Zelda: Tri Force Heroes im Test

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 03. November 2015

Zelda: Tri Force Heroes im Test

Aller guten Helden sind drei

A Link Between Worlds ist für mich eines der überraschendsten Spiele in der Zelda-Serie gewesen. Einfach mal die Overworld von A Link to the Past in 3D nachbauen und da ein neues Spiel reinzusetzen hat erstaunlich gut funktioniert. Vor allem der Look hat es mir angetan. Und scheinbar nicht nur mir, denn im selben Design folgt jetzt The Legend of Zelda: Tri Force Heroes und bietet uns einen erneuten Abstecher in die Welt der Ko-op-Zeldas. Diesmal allerdings nur zu dritt, der lila Link musste zuhause bleiben. Und diesmal geht es auch nicht nach Hyrule.

Im Nachbarland Hytopia dreht sich alles um Mode. Sehen und gesehen werden, jeder ist darauf bedacht möglichst schicke Kleidung zu tragen. Allen voran die Prinzessin, die modisch alle im Land in den Schatten stellt. Bis sie eines Tages von einer Hexe mit einem Fluch belegt wurde, der sie dazu zwingt ein hässliches, braunes Ganzkörperkondom zu tragen. Hübsch. So ein Fluch muss natürlich gebrochen werden und da kommt Link ins Spiel, denn nur er entspricht den optischen Ansprüchen, die vom König an den Helden gestellt werden. Doch ein Held kommt selten alleine, deswegen braucht es gleich drei. Und diese können sich online finden, lokal oder per Download Play. Wer gerade weder Internet noch Freunde zur Hand hat, darf auch alleine losziehen, dazu aber später mehr.

TFH1

Tri Force Heroes schafft die Overworld ab. Es gibt außerhalb der Dungeons nur einen Markplatz, auf dem man Materialien und neue Klamotten kaufen sowie Fotos, die man aufgenommen hat, ans Miiverse senden kann. Zu guter Letzt gibt es noch eine Tageslotterie, in der man jeden Tag eine Truhe in der Hoffnung auf einen Preis öffnen darf. Im Schloss wählt man aus, wie man spielt, ob alleine oder mit anderen. Hat man Freunde und/oder zufällige Mitspieler gefunden, wählt man eines der Dungeons aus, die nach und nach freigeschaltet werden. Jedes Dungeon hat vier Level, die man alle beenden muss, um das Dungeon abzuschließen. Jeder Spieler nennt dabei das Level, das er angehen möchte. Gibt es Unstimmigkeiten wählt der Zufallsgenerator aus, wessen Wunschlevel gespielt wird. Jedes dieser Level hat dann auch vier Areale, wobei das letzte Areal immer entweder eine Gegenerhorde oder einen Bosskampf beinhaltet. Und dazwischen Rätsel, die Teamwork verlangen.

Im ersten Areal finden sich drei Items, für jeden Held eines. Mal kriegt jeder das gleiche Item, mal sind es auch drei verschiedene, sodass jeder einen bestimmten Part im Rätsel zu erfüllen hat. Von Bogen über Boomerang ist alles dabei. Der Bumerang kann übrigens dafür genutzt werden, Teamkollegen auf seine Seite rüber zu ziehen. So ist es teilweise nötig einen Kollegen aufzuheben und über einen Abgrund zu werfen, damit dieser den Rest per Bumerang rüber holen kann. Oder man muss einen Turm bauen, damit der obere einen Schalter mit seinem Schwert erreichen kann. Viele Rätsel greifen auf dieses Totem-Element zurück, wie es das Spiel nennt. Das erfordert gutes Teamwork. Wer unten im Totem ist, der lenkt die Gruppe, wer oben im Totem ist wendet Schwert und/oder Item an. Absprache sollte man schon halten.

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Das ist aber nicht so leicht, wenn man mit Fremden spielt. Natürlich fehlt ein Voicechat, Nintendo hat sich für ein iconbasiertes Kommunikationssystem entschieden. Das beinhaltet leider nur rudimentäre Ausdrücke wie "Komm her", "Item", "Totem" oder "werfen", nebst einiger Aussprüche von Lob und Missgunst. Ob die anderen verstehen, was man sagen will, das ist eine ganz andere Geschichte. Da nur Benny das Spiel mit mir spielen konnte, waren wir immer gezwungen uns fremde Hilfe zu holen. Mal hatten wir Glück und Spieler 3 wusste oder begriff, was zu tun war. Doch leider waren auch welche dabei, bei denen wir uns fragten, wie die überhaupt atmen können. Und dank fehlendem Voicechat konnten wir diesen Dumpfbirnen nicht wirklich beibringen, was zu tun ist. Es ist unglaublich, was wir da erlebt hatten. Einer war so dämlich, dass wir ihn stellenweise zum Ziel getragen haben, weil wir einfach die Faxen dicke hatten. Und wenn er mal einen von uns aufhob, dann warf der uns gerne in einen Abgrund. Schimpfworte wurden laut.

Tri Force Heroes hängt sehr davon ab, mit wem ihr spielt. Und bei der Göttin Hylia, es gibt unglaublich viele Spieler in der Online-Lobby, die sich so unsagbar dämlich anstellen. Ihr braucht mindestens einen Freund, der euch hilft, sonst kommt ihr nicht zu Potte. Oder ihr spielt alleine, was nicht halb so viel Spaß macht. Man bekommt dabei zwei Doppel an die Seite gestellt, zwischen denen man über den Touchscreen hin und her wechseln kann. Es ist möglich so das Spiel zu beenden, nur dauert dann alles gefühlt dreimal so lange, da man jede Figur einzeln zum Ziel befördern muss. In bereits erledigten Dungeons kann man sich übrigens Challenges widmen, dazu gehört auch, dass man ein Zeitlimit bekommt. Das haltet ihr unmöglich ein, wenn ihr alleine spielt. Tut euch einen Gefallen und spielt mit Leuten, die ihr kennt. Es gibt außerdem noch einen kleinen Versus-Multiplayer, der ähnlich wie die Streetpass-Funktion in Link Between Worlds funktioniert. Gewinner ist der Spieler, der nach Ablauf der Zeit am wenigsten gestorben ist. Ganz witzig.

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Gemischte Gefühle kommen in mir auf. Zum einen ist das Spiel sehr knuffig und liebevoll gestaltet und die Dungeons sind wirklich gut designt mit tollen Rätseln. Andererseits hängt das Vergnügen zu stark davon ab, mit wem man durch die Ländereien streift. Auch fehlt so ein wirkliches Gefühl eine Geschichte zu erleben, denn dieser Aspekt ist sehr dünn. Auch wachsen die Charaktere im Laufe des Spiels kaum. Klar, man darf sich neue Kostüme basteln lassen, die neue Fähigkeiten ermöglichen, aber brauchen tut man die nicht. Das Herz liegt im Ko-op-Spiel, welches vor allem online ein echter Horror werden kann. Die Server sind sehr laganfällig und dann besteht noch die große Gefahr mit absoluten Vollidioten in einer Lobby zu landen. Wer zwei Freunde zur Hand hat, der kann ruhig zugreifen. Einzelgänger schauen hier klar in die Röhre.

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes wurde auf dem Nintendo 3DS gestetet. Ein Testmuster wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt.

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

Kommentare

Ralleee
Gast
04. November 2015 um 11:26 Uhr (#1)
Der Online-Modus hat für mich immer so eine kleine Glücksspiel-Komponente dabei, welche durchaus abhängig machen kann. Der Nervenkitzel, Mitspieler zu bekommen, die sich bis zum Boss gut anstellen und dann auf die Idee kommen, Ihre Mitspieler in den Abgrund zu werfen, oder dann einfach spontan aussteigen, hat es durchaus geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen.

Vor jedem Spiel habe ich um eine Partie gebeten, in welcher mindestens ein Mitspieler harte Lags mitbringt oder meine wertvolle Zeit mit übelsten Troll-Streichen auflockert.

Wenn ich dann mal ein Gebiet tatsächlich komplett mit einem Satz Mitspielern durchziehen konnte, die sich gut angestellt haben, hat sich schon fast Enttäuschung breit gemacht, da man seinen 6er im Lotto ja auch gerne behalten würde.

Was mir wirklich fehlt, ist die Möglichkeit, mit Spielern, die sich gut anstellen, wieder zu spielen, anstatt bloß irgendwelche Deppen nach jedem Spiel auf die Blacklist zu setzen. Zudem würde eine coole deutschsprachige Community das Pairing ungemein erleichtern, aber bislang habe ich danach vergeblich gesucht.
Ben
04. November 2015 um 14:12 Uhr (#2)
Na dann sollten wir nächstes mal mit dem Ralle spielen - was meinst du, Torsten?
blackmaniac
04. November 2015 um 20:27 Uhr (#3)
Gib Friendcode dann machen wir das
Ralleee
Gast
09. November 2015 um 19:17 Uhr (#4)
Ah, jetzt erst gesehen. Falls noch aktuell, wäre das 0275 - 9366 -2401.
Ben
10. November 2015 um 14:42 Uhr (#5)
Können gern nochmal ein paar Runden zu dritt drehen. Vielleicht ein ganz neues Spielgefühl ohne Randoms? :D
Gast
19. September 2020 um 16:48 Uhr
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RELEASE
23. Oktober 2015
PLATTFORM
Nintendo 3DS
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