The Minims: A New Beginning im Test

(Artikel)
Vivian R., 18. April 2016

The Minims: A New Beginning im Test

Minim sucht Frau

Als Mii eines Morgens aufwacht, ist seine Ehefrau Mo verschwunden. Das wäre in einem normalen Leben etwas für den Beziehungsratgeber, in der Welt von The Minims wird es aber höchst mysteriös – denn Mii und Mo leben auf einem Stein, der weit über einer gigantischen Wüste aufragt, und sind die einzigen Minims, die noch existieren.

Als Mii dann von seinem Mitbewohner, einem sprechenden Busch, erfährt, dass Mo schon seit einer Weile jede Nacht verschwindet, beschließt Mii seiner liebsten Ehefrau zu folgen. Dabei muss er immer wieder Rätsel lösen, um vorwärts zu kommen, und schließlich eine Entscheidung treffen: Geht er den unwegsamen Pfad voran auf der Suche nach Mo, oder kehrt er zurück in sein altes, gemütliches Leben?

Minims - Miis Haus

Anzumerken sei hier noch, dass The Minims in gleicher Grafikqualität auch im AppStore erhältlich ist, unter anderem für das iPad.
Zum Glück leben Adventures generell eher von der Handlung und weniger von einer bildgewaltigen Grafik. The Minims ist mit der Unity-Engine gebaut und somit sicher kein Augenschmaus, aber dafür hat es trotz der geringen Spielzeit von nur drei Stunden einiges zu bieten: Die Geschichte davon, wie Mii auf die Suche nach seiner Frau Mo geht und dabei einen Blick in sein tiefstes Inneres wagen muss, ist berührend und mitreißend. Und das, obwohl The Minims nicht vertont ist und unser Held Mii nicht einmal Gesichtszüge hat. Die stimmige Musik unterstützt diese Atmosphäre noch.

Von außen ist The Minims also quietschbunt und gefüllt mit niedlichen wobbeligen Gestalten, aber innen verbirgt sich eine mysteriöse, melancholische Geschichte, die manches Mal sogar am Philosophischen kratzt. Es ist zwar erst einmal lustig, dem sprechenden Busch ein geschmackvolles Frühstück zu besorgen. Wenn er dem vollkommen aufgelösten Mii dann aber erzählt, dass Mo schon seit Monaten jede Nacht verschwindet, bleibt uns der Spaß in der Kehle stecken. Der starke Bruch zwischen niedlicher Form und melancholischem Inhalt ist die große Stärke von The Minims.

Minims - Moo

The Minims ist kein rasantes Spiel und wird ganz gemütlich und langsam erzählt. Die meisten Rätsel sind simpel und fordern Adventurespezialisten selten heraus. Dafür erklärt uns das Spiel recht wenig. In einem Rätsel sollen wir ein Stück komponieren. Auf der Suche nach der Lösung stolpern wir im Keller über eine wundersame Maschine, mit der wir mit Hilfe von verschiedenen Röhrchen unterschiedliche Klänge erzeugen. Da es keine Erklärungen gibt, müssen wir uns die Funktionsweise der Maschine selbst herleiten – das hat seinen ganz eigenen Reiz, in den meisten Fällen verkommen die Rätsel aber zu einem simplen Klickwust, da die Maschinen und Rätsel nur dem Prinzip folgen: "Wenn du was richtig geklickt hast, wirst du es schon merken." Es gibt demnach keine Logik, die wir uns erarbeiten. Nachdem wir einmal verstanden haben, was die Maschine kann und wie wir sie bedienen, klicken wir uns einfach zum gewünschten Ergebnis.

Minims - Maschine

Zudem sind die Areale recht klein und die Interaktionmöglichkeiten somit überschaubar. Ein wirkliches "Aha, endlich!"-Gefühl kommt nach dem Lösen eines Rätsels selten auf. Auch sind Lösung und Rätsel nicht immer logisch miteinander verknüpft. Wenn wir einmal einen Fisch mit Hilfe von Wurm und Glasschale aus dem Wasser geholt haben, gehen wir beim nächsten "Hole Fisch aus Wasser"-Rätsel nicht unbedingt davon aus, lustige Spiele mit Wasserblasen zu spielen.

Die Art der Steuerung ist dagegen recht innovativ: Da Mii keine Arme hat, übernehmen wir für ihn die Steuerung, indem wir auf Dinge klicken und Gegenstände kombinieren. Dabei schauen wir von einem Punkt im Raum auf die Szenerie und können unseren Blickwinkel um 360° drehen, um hinter Schränke und unter Betten zu schauen.

Minims - Wüste

The Minims ist ein liebevoll gestaltetes Adventure, das zwar nicht durch sein Rätseldesign besticht, dafür aber eine berührende Geschichte erzählt und diese trotz der mauen Grafik wunderschön inszeniert. Ein Spiel, das eine Welt erzeugt, in der man gerne mehr als nur drei Stunden verbringen möchte.

The Minims: A New Beginning wurde auf dem PC (Windows 7 64-bit, 8 GByte RAM, AMD FX-8150, AMD Radeon R9 280 3GB) getestet. Ein Testmuster wurde uns von beyondthosehills zur Verfügung gestellt.

The Minims: A New Beginning

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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20. November 2019 um 09:08 Uhr
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