Call of Duty: Black Ops 3 im Test

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 17. November 2015

Call of Duty: Black Ops 3 im Test

Contentmonster vom Monsterfranchise

Das Jahr neigt sich dem Ende und die große Blockbustersaison ist eingeläutet. Die einen holen sich Halo 5, die anderen holen sich Fallout 4 und ich sitze hier mit Black Ops 3. Und bin mit der Welt zufrieden, weil ich halt so ein kleiner Call-of-Duty-Fan bin. Insbesondere von den Treyarch-Teilen, da ich sie für die besten CoD-Entwickler halte. Nach dem wirklich exzellenten Black Ops 2, dem enttäuschenden Ghosts und dem mittelmäßigen Advanced Warfare, habe ich sehnsüchtigst eine Rückkehr zur alten Form erwartet. Und soviel schon mal vorweg: Ich wurde nicht enttäuscht.

2060. Eine Operation in Äthiopien. Geiseln sollen befreit werden und ganz nach CoDs eigenen Klischees klappt das nicht so ganz reibungslos. Daher hilft ein weiteres Team von bionisch verbesserten Soldaten bei der Flucht, was in erster Linie dazu dient zu zeigen, was der Spieler später selber anstellen können wird. Denn man selber ist noch ein ganz normaler Soldat, doch während der Flucht wird man von Kampfrobotern überrannt und HEILIGE SCHEISSE DER REIßT MIR GERADE DIE ARME RAUS! Japp, Treyarch ist nicht plötzlich zimperlich geworden, was Brutalität angeht. Man wird gerettet und bekommt daraufhin neue bionische Gliedmaßen verpasst. Euer Kollege Hendricks erklärt sich freiwillig dazu bereit auch aufgemotzt zu werden. Dazu gehört auch das DNI, Direct Neural Interface, mit dem man über Gedanken kommunizieren kann, Datenterminals hackt und im Extremfall sogar die Erinnerungen von jemand anders herunterladen kann, sofern die Person auch ein DNI benutzt.

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Was folgt ist ein geniales Level, das sowohl als Tutorial für die neuen Fähigkeiten dient, als auch den Spieler mit Hintergrundgeschichte füttert. John Taylor, Anführer der bionischen Soldaten, die einen in Äthiopien unterstützten, nutzt das DNI, um eine Simulation der wichtigsten Ereignisse zu erschaffen, in denen man den Umgang mit den bionischen Verbesserungen lernt. Sprung um fünf Jahre in die Zukunft und der Spieler muss zusammen mit Hendricks eine CIA-Einrichtung in Singapur untersuchen. Das Ganze endet mit der Entdeckung, dass Taylors Team sich selbstständig macht hat und gegen die CIA arbeitet. Während der Jagd auf Taylor taucht auch ein Level auf, in dem man eine imaginäre Schlacht aus dem zweiten Weltkrieg im Geiste einer Soldatin aus Taylors Team nachstellt, komplett mit Inception-ähnlichen Strukturen, wie einer Wand, die vorher der Boden war. Und ganz am Ende darf man sich auch an einem digitalisierten Robert Picardo (der Holodoktor aus Star Trek Voyager) ergötzen. Die Kampange bietet alles. Muss aber gestehen, dass ich die von Black Ops 2 vorziehe. Raul Menendez ist einfach der beste Bösewicht, den die Serie jemals hatte.

Das Levelingsystem aus dem Multiplayer hat es jetzt auch in die Story geschafft. Man sammelt Erfahrungspunkte, levelt auf und kann so neue Waffen und Ausrüstung in fünf Loadouts freischalten. Bonuserfahrung kriegt man auch, wenn man bestimmte Herausforderungen in den Missionen meistert, wie "fünf Gegner mit einer Granate töten" oder einen Level beenden ohne zu sterben. Der Schwierigkeitsgrad bestimmt auch wie viel Erfahrungspunkte man bekommt. Vor jeder Mission kann man sich in der Unterkunft alle Loadouts zurechtbasteln oder das Aussehen des Helden verändern. Oder der Heldin, denn man kann die Story auch als Frau erleben. Und wem das noch nicht reicht, der lässt sich mit Freunden oder wildfremden Spielern verbinden und kann mit bis zu vier Spielern gleichzeitig die Level bestreiten.

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Herz des Spiels ist natürlich weiterhin der Multiplayer. Treyarch hält am bekannten Pick-10-System fest, bei dem jede Waffe, jedes Zubehörteil, jeder Perk und jede Granate einen Punkt für den Loadout kostet, was es möglich macht, dass man komplett auf Granaten verzichten kann, um dafür fünf Perks anstelle von dreien ausrüstet, oder die Pistole weglässt, damit man zum Visier, Griff und Langlauf noch die Schnelllademagazine an das Gewehr klemmen kann. Tobt euch aus. Hinzu kommen noch die Spezialistenfähigkeiten. Je nachdem, welchen Spezialisten ihr verkörpern wollt, könnt ihr nach einigen Sekunden eine Fähigkeit oder eine besondere Waffe aktivieren. Je mehr Punkte ihr sammelt, desto schneller tickt der Timer runter. Als Sahnehäubchen kommt die neue Beweglichkeit hinzu. Wallruns und Raketensprünge erzeugen ein noch schnelleres Spielgefühl. Es ist übrigens äußerst erschreckend, wie effektiv meine Schrotflintentaktik ist, bei der ich in die Gegner schlidder, um ihnen die Kniescheiben wegzuballern.

In Sachen Spielmodi kriegt man mal wieder Altbekanntes serviert - Team Deathmatch, Domination, Hardpoint und so weiter. Aus Advanced Warfare wurde auch der Uplink-Modus übernommen, bei dem man einen Satelliten in der Feindbasis versenken muss. Brandneu ist Escort. Ziel ist es hier einen Roboter zu seinem Zielort zu eskortieren, während die Gegner den Roboter zerballern. Hat dieser keine Energie mehr, muss er sich kurz reparieren, bevor er weiterlaufen kann. Laufen tut er auch nur, wenn ein Teamkamerad in der Nähe ist. Ist 'ne witzige Idee, führt aber für meinen Geschmack zu sehr zu einen unübersichtlichen Gemenge am Roboter. Aber die klassischen Modi machen dafür immer noch ordentlich Spaß und die Gameplayänderungen lassen das Ganze wieder frisch erscheinen. Einzig die Server kann ich momentan bemängeln, die sind noch äußerst laganfällig, was den Spielspaß dann doch trübt.

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Last but not Least: Zombies. Teil eines jeden Treyarch-CoDs. Hier muss man gänzlich ohne die neue Bewegungsfreiheit auskommen, da die Bonus-Story in den 40ern spielt. Dafür ist mal wieder eine bunte Menagerie an Charakteren dabei. Ein Magier, ein Showgirl, ein Cop und ein Boxer wurden wegen ihrer sündigen Lebensweise dazu verdonnert, sich mit den Scharen von Untoten zu messen. Es ist Zombies - ihr baut Barrikaden, kauft dickere Wummen und trinkt Buffs. Eigentlich alles beim Alten. Doch diesmal könnt ihr auch gewinnen, wenn ihr wisst, wie. Pro Runde darf sich ein Spieler in ein Monster verwandeln und mit seinen Fähigkeiten ein Hindernis beseitigen, um einen Gegenstand freizuschalten. Schafft man es alle Gegenstände zu sammeln, die auf der großen Karte versteckt sind, darf man... äh... ja, soweit ist wohl noch keiner gekommen bisher. Aber man kann gewinnen.

Call of Duty ist ein Monstrum von einem Franchise. Und vermutlich wegen der Einführung von Sledgehammer Games als dritten Entwickler und der damit um ein Jahr verlängerten Entwicklungszeit konnte Treyarch wohl so viel Content in Black Ops 3 reinquetschen, wie ihnen eingefallen ist. Und was man hier geliefert kriegt, ist richtig gut. Die Story ist nicht das übliche "America, Fuck Yeah"-Gehabe der anderen Entwickler und bietet viele Ideen, die das Erlebnis auffrischen, wie halt die Ko-op-Funktion. Dazu noch der starke Multiplayer, der neue Bewegungsdynamiken ins Spiel bringen, was hier weitaus besser funktioniert als in Advanced Warfare. Abgerundet mit dem bekannten Zombiemodus, kann ich dieses Spiel einfach jedem Shooterfan ans Herz legen. Black Ops 3 ist der neueste Schritt in der Evolution von Call of Duty.

Call of Duty: Black Ops 3 wurde auf der Xbox One getestet. Für den Test hat sich der Redakteur sich das Spiel selbst gekauft.

Call of Duty: Black Ops 3

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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02. Dezember 2021 um 03:55 Uhr
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06. November 2015
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Playstation 4
Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.
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