. Das ist zu Anfang recht launig, auf Dauer fehlt mir aber die weitere Interaktion mit den Arenen. So gibt es zum Beispiel keine Wettstände und auf die von mir so schön platzierten Sessel rund um die Arena setzt sich auch kein Siedler zum Jubeln und Anfeuern.

Außerdem funktioniert das System nur hakelig. Schön wäre es gewesen, wenn man einen Bereich als Arena markieren könnte, sodass die KI der Kämpfer weder mich, noch alle anderen Siedler drum herum angreift. Wenn der Herr Gunner lieber mich als den Mirelurk direkt vor ihm ins Visier nimmt, während der Mirelurk von meinen Siedlern niedergeschossen wird, geht der ganze Gladiator-Charme recht bald flöten.

F4 WW CageWer darauf reinfällt, ist wahrscheinlich selbst schuld.
Wasteland Workshop bietet aber nicht nur etwas für die Blutrünstigen unter uns. Besonders all jene, die es kuschlig mögen, können endlich ihre Gebäude mit Gaslampen und Kerzen erhellen. Für die Pragmatiker gibt es zudem noch funktionierende Straßenlaternen, einen Dekontaminationsbogen gegen Strahlung und endlich einen Generator, der mehr als nur zehn Stromeinheiten ausspuckt. Mein Herz hängt aber vor allem an den Neon-Schildern, mit denen wir lustig bunte Schriftzüge an alle unsere Häuser klatschen können.

F4 WW Katze

Wasteland Workshop hat einige nette Ideen, um das Leben in den Siedlungen interessanter zu gestalten, bietet aber leider nicht viel mehr als das. Der DLC lebt definitiv von den Arenakämpfen, da ist aber nach ein paar Stunden schnell die Luft raus. So überbrückt es mehr schlecht als recht die Zeit auf die nächste Erweiterung Far Harbor, die im Mai erscheint. Wer kein leidenschaftlicher Siedlungsbauer ist, wird mit Wasteland Workshop nichts anfangen können.

Fallout 4 - Wasteland Workshop wurde auf dem PC (Windows 7 64-bit, 8 GByte RAM, AMD FX-8150, AMD Radeon R9 280 3GB) getestet. Für den Test hat die Redakteurin das Spiel selbst erworben.

Fallout 4: Wasteland Workshop

(Ranking)
C
RANK
Gut gemeint. C-Spiele haben ihre strahlenden Momente, aber in entscheidenden Situationen wird großes Potential verschenkt. Über keine anderen Spiele kann man sich so sehr ärgern.

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12. Dezember 2019 um 03:08 Uhr
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