Earth Defense Force 4.1 im Test

(Artikel)
Rian Voß, 21. Februar 2016

Earth Defense Force 4.1 im Test

Ameisen penetrieren und Lieder singen

Was ist das? Ein neues Earth Defense Force für die neue Konsolengeneration?! Nun, nein. Nicht wirklich. Earth Defense Force 4.1: The Shadow of New Despair ist zwar ein exklusiver PS4-Titel, doch es handelt sich dabei nur um eine aufgepeppte Variante von Earth Defense Force 2025, das in Japan unter dem Namen Earth Defense Force 4 erschien. Aber das macht ja nichts! Schließlich darf keine Konsole ohne EDF sein! EDF! EDF!

Wer EDF 2025 bereits zum Erbrechen durchgespielt hat und sich fragt, ob sich dieses Spiel trotzdem lohnt, dem sei gesagt: Nein. Nein, tut es nicht. Es sei denn, man ist wirklich, wirklich krank in Kopf und lechzt jedem kleinen Feature hinterher. In erster Linie ist die Auflösung auf Steroide gesetzt und die Bildwiederholungsrate läuft mit 60 FPS - bis sie dann wegen zu vieler Gegner wieder in die Knie geht.

Wer noch nichts über EDF 2025 weiß, dem lege ich ganz einfach das Review der Xbox-360-Version ans Herz. Da seid ihr besser aufgehoben.

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Wie am ersten Tag
Vom ersten Moment an ist EDF 4.1 enorm vertraut. Menüsounds klängeln oldschool bei jedem Tastendruck und auch das klobige, rechteckige Interface wirkt, als hätte es sich in der Playstation geirrt. Nein, meine kleinen Menübuttons. Das ist die PS4, ihr sucht die PS2, kusch kusch!

Erneut habt ihr mit euren vier sehr unterschiedlichen Kriegerklassen die Auswahl zwischen einem Haufen brutaler und immer brutal werdender Schwierigkeitsgrade, wobei das Spiel schon auf Normal nicht sehr einfach ist. Der Online-Co-op bleibt natürlich erhalten und das ist auch der Modus, in dem EDF am meisten Spaß macht: In Gesellschaft gleichgesinnter Idioten, die sich unermüdlich darüber amüsieren, wenn ein lebloser Spinnenkorpus dank Maschinengewehrantrieb gen Horizont entschwindet. Die Levelauswahl ist erschlagend und umso zeitzehrender, da man die Missionen fürs Rüstungs- und Waffengrinding auch mal häufiger spielen sollte. Bereits das Original kratzt vom Umfang an den 100 Stunden. EDF 4.1 bringt noch einige neue Missionen mit, darunter einen Faustkampf gegen Godzilla. Ja. Einen Faustkampf gegen Godzilla. Ihr steigt in einen riesigen Mech und haut Godzilla aufs ranzige Maul. Bam!

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Außerdem ist deutlich mehr los. Typischerweise beginnt eine EDF-Mission nur mit ein paar Dutzend Soldaten, die sich nach spätestens fünf Minuten komplett in Ameisenscheiße verwandelt haben. Dann hat man etwas Ruhe und kann - Elitesoldaten unter sich - samt kolossalem Kollateralschaden die Straßen säubern. EDF 4.1 stellt nun nicht nur gefühlt mehr Käfersnacks zur Verfügung, sondern hat sogar Führerscheine an die Statisten verteilt. Die Kerlchen fahren Panzer und schießen und so!

Gesang schweißt zusammen
Ich glaube außerdem, dass die ohnehin ausführlichen Sprachkommandos noch etwas erweitert wurden. Ich würde mich daran erinnern, wenn man in EDF 2025 ein Lied hätte singen können. Ich muss ganz ehrlich sagen: Während ich mit zwei schultermontierten Raketenwerfern Sprengladungen in Gegnerhorden jage und "The EDF deploys!" aus vollem Halse trällere, während Leichen unter Explosionen übereinander purzeln - das hat schon was. Da singe ich doch gleich mit! Und nicht nur das: Alle Soldaten in der Nähe johlen den nächsten Vers gleich weiter. Es ist himmlisch! Wenn dann noch die anderen Spieler mitmachen, ist das eine Party sondergleichen. Das stärkt den qualvollen Bund, den man mit fremden Spielern ohnehin schnell knüpft.

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Was ist noch neu? Nicht mehr viel. Dank des PS4-Touchpads kann man einige Standardkommandos sehr einfach über ein Dialograd statt über die übliche Steuerkreuzbelegung anwählen. Zusätzlich gibt es ein paar neue Standardfeinde (natürlich Repaints) und neue Fahrzeuge sind auch dabei. Mit dem Spinnenpanzer kann man gleich in der ersten Mission Gebäude hochklettern. Ich würde mich nicht wundern, wenn es auch neue Waffen gäbe, aber da die Funde sehr glücksabhängig sind und ich beim besten Willen bei den Hunderten Schießprügeln eh nicht mehr weiß, welche ich schon alle mal ausprobiert hatte, ist das fast schon egal.

Earth Defense Force 4.1: The Shadow of New Despair ist ein nettes HD-Remaster, das mit kleinen Veränderungen bewirkt, dass es kein ganz fauler Port ist. Es bleibt auch weiterhin ein schönes, simples Spiel, in das man, sofern man das Insekten-/Alien-/Roboter-/Ufo-Geschlachte nicht leid wird, enorm viel Zeit stecken kann. Ist sein Geld auf jeden Fall wert, vor allem, wenn man noch nie ein EDF angefasst hat.

Earth Defense Force 4.1: The Shadow of New Despair wurde auf der Playstation 4 getestet. Ein Testmuster wurde uns von PQube zur Verfügung gestellt.

Earth Defense Force 4.1: The Shadow of New Despair

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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22. Januar 2020 um 19:39 Uhr
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RELEASE
12. Februar 2016
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Playstation 4
Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.

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