Angespielt: ARK: Survival Evolved

(Artikel)
Benjamin Strobel, 18. Januar 2016

Angespielt: ARK: Survival Evolved

Dinos jagen, Häuser bauen, überleben

ARK: Survival Evolved ist bereits ein Phänomen, seitdem das Early-Access-Spiel im letzten Sommer auf Steam erschienen ist. Das Spiel, in dem man es mit Dinosauriern und anderen Spielern zu tun bekommt, hatte wochenlang mit überfluteten Servern zu kämpfen, bis immer neue Server dem Ansturm schließlich gerecht werden konnten. Die Erfolgsgeschichte hat sich nun wiederholt: Im Dezember erschien ARK im Preview-Programm für die Xbox One - und hatte kurz nach dem Start bereits mehr Spieler als die PC-Version.

Faszination ARK
Jesse Rapczak, Mitgründer von ARK-Entwicklerstudio Wildcard, schrieb zum Jahreswechsel für Xbox Wire: "There’s no question that survival games have taken the PC world by storm lately, and as the only true large-scale multiplayer survival game available on console, perhaps it comes as no surprise that ARK’s daily Xbox One player count is already bigger than on PC." Über eine Million Spieler hatten sich zu diesem Zeitpunkt ARK für die Xbox One heruntergeladen. Dabei ist der Preis mit 34,99 Euro (zum Vergleich: Die PC-Version kostet derzeit 27,99 Euro) nicht gerade bescheiden für ein Spiel im Eary-Access-Stadium. Warum ist das Spiel so verdammt erfolgreich?

ARK-Survival-Evolved-Triceatops

ARK: Survival Evolved kombiniert Minecraft mit Dinosauriern und einer starken Survival-Komponente. Statt auf bunte Blöcke setzt ARK auf eine realistische Optik mit vielen Details, aber das Prinzip bleibt gleich: Man schlägt auf Steine und Bäume, sammelt Ressourcen, baut sich Werkzeuge, Waffen und das eigene Haus. Gleichzeitig muss man essen und trinken, um am Leben zu bleiben. "Nur noch fünf Minuten, gleich habe ich genug Holz zusammen..." wird zum inneren Schlachtruf in Dauerschleife, der mit Suchtgefahr ans Gamepad fesselt. Doch anders als bei Minecraft gibt es nach dem Logout kein Entkommen vor dem Spiel: Loggt man sich aus den 70 Mann starken Servern aus, legt der eigene Charakter sich an Ort und Stelle schlafen. Unter freiem Himmel ist man schon bald Dinofutter oder wird von anderen Spielern geplündert. Nur ein stabiles und gut verstecktes Haus kann das neue Grundbedürfnis nach Schutz und Sicherheit dann noch befriedigen. Etwas entspannter geht es auf den PvE-Servern zu - hier kann man zwar von Dinos angegriffen werden, muss aber keine Gefahr von anderen Spielern fürchten. Die Angst, seine Rohstoffe zu verlieren und gleichzeitig der Traum, sich gegen alle Widrigkeiten eine eigene Existenz im virtuellen Raum aufzubauen, sind machtvoll und fesselnd - selbst wenn es manchmal frustrierend wird.

Auf der Xbox One hat die Erfolgsgeschichte ARK einen zusätzlichen Vorteil: kaum Konkurrenz. Während sich auf dem PC dutzende Survival Games wie DayZ und Rust tummeln, findet man auf den meisten Konsolen gerade mal Minecraft, doch kaum etwas darüber hinaus. Das fröhliche Klötzestapeln ist durchaus etwas anderes als die knüppelharten Bandagen, mit denen man es auf den PvP-Servern von ARK zu tun bekommt.

ARK-Survival-Evolved-Base

Server: Nur die Harten kommen in den Garten
Meine ersten Erfahrungen mit ARK: Survival Evolved auf der Xbox One habe ich im Singleplayer-Modus gesammelt. Tag um Tag war einfach kein Reinkommen auf den offiziellen Servern, obwohl bereits zum Start Hunderte verfügbar waren. Zahlreiche Topics in Online-Foren dokumentieren die Verzweiflung vieler Spieler, die stundenlang vor dem Servermenü sitzen, bis der Login endlich glückt. Nur wenn ich morgens vor dem Frühstück gleich die Xbox startete, konnte ich einen freien Platz auf den ARK-Servern erhaschen. Leider selten auf demselben Server, den ich vorher gespielt hatte. Das bedeutet, dass ich jedes Mal wieder bei Null anfangen musste: keine Erfahrungspunkte, keine Rezepte, keine Items. Obwohl ARK ein tolles Spiel ist, war das ein frustrierender Start.

100 neue Server wurden letzte Woche bereits angekündigt, sind aber noch nicht live. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation mit diesem Update entspannt.

Dinos? Dinos!
Schafft man es auf einen Server, merkt man schnell, was ARK unter all den anderen Survival-Games besonders macht: Dinosaurier. Brachiosaurus, Raptor, Triceratops - ihr findet euren Lieblingssaurier garantiert wieder. Wer als Kind gut aufgepasst hat, weiß auch genau, welche Urzeitmonster ungefährlich sind und welche man besser meiden sollte. Ein Rudel Raptoren? Nicht so gut. Ein Parasaurolophus dagegen ist - wie wir alle wissen - ein reiner Pflanzenfresser und daher kaum eine Gefahr. Den darf man sich also auch mal aus der Nähe ansehen ohne gleich gefressen zu werden. Das wäre dann auch die erste Beute, wenn man auf Jagd geht. Erschlagene Dinos geben wichtige Ressourcen wie Fleisch und Häute, auf die man schon bald angeiwesen ist. Mit dem richtigen Equipment und jeder Menge Geduld kann man Dinos später auch zähmen und reiten. Sogar auf die fliegenden Pteranodone kann man aufsatteln, sollte man tatsächlich einen erwischen. Ihr solltet jetzt aber nicht einfach drauf zu laufen, die schnappen sich nämlich gerne mal ein Menschlein im Sturzflug und lassen es aus 30 Metern Höhe auf den Boden fallen. So oder so: wer Dinosaurier mag, wird ARK lieben.

ARK-Survival-Evolved-Reiten

Die Griefer kommen
Auf den PvP-Servern braucht man harte Nerven. Spielverderber lauern überall, sogar in der Spawn-Zone mit niedrigem Schwierigkeistgrad. Vielleicht auch besonders dort. Einmal habe ich einen ganzen Echtwelt-Tag damit verbracht, Ressourcen zu sammeln, mir ein verstecktes Haus an einem abgelegenen Ort zu bauen und so viel wie möglich dort zu hamstern. Ich habe mich nur für eine Nacht ausgeloggt und schon am nächsten Tag war alles weg. Alles. Ich war tot. Von meinen Betten (in denen man sonst respawnen könnte) war nichts übrig. Als ich mein Haus dann suchte, musste ich feststellen, dass es bis auf die Grundmauern abgerissen wurde - es war wirklich nichts mehr übrig. Dasselbe galt für meine Vorräte. Nachdem die Arbeit eines ganzes Tages also für die Katz war, wechselte ich auf PvE-Server. Zwar wird man hier nicht von seinen Mitspielern ausgeraubt, kann aber trotzdem leicht von Dinos getötet werden. Das Spiel hat keine harten Levelgrenzen, es können also auch in der Spawnzone für Anfänger schon Dinosaurier auf Level 40 auftauchen, die mit wenigen Bewegungen ein Holzhaus niederreißen, wenn ihnen danach ist.

Trost spendet vor allem das Levelsystem des Spiels. Während man keine Ressourcen von einem Leben ins nächste mitnehmen kann, bleiben jedenfalls Verbesserungen von Statuswerten und erlernte Crafting-Rezepte. Man wird also immer etwas stärker und kann sich zunehmend schneller wieder eine Existenz aufbauen. Trotzdem ist es frustrierend, Haus und Habe immer wieder zu verlieren. Eine echte Alternative sind deshalb nur private Server, auf denen man mit Freunden spielt. Auch auf der Xbox One kann man eigene Spielwelten aufsetzen und mit einem Passwort schützen. Gerade für Anfänger ist das sehr zu empfehlen.

ARK-Survival-Evolved-Caves

Katastrophentourismus: Interface
Ein Kernbereich des Spiels ist das Sammeln und Verwalten von Ressourcen und natürlich das Craften von Rohstoffen zu bedeutungshaften Artefakten, wie Äxte und Keulen. Minecraft macht seit langem vor, wie das mit einem minimalistischen Interface super funktioniert. Das Interface von ARK ist allerdings unnötig komplexer und auf der Konsole nur mit Schwierigkeiten zu bedienen. Es fängt damit an, dass Objekte nicht sinnvoll stapeln, wenn man sie beispielsweise vom Inventar in eine Kiste legen möchte. Wenn schon 50 Holzscheite in meiner Kiste liegen und ich 52 dazu lege, bekomme ich nicht einen Stapel mit 100 Scheiten und einen mit zweien, sondern es bleibt eben bei 50 und 52. Ich muss erst zwei Scheite einzeln vom Stapel nehmen, um dann die beiden 50er zu stapeln. Allein die Beschreibung hier ist kompliziert!

Das Crafting ist dagegen sehr einfach, da man nur auf das entsprechende Rezept klicken muss und schon passiert die Magie im Hintergrund, solange man genügend Rohstoffe in der Tasche hat. Mit der Zeit kann aber auch das zu Problemen führen, weil die Rezepte sich ungeordnet im Inventar stapeln. Da es Hunderte davon gibt, wird es irgendwann sehr unübersichtlich und mühsam, bis man bestimmtes Werkzeug wiedergefunden hat. Man kann manuell zwar Ordner für Rezepte anlegen, muss die Rezepte dann aber auch manuell jedes Mal einsortieren. Warum gibt es keine automatische Ordnung und ordentliche Filter? Immerhin kann man kaputte Werkzeuge sofort reparieren ohne ins Menü zu gehen, solange man die nötigen Rohstoffe hat. Momentan ist weniger Menü nämlich mehr gut.

T - 6 Monate
In sechs Monaten soll schließlich die Vollversion von ARK: Survival Evolved erscheinen. Bis dahin braucht es vor allem einige Anpassung an die Konsole, was die Bedienung und den Aufbau des Interface angeht. Aber da muss man vermutlich keine Angst haben. Zahlreiche Updates der PC-Version in den letzten Monaten haben gezeigt, dass die Entwickler nach dem Release nicht auf ihren Tastaturen eingeschlafen sind, sondern sich nach wie vor hinter die Entwicklung klemmen. Zum Start hatte die Xbox-One-Version des Spiels bereits dreimal mehr Content als der Original-Release auf dem PC. Im Sommer soll die Vollversion nicht nur für PC und Xbox One, sondern auch für PS4 erscheinen. Neben Splitscreen-Support und frei konfigurierbaren Tasten sind bis dahin auch Verbesserungen für das Interface geplant. Ben

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11. August 2020 um 17:16 Uhr
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03. Juli 2015
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