Plants vs. Zombies: GW2 im Test

(Artikel)
Benjamin Strobel, 14. März 2016

Plants vs. Zombies: GW2 im Test

Mehr Pflanzen, mehr Zombies

Plants vs. Zombies: Garden Warfare war eine gelungene Variation des Tower-Defense-Klassikers. Rund zwei Jahre später kehrt der Multiplayer-Shooter mit einer Fortsetzung zurück. Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 baut konsequent auf dem Vorgänger auf, bringt aber nicht viel Neues.

Garden Warfare 2 ist ein Multiplayer-Shooter mit zwei Standbeinen: in Anlehnung an das Originalspiel gibt es einen Horde-Modus, der mit mehreren Maps und Schwierigkeitsgraden ein toller Zeitvertreib für Koop-Freunde ist. Der größere Teil des Spiels konzentriert sich jedoch auf einen Versus-Multiplayer mit klassischen Spielmodi und unterschiedlichen Charakterklassen auf beiden Seiten. Die Pflanzen bieten mit Blumen und Gemüse viele Identifikationsfiguren für Vegetarier und Gärtner. Ist dagegen Fleisch euer Gemüse, seid ihr richtig bei den Zombies.

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Neue Knospen an alten Ränken
Garden Warfare 2 knüpft so nahtlos an den Vorgänger an, dass er kaum von ihm zu unterscheiden ist. Die Fortsetzung ist derart konsequent, dass man sogar den Spielstand des Vorgängers einfach importieren kann, um alle Charaktere freizuschalten, die man sich schon im Vorgänger erspielt hatte. Das bedeutet zugleich, dass ein großer Teil der Charakterklassen identisch mit denen des Vorgängers ist. Neben den vier bekannten pro Seite gibt es immerhin auch je drei neue, die noch absurder sind als die bisherigen. Ich will euch das nicht vorenthalten.

Die Pflanzen begrüßen Rose, Citron und Kernel Corn als neues Gemüse im Garten-Club. Die Sonnenblume bekommt weibliche Verstärkung in Form einer Rose. Lasst euch von ihrem zarten Äußeren aber nicht täuschen, Rose ist keine zahme Topfflanze! Da Rosen von Natur aus zumeist relativ ungefährlich sind, wurde das Blümchen mit magischen Fähigkeiten gepimpt: So kann man mit Rose Gegner verlangsamen oder sie in Ziegen verwandeln. Das ist nicht mehr oder weniger als zu erwarten war.

Ganz ähnlich verhält es sich bei der Zitrone. Wann immer ihm danach ist, kann Ciron seine zu Beinen verwachsenen Zironenscheibchen wieder einklappen und sich wie BB-8 über das Schlachtfeld kugeln. Ansonsten stehen dem Spieler die typischen Kräfte einer Zitrone zur Verfügung: Laserstrahlen und Schutzschilde. Nur ein Tölpel hätte jetzt sauren Saft und dicke Schale vermutet!

Womit wir beim letzten Sprössling ankommen: Kernel Corn tanzt mit seiner pragmatischen Art etwas aus der Reihe. Der Maiskopf feuert Körner mit schmerzhafter Geschwindigkeit auf seine Feinde. Das war's im Grunde. Ich wünschte, ich könnte euch berichten, dass ihm die Körner vom Gesicht poppen, wenn er wütend wird, aber nein. Eine verpasste Chance, Popcap. Eine verpasste Chance.

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Auch bei den Zombies hat sich etwas Frischfleisch zwischen die alten Würstchen gemischt: Der Imp, Captain Deadbeard und Super Brainz sind neu im Sortiment der Fleischertheke. Der Imp sieht aus wie ein untoter Minion. Es verhält sich hier aber wie bei Hunden: die kleinsten sind die schlimmsten! Wie wir wissen, sind Zombies unheimlich intelligent und können - ganz wie der gesunde Mensch - fantastische Maschinen bauen. Der Imp jedenfalls kann sich in bester Titanfall-Manier einen Mech abwerfen lassen, um sich durch das Dickicht seiner Feinde zu schlagen. Ohne den Blechanzug ist er allerdings Futter für die Pflanzen, die ironischerweise offenbar Fleischfresser sind.

Bevor wir aber in Ethik-Debatten versumpfen, will ich euch mit Captain Deadbeard vertraut machen: Wo der Zompirat humpelt, sehen die Gegner kein Land mehr. Der stilechte Papagei kann für ihn die Umgebung auskundschaften, den Rest erledigt Davy Jones' Cousin mit seiner Kanone. Und wenn ihm alles über den Kopf wächst, kann er sich in einem explodierenden Fass verstecken, weil das ganz offensichtlich eine gute Idee ist. Wo das Fass hochgeht, wächst jedenfalls kein Gras mehr.

Zuletzt trumpfen die Zombies mit Super Brainz auf. Ich glaube nicht, dass ein toter Superheld ein gutes Aushängeschild ist, aber sei's drum. Der fliegende Super-Zombie ist gekommen, um zu jäten! Der Pflanzenjäger in Strumpfhosen pflückt seine Feinde mit bloßen Fäusten. Oder er verschießt einen glimmenden Energieball auf seine Gegner, bei dem selbst die beste Photosynthese nichts mehr hilft. In meinem Kopf höre ich ihn "Liebe Kinder" sagen, "denkt daran, euren Spinat aufzuessen". Aber auch hier: verpasste Chance.

Obwohl nicht jeder Witz mitgenommen wurde, bleibt der Humor von Plants vs. Zombies einfach klasse. Von Dialogen über Missionsbeschreibungen und Hinweisen im Ladebildschirm mit Augenzwinkern steckt jede Menge Humor und Liebe für Popkultur in Garden Warfare 2. Auch Fans des schlechten Wortwitzes werden von dem Spiel bedient, wobei ich nicht ganz sicher bin, ob das etwas Gutes ist.

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Neue Spielmodi schießen aus dem Boden
Jetzt denkt ihr: Warum schwafelt der solange von neuen Charakterklassen? Was ist sonst so? Leider nicht viel. Der Online-Multiplayer als Kernstück hat sich kaum verändert. Der asymmetrische Spielmodus Gardens and Graveyards wurde gegen Herbal Assault eingetauscht, bei dem die Rollen vertauscht wurden: Jetzt müssen die Zombies ihre Basis gegen eine Invasion der Pflanzen verteidigen. Passend dazu wurde auch der Horde-Modus, Garden Ops, um eine Zombie-Variante erweitert. Ihr könnt euch online, im Splitscreen oder allein entweder als Zombies gegen Pflanzen oder umgekehrt verteidigen. Während das Gemüse sich zur Abwehr Pflanzen eintopfen kann, bauen die Untoten Maschinen und Roboter auf, um Kleinholz aus den Pflanzen zu machen. Wer schon bei Garden Warfare oder Gears of War 3 Spaß am Horde-Modus hatte, wird auch hier auf seine Kosten kommen.

Die wohl interessanteste Neuerung ist der Singleplayer-Modus, den das Spiel Backyard Battleground nennt. Auf der einen Straßenseite hat sich das Gemüse eingepflanzt, auf der anderen Seite stöhnen die Zombies durch ihre Basis. Der kleine Park in der Mitte dieser Mini-Hub-World wird hart umkämpft und konnte bisher von keiner Seite erobert werden. In einer Reihe von verrückten Singleplayer-Missionen kann man auf beiden Seiten kämpfen, um Geld und Erfahrung einzuheimsen und die Spielmechaniken kennenzulernen. Warf einen der Vorgänger noch relativ schnell ins kalte Wasser, kann man sich in Garden Warfare 2 ein paar Stunden warm machen, bis man sich an echte Spieler wagen muss. Wer will, kann außerdem jede Menge Sammelobjekte und Geheimnisse entdecken.

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Die Abwechslung durch sieben Klassen auf jeder Seite wertet das Spiel durchaus auf, das Gameplay hat sich im Vergleich zum Vorgänger aber kaum verändert. Obwohl bei neuen Klassen Angst um das Balancing bekommen könnte, habe ich keine der Klassen als besonders unfair empfunden. Sollte es doch Probleme geben, darf man vermutlich wieder auf Updates zählen, die schon den Vorgänger mächtig verbessert haben.

Umgetopft
In Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 wurden Neuerungen nur sparsam ausgesät. Alt eingewurzelte Spieler werden schnell bemerken, dass bekannte Ideen nur umgetopft wurden. Wer dagegen noch grün hinter den Ohren ist, wird vom neuen Singleplayer sehr gut abgeholt und hat viel zu entdecken. Auch wenn das Spiel in Sachen Innovation keinen Blumentopf gewinnt, darf Popcap wieder Lob für den guten Humor ernten. Kommende Content-Updates sind zumindest ein Lichtblick, dass das Spiel noch wachsen und reifen wird. Ben

Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 wurde auf der Xbox One getestet. Ein Testmuster wurde uns von EA zur Verfügung gestellt.

Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

Kommentare

Ralleee
Gast
15. März 2016 um 16:26 Uhr (#1)
Der Artikel hat jetzt schon den Wortwitz-Award 2016 verdient!
Rian
15. März 2016 um 17:44 Uhr (#2)
Kein Witz darüber, dass das Spiel dem Original nicht gewachsen ist? Da ist doch was faul.
Gast
07. April 2020 um 05:02 Uhr
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