Fallout 4 im Test

(Artikel)
Vivian R., 28. November 2015

Fallout 4 im Test

Viel Gemecker. Noch mehr Liebe

Meine Heldin und ich – wir haben viel gemein. Nach 200 Jahren schleppt sie sich aus der Vault 111 in eine fremde und feindselige Welt. Ich krieche dagegen nach manch durchwachter Nacht vor meinem PC in eine Welt voller Wäschestapel und unerledigter Uni-Aufgaben. Denn Fallout 4 schafft es, mich stundenlang vor dem Bildschirm zu bannen. Nicht immer dabei mit einem freudigen Gesichtsausdruck; manchmal schleicht sich eine kleine Falte zwischen die Augenbrauen.

Fallout 4 - Sole Survivor

Das Ende der Idylle
Sei es der Vault Dweller, The Chosen One oder der Lone Wanderer – in der Fallout-Reihe stolperten so manche Helden frisch aus der Vault oder aus dem Schutz der Dorfgemeinschaft in das nukleare Ödland. Bei keinem Protagonisten war der Kontrast zwischen dem Leben vor und nach Verlassen der Heimat jedoch so stark wie bei dem Sole Survivor, dem Helden von Fallout 4. Die Geschichte unseres Helden beginnt in der pastellfarbenen Vorstadt-Idylle der Vorödlandswelt an einem sonnigen Morgen. Frisch gebrühter Kaffee, ein liebender Partner und Söhnchen Shaun quietscht im Nebenzimmer in der Krippe.

Alles schön – bis der Nachrichtensprecher im Fernsehen mit zitternder Stimme die Nachricht eines atomaren Erstschlags auf Amerika stottert. Zum Glück haben wir nur Minuten zuvor für unsere Familie einen Platz in der schützenden Vault 111 gekauft und fliehen dorthin.

Als wir 200 Jahre später als einziger Überlebender wieder aus der Vault treten, finden wir uns in einem vom nuklearen Krieg zerstörten Ödland wieder. Näher möchte ich auf die Geschichte, die sich im weiteren Laufe des Spiels mal spannender, mal zäher windet, gar nicht weiter eingehen. Nur so viel: Auch wenn Bethesda nicht dafür bekannt ist, tiefe und weit verstrickte Geschichten zu erzählen - mich hat der Hauptplot von Fallout 4 sehr gut unterhalten und emotional so manches Mal mitgenommen. Ein erzählerisch dichtes Spiel wie The Witcher 3 sollte man dennoch nicht erwarten.

Fallout 4 - pre-war

Willkommen im Ödland
Dabei ist es schade, dass wir uns nicht ein wenig länger in der Idylle aufhalten dürfen, was sicher einen schärferen Kontrast zum völlig zerstörten Ödland ergeben hätte. Die Atmosphäre leidet darunter jedoch nur wenig. Denn Fallout 4 glänzt sicher nicht durch eine durchweg intensive Geschichte, sondern überzeugt und motiviert vor allem durch ein gutes Gefühl für Stimmung und eine mit viel Liebe fürs Detail gestaltete Welt. Ob wir uns in unserem zerstörten Heimatort bewegen, durch verlassene und nur noch von wilden Ghulen behauste Ferienanlagen streifen oder die Innenstadt von Boston erkunden: Fallout 4 schafft es immer wieder, den Spieler durch Licht- und Wettereffekte, das Einsetzen von Musik und dem geschickten Platzieren von Gegenständen zu faszinieren und eine ganz eigene Dichte zu erzeugen. Ganz zu schweigen von der Glowing Sea, einem der beeindruckendsten und bedrückendsten Orte in Fallout 4, obwohl es auf den ersten Blick nur eine gewittergelbe Ödnis ist. Und Ghule schaffen es auch nach dutzenden Stunden Spielzeit noch, jede Laune von "heiter" zu "unfassbar schrecklich" zu kippen.

Was folgt, ist ein proppevoller Ordner mit Screenshots. Mein Finger wandert zu F12 fast so oft wie zur F5-Taste. Der Plan, einfach mal von A nach B zu gehen, artet in stundenlange Erkundungstouren aus. Denn irgendwo finden sich immer wieder Orte, die noch unentdeckt sind und "sowieso auf dem Weg liegen". Das leer stehende Haus dort drüben sieht auch aus, als ob sich da was finden lässt, und selbst der Grund von Gewässern ist ein lohnendes Forscherziel.

Fallout 4 - Robot

Und was für die ländlicheren Gebiete gilt, gilt umso mehr für das große Stadtgebiet rund um Boston. Es gibt immer eine Gasse, ein Dach, ein Parkdeck, das wir noch nicht erkundet haben – es aber tun sollten! Denn so finden wir nicht nur Gegenstände, Munition und bessere Wege, Gegner zu umgehen oder zu bekämpfen, sondern auch traurige und absurde Geschichtchen, die oft genug gänzlich ohne Worte auskommen und so die eigene Fantasie ankurbeln: Händchenhaltende Skelette, Teddybären-Altare, ein leerstehendes Boot, um das Särge im Wasser treiben.

Auch Nebencharaktere bereichern die Welt auf die Fallout-typische Weise: Mal absurd, mal tragisch, immer aber pointiert, sodass selbst Figuren, denen wenig Platz eingeräumt wurde, im Gedächtnis bleiben.

Dass uns aber immer wieder Ladezeiten beim Erkunden zum Innehalten zwingen, bringt den Spielfluss häufig ins Stocken. Hinter den Ladezonen verbergen sich manchmal nur kleine Innenräume, sodass man letztendlich mehr Zeit mit Warten verbracht hat als mit dem anschließenden Erkunden. Das hemmt, solange man keinen High-End PC hat, die Erkundungslust ungemein – blöd, denn gerade das ist die Hauptmotivatorin des Spiels. Nach Spielen wie The Witcher 3, das nur zwischen größeren Gebieten nachbuffert, fühlt sich das ewige Starren auf Ladebildschirme schlicht nicht mehr zeitgemäß an.

Fallout 4 - Loading Screen

Zwischen all dem Jet, den zerfetzten Leichen in den Straßen und dem vom Sprichwort "Friss oder stirb" inspirierten Umgangston, ist die Welt von Fallout 4 recht zahm. Nicht, dass ich Bordelle, Fisto und mit Ameisenpheromonen verführte Priesteranwärter so schrecklich vermisse – die Trias aus Drogen, Gewalt und Sex war in den vorherigen Teilen maßgeblich an der Erschaffung der fallout'schen Atmosphäre beteiligt. Auch wenn diese manchmal recht klebrig war.

Die Frage nach dem Mensch-Sein
Nichtsdestotrotz ist die Stimmung im Commonwealth angespannt. Die Bewohner fürchten sich vor dem Institute, das niemand je betreten hat und in dem Wissenschaftler künstliche Menschen, die Synths, bauen. Die Synths dienen dann als Arbeiter oder als Undercover-Agenten. Die Angst, dass ein geliebter Mensch durch einen Synth ersetzt wurde, ist überall präsent. Ebenso wie die Frage, ob für Synths, wenn sie denken und fühlen können und über einen eigenen Willen verfügen, nicht auch menschliche Rechte gelten. Oder ob sie einfach nur Roboter und damit ebenso frei wie ein Computer oder eine Selbstschussanlage sind.

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Diese Frage bildet das zentrale Motiv von Fallout 4. Schon früh müssen wir zu unserer Meinung darüber Stellung beziehen. Dies beeinflusst auch die Wahl der Fraktion, der wir uns anschließen (können): Insgesamt vier Organisationen stellen sich uns vor – alle mit unterschiedlichen Ansichten zu der Frage nach Freiheit der Synths.

Hierbei verschenkt Bethesda meiner Einschätzung nach viel philosophisches Potential: Die Frage, was einen Menschen ausmacht und ob Wesen, die denken und fühlen wie Menschen, aber eben künstlich vom Menschen erschaffen wurden, trotzdem mehr Rechte als ein Wischmopp haben, wird nur auf der Oberfläche angekratzt. Die Frage reicht nicht tiefer, als dass das Resultat ein Appell an unser Mitleid oder unsere Rationalität darstellt. Dabei hätten die Autoren gar nicht allzu tief in die philosophische Frage eintauchen und gleich Asimov lesen müssen: Schon Filme wie Blade Runner, A.I. oder Ex Machina befassen sich mit der gleichen Frage ungleich facettenreicher und haben dafür sehr viel weniger Raum zur Verfügung. Schade!

Fallout 4 - Wasteland

Qualen nach Zahlen
Obwohl das Aufgabenbuch relativ schnell in den scrollbaren Bereich wächst, wird die schiere Menge der Nebenquests nur vorgetäuscht. Das bedeutet nicht, dass wir wenig im Commonwealth zu tun haben! Je nachdem, welcher Fraktion wir uns anschließen, bekommen wir aber eine Vielzahl von repetitiven "Räume Ort XY von Gegnern"- oder "Kontaktiere Person YX"- Quests. Wenn Quests durchnummeriert werden, ist das normalerweise kein gutes Zeichen. Die helfen uns zwar, jeden Winkel der Karte questgebunden zu erkunden (wobei sich manchmal an den Orten wieder neue Quests ergeben), auf Dauer sind sie jedoch wenig motivierend.

Die für die Größe des Commonwealths relativ wenigen "echten" Nebenquests sind dagegen sehr unterhaltsam und umfassen meistens mehrere Spielstunden. So helfen wir gleich zwei Radiosprechern bei ihren ganz persönlichen Problemen, retten Katzen vor den Schrecknissen des Ödlands und folgen den Spuren einer verschollenen Bruderschafts-Einheit.

Fallout 4 - Companion

Schöner zu zweit
Ein Großteil der Nebenquests ist dabei in irgendeiner Form mit unseren Gefährten verknüpft. Denn in Fallout 4 haben wir wieder die Wahl, ob wir uns alleine oder zu zweit durch das Ödland schlagen. Aus dreizehn sehr unterschiedlichen Charakteren können wir unseren Begleiter wählen. Diese unterstützen uns im Kampf und beteiligen sich aktiv an Gesprächen. Unsere Handlungen kommentieren sie dabei nicht nur mit Worten – wie bei Dragon Age bekommen wir direktes Feedback darüber, ob unser Begleiter eine Handlung gut fand oder nicht. Vielleicht lässt sich sagen, dass so das in Fallout 4 fehlende Karma-System ersetzt wird. Denn wenn wir moralisch fragwürdige Entscheidungen treffen, reagiert unser Gefährte je nach dessen eigenem Moralkodex darauf, weswegen die Wahl des Dauerbegleiters von unserer Einstellung abhängt.

Ploppt dann oben rechts der Hinweis "Piper loved that" auf, hat man die Beziehungskrise geschickt umschifft. Zum ersten Mal in der Fallout-Reihe darf sich unser Held nämlich verlieben und mit einem der sechs Gefährten (oder allen gleichzeitig) aktiv eine Beziehung eingehen. Das umfasst jedoch nur ein paar Dialogzeilen und den Vorteil, nach einem Nickerchen mit dem Gefährten in der Nähe mehr Erfahrungspunkte zu bekommen.

Fallout 4 - Dogmeat b

So nett es auch ist, nicht mehr alleine durch die Welt zu marschieren, so hakelig benehmen sich die Gefährten im Kampf. Sie stehen ständig im Weg, greifen wild Gegner an, obwohl wir uns noch im Schleichmodus verstecken, oder verschwinden besonders nach Fahrten mit dem Aufzug für ein paar Minuten. Hat man wenig Energie, den Gefährten mit besserer Rüstung und Waffen zu versorgen, verkommen sie schnell zu plappernden Packeseln.

Das Charaktersystem
Nicht nur bei den Romanzen hat Fallout 4 sich auf neues Terrain begeben. Auch das System zum Erstellen und Verbessern unseres Charakters hat sich arg verändert. Zwar gibt es noch immer die SPECIAL-Grundwerte, dafür aber keine Fertigkeiten mehr. Stattdessen beeinflussen die Attribute stärker die Perks, die wir wählen können. So ist es leichter, unseren Helden zu spezialisieren – nicht nur auf "Kleine Waffen" allgemein, sondern auf Pistolen oder automatische Gewehre. Die SPECIAL-Werte lassen sich zwar steigern, trotzdem sollte man sich schon vorher einen Plan darüber gemacht haben, was man für einen Charakter spielen möchte.

Fallout 4 - Adhesive

Bis auf das Kampf- und Craftingsystem haben weder unsere Perks noch unsere SPECIAL-Attribute besonderen Einfluss auf den Umgang mit der Welt. Unterschiedliche Handlungsoptionen zur Lösung einer Quest, je nachdem, ob wir einen hohen Wert in Sprengstoff, Wissenschaft oder Feilschen haben, gibt es in Fallout 4 nicht mehr. Durch das Zufallssystem beim Überreden in Dialogen (und die Möglichkeit, im Gespräch schnellzuspeichern) verliert selbst der Charisma-Wert an Relevanz. So fühlt sich zwar je nach Auswahl der Attribute und Perks das Kämpfen unterschiedlich an, andere Interaktionen mit der Welt werden jedoch höchstens durch die Wahl der Antworten im Dialog-System beeinflusst.

Fallout 4 - wat


Das Leid mit dem Dialog
Womit wir auch zum wahrscheinlich größten Rückschritt und größtem Kritikpunkt der Community an Fallout 4 kommen: dem Dialogsystem. Hier gab es so einige Neuerungen. Zum Beispiel sind die Unterhaltungen nicht mehr starr. Auch hält die Zeit nicht mehr an, wenn wir einen Dialog beginnen. Tatsächlich können wir jedes Gespräch zu jedem Zeitpunkt verlassen – was in brenzligen Situationen sogar dazu führen kann, dass unser Gegenüber auf uns das Feuer eröffnet. Gespräche fühlen sich auch dadurch, dass mehr als zwei Parteien an ihnen teilnehmen können, lebendiger und freier an, ihnen mangelt es jedoch an Dynamik. Die größten Bewegungen sind herumfuchtelnde Hände oder halbe Drehungen. Kurze Berührungen wie ein Händeschütteln oder andere menschliche Gesten fehlen komplett. Nun wollen wir auch nicht jedem schmuddeligen Ödländer im Gesicht herumgrabbeln, in emotional mitreißenderen Situationen wirken die Figuren jedoch steif und die Interaktion so unnatürlich.

Fallout 4 - Top Dialog

Das wäre vielleicht alles gar nicht so schlimm, wären wir nicht auch in der Wahl unserer Gesprächsoptionen enorm eingeschränkt. Von diesen haben wir pro Gesprächsetappe lediglich vier, wovon die meisten in fragend, sarkastisch, zustimmend und patzig/aggressiv unterteilt sind. In den meisten Fällen laufen alle diese Möglichkeiten auf das gleiche Ziel hinaus. Zudem zeigt das Dialogfenster nicht mehr die gesamte Antwort vorab an, sondern gibt nur ominöse Hinweise darauf, wie diese ausfallen kann. Das kann verwirrend sein, wenn im Fenster "Agree with opinion" steht und der Held, anstatt dies zu tun, den Gesprächspartner fragt: "Why did you agree with them?"

Zudem ist das neue Dialogsystem gerade durch dessen Freiheit anfällig für Bugs und Glitches. Ein sehr langes Gespräch mit der Journalistin Piper musste ich insgesamt drei Mal führen, weil es immer wieder in der Mitte zum Abbruch kam. Beim Überspringen von Dialogzeilen gibt es aber ein nettes und recht unterhaltsames Feature: Der Sole Survivor wirft dann Wortfetzen wie "Hm", "Aha" oder auch ein gemurmeltes "Shut up" ein – oder kommentiert Kleidung und Attitüde des Gegenübers.

Fallout 4 - Metallhütte

Freudiges Basteln
In Fallout 4 gibt es nur drei Arten von Hausbauern: die Verzierer, die verrückten Wissenschaftler, die Pragmatiker.
Gruppe 1 hätte eigentlich Inneneinrichter oder Vorgarten-Mutti sein sollen – ihre Häuser haben getrennte Schlafzimmer, das Abraxo steht auf der Waschmaschine und Blumen auf der Küchenzeile.
Die Häuser der verrückten Wissenschaftler sind sechs Stockwerke hoch, brechen alle Regeln der Physik und hunderte Meter von Kabeln führen von ratternden Generatoren zu Laserselbstschussanlagen, Elektrischen Minen und Glitzer-Diskokugeln.
Und dann die Pragmatiker: Fünfzehn Karotten vor der Hütte, vier billige Wasserpumpen wild in der Gegend verteilt und die Betten stehen aus Platzmangel auf dem Dach. Hauptsache: Niemand meckert.

Worauf ich eigentlich hinaus will: Das Bastelsystem von Fallout 4 macht all dies möglich. Will man viel Zeit in die Deko und den Ausbau ausgeklügelter Sicherungsanlagen stecken, ist das ebenso möglich, wie wenn man nur ein Mindestmaß an Zeit hinein investieren mag. Dabei ist das Ausbauen der Ortschaften (und von denen kann man im Laufe des Spiels so einige sammeln) vollkommen optional.

Fallout 4 - Weapon (Mods)

Viel interessanter, als Häuser zu bauen, ist es, Waffen und Rüstungen zu modifizieren. Um dabei möglichst viel Freiraum zu haben, lohnt es sich, seine hart verdienten Punkte pro Level in Perks wie Armorer oder Gun Nut zu stecken und beim Erkunden die Augen nach Bastelutensilien wie Kleber und Schrauben offen zu halten. Hat man eine Waffe lieb gewonnen, muss man sie so nicht mehr irgendwann gegen eine bessere eintauschen, sondern kann sie in den meisten Fällen verbessern und nach den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben gestalten. Nicht so der Fan von Kimme und Korn = Mod für bessere Hüftfeuertreffergenauigkeit installiert. Kimme und Korn nicht nah genug = Zielfernrohr auf die 10mm gepappt. Der Gehstock sieht zu sehr nach freundlichem Opi aus = Stacheldraht drum.

Kurz: Die meisten Waffen und Rüstungsteile lassen sich mit den richtigen Fertigkeiten und Utensilien immer an den Schwierigkeitsgrad anpassen und wachsen so mit dem Level des Spielers. Dadurch, dass das Arsenal von Grundwaffen relativ klein ist, verbringt man so mehr Zeit mit freudigem Schrauben und weniger mit dem Vergleichen von Waffen im Inventar. Von besonders schweren, sogenannten "Legendären" Gegnern bekommen wir zwar die meisten Waffen mit einer speziellen Verbesserung (zum Beispiel verringerte VATS-Kosten, vergiftete Waffen, erhöhter Nahkampfschaden) - die Wahrscheinlichkeit, dass die richtige Waffe dabei ist, ist aber natürlich relativ gering.

Fallout 4 - Dryer

Mit dem richtigen Inventar und gut gerüstet macht das Kämpfen in Fallout 4 immensen Spaß. Die Steuerung fühlt sich fließender und nicht mehr so hakelig wie in den Vorgängern an. Wer zudem viel mit Sprengstoff hantiert, muss die Granaten nicht mehr extra auswählen, sondern kann eine eigene Taste mit ihnen belegen. Insgesamt kämpft es sich auch durch das dynamischere VATS flüssiger.

Unfreiwilliges Sightseeing
Um zurück zu dem vollen Ordner mit Screenshots zu kommen: Oft genug drücke ich F12 auch nur, um einen besonders abgleitenden Bug festzuhalten (und danach dann ganz schnell F5, um zu hoffen, dass der Bug nicht mehr vorkommt).
Denn es wäre ja kein Spiel von Bethesda, und ja, diesen Witz haben wir alle oft gehört, wenn es ein Spiel ohne Bugs wäre. Ich ziele auf einen Raider und im nächsten Augenblick stürze ich aus zweihundert Metern Höhe auf die Innenstadt von Boston zu (und lande in einem einen Meter tiefen Teich, weswegen ich nicht sterbe). Der Radscorpion macht es mir gleich und katapultiert sich selbst in die Luft. Brahmins muhen auf dem Dach. Raucher ohne Zigarette. Todeskrallen, die über einen Stein stolpern und sofort sterben.

Fallout 4 - Radscorpion Bug

Die Liste kann man ewig weiter führen. Manchmal haben diese Bugs durchaus Unterhaltungswert, manchmal sind sie irritierend, selten stören sie das Spiel so sehr, dass nur noch Neuladen hilft. Der Immersion helfen sie aber in keinem Fall. Von den großen Bugs, die das Spiel zum Abstürzen bringen und für manche das Spielen bis zum nächsten Patch unmöglich machen, bin ich glücklicherweise bisher verschont geblieben.

Bei Fallout 4 scheiden sich die Geister: Die Kritiker lieben es. Viele Spieler dagegen sind bitter enttäuscht. Für mich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen: Fallout 4 ist ein beeindruckendes Spiel, dessen Atmosphäre und Welt auch nach dutzenden Spielstunden noch faszinieren. Selten war das Ödland so lebendig. Gleichzeitig stolpern wir oft genug über Fehler, über Ungereimtheiten und wundern uns über manche Entscheidungen der Entwickler. Und meckern. Viel und zu Recht. Aber zumindest ich meckere über Fallout 4 wie über ein Lieblingskind, das eine schlechte Note in Mathe mit nach Hause bringt: mit ganz viel Liebe.

Fallout 4 wurde auf dem PC (Windows 7 64-bit, 8 GByte RAM, AMD FX-8150, AMD Radeon R9 280 3GB) getestet. Ein Testmuster wurden uns von Bethesda zur Verfügung gestellt.

Fallout 4

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

Kommentare

Michi
Gast
01. Dezember 2015 um 11:00 Uhr (#1)
Ja das mit der Philosophischen Frage geht mir auch nicht weit genug. Außerdem weiß ich nicht so recht was das institut damit bezweckt Menschen zu ersetzen, einfach nur Überwachung? Wozu? Sie wollen doch für die menschheit arbeiten das sie weiterhin bestehen kann.
Vivi
05. Dezember 2015 um 21:04 Uhr (#2)
Hey Michi, danke für dein Kommentar!
Das ist meiner Einschätzung nach das größte Problem an der Geschichte in Fallout 4. Am Anfang wirkt der ganze Synth-Institut-Verschwörungs-Kram so schön düster und unheimlich - aber es verpufft dann ziemlich fix und von der aufgebauten Spannung bleibt nicht viel über.
Ganz zu schweigen davon, dass auch nicht alles Sinn macht oder zumindest nicht gut genug erklärt wird, damit es Sinn macht. :D
Gast
16. Januar 2019 um 11:18 Uhr
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