Vorschau: Fallout 4

(Artikel)
Vivian R., 31. Oktober 2015

Vorschau: Fallout 4

Das lange Warten auf die Post-Apokalypse

Meine Omi sagt immer: Wer schweigt, stimmt anscheinend zu. Zumindest bei Fallout 4 scheint sie damit Recht zu haben. In den fünf Jahren seit Fallout: New Vegas hat sich Bethesda in Schweigen gehüllt – selbst als Hoaxe (Survivor 2299, anyone?) und Schein-Leaks Aufruhr in die leidgeprüfte Fallout-Gemeinde brachten, ließ Bethesda nichts von sich hören. Am 10. November – nur fünf Monate nach der offiziellen Ankündigung – werden wir dann alle für das lange Warten belohnt. Denn Bethesda hat tatsächlich die letzten Jahre damit verbracht, an Fallout 4 zu arbeiten. Wir wollen einen kurzen Blick darauf werfen, was wir schon wissen, was wir uns erhoffen, und (denn es ist ja Halloween) wovor wir uns im Dunkeln fürchten, wenn wir an Fallout 4 denken.

Fallout 4 - Wasteland

Die Handlung
Willkommen zu Hause. Der Anfang des Plots ist wohl schon seit dem ersten Trailer bekannt. Die Handlung beginnt wohl an dem Tag, an dem die Atombomben auf die USA fallen. Wir steuern einen Teil eines jungen Paares, das es gerade noch geschafft hat, in eine der Vaults – hier Vault 111 – zu flüchten. Und aus dieser kriechen wir 200 Jahre später wieder heraus, als der einzige Überlebende, um durch die gleichen Straßen zu gehen – nur dass jetzt alles in Schutt und Asche liegt.

Die Welt
Mehr, als dass diese Vault im Umfeld von Boston liegt, wissen wir noch nicht über das Setting. Im Umland befindet sich aber auch das MIT, das sogenannte Commonwealth, in dem Wissenschaftler an Androiden und Robotern basteln. Das Artwork deutet an, dass wir diesen auch einmal über den Weg laufen. Was und wen wir in dieser Welt sonst noch so treffen, bleibt abzuwarten. Auf Todeskrallen, Yao Guai und Stählerne-Bruderschaft-Soldaten sowie einige Siedlungen und größere Städte haben wir bereits in den Trailern einen Blick erhaschen dürfen. Auch ändert sich das Wetter und radioaktive Sandstürme bringen unseren Geigerzähler zum Knacken, bis der Held Schutz gefunden hat. Wir lassen uns überraschen, was Bethesda genau mit der Formulierung "nächste Generation des Open-World-Gamings" meint.

Der Held
Als einziger Überlebender steigen wir aus Vault 111 – zuvor dürfen wir aber unseren Charakter noch in der Vorkriegszeit erstellen. Hier erst mal ein Yay! zum Charaktereditor, in dem nicht jedes Gesicht aussieht wie die gleiche angelaufene Kartoffel mit unterschiedlicher Fissel-Frisur! Und eine Stimme bekommt der Held, der Sole Survivor, auch noch!
Aber wir dürfen nicht nur Aussehen unserer Figur anpassen, sondern auch die Art, wie wir sie dann spielen wollen: Im S.P.E.C.I.A.L.-System verteilen wir zuerst Punkte auf Stärke, Wahrnehmung, Ausdauer, Charisma, Beweglichkeit und Glück. Nach jedem Level-Anstieg kaufen wir uns eines von knapp 275 Perks, mit denen wir diese Attribute verbessern können. Man darf gespannt sein, wie sich das nachher tatsächlich anfühlt.
Wer sich das (bisher noch unvollständige) System einmal anschauen möchte, kann dies hier tun.

Fallout 4 - Charaktereditor

Gefährten
Alleine durch das Ödland streifen, macht aber keinen Spaß, also gibt es auch in Fallout 4 wieder einige Gefährten, die wir auf unseren Reisen mitnehmen. Wie in New Vegas sind sie unsterblich. Über vier der Companions wissen wir schon Bescheid: Das treue Hundchen Dogmeat, das in keinem Fallout-Teil fehlen darf, der quatschige Mr. Handy-Roboter Codsworth, die Journalistin Piper sowie Preston Garvey, der Anführer der Commonwealth Minutemen. Anders als in den Vorgängern können wir in Fallout 4 aber nur noch einen Gefährten zur Zeit mitnehmen.
Und weil so ein Vorkriegs-Ehepartner dann auch schnell vergessen ist, darf sich der Held in dunklen Nächten an einen der (menschlichen) Gefährten kuscheln und eine Beziehung starten.

Fallout 4 - Companion Preston

Kampf
Beim Kampfsystem haben sich die Entwickler einiges von regulären Shootern abgeschaut: Der Spieler darf jetzt bei allen Waffen über den Lauf anvisieren (aiming down sight), es wird durch Hitmarker angezeigt, ob man seinen Gegner getroffen hat. Zudem wird vermutet, dass es endlich einen eigenen (Maus-)Knopf für Granaten gibt. Auch das VATS-System wurde verändert: Die Zeit bleibt nicht wie üblich völlig stehen, sondern wird nur verlangsamt. Insgesamt wirkt das neue Kampfsystem dynamischer und schneller, ohne durch das VATS den taktischen Aspekt vollständig zu verlieren.
Und wenn uns eine Deathclaw doch mal richtig auf den Pelz rückt, gibt es noch die Power Armor. Von dieser haben wir bisher nicht allzu viel gesehen. Anders als in den Vorgängern ist die Power Armor in Fallout 4 keine einfache Rüstung mehr, sondern mutet eher wie ein persönlicher Panzer an.

Crafting
An den Waffen dürfen wir einiges verändern. Grundsätzlich darf man nämlich alles, was man in der Welt findet, in seine Bestandteile aufdröseln und zu anderen Gegenständen zusammenbauen. Es wird wohl 50 Grundwaffen geben, die wir nach Lust und Laune verändern können. Auch unsere Power Amor verbessern wir im Laufe des Spiels durch bessere Rüstung oder schrauben anderen Kram ran, wie zum Beispiel Jetpacks.

Fallout 4 - Weapon (Mods)

Häuslebauen
In Fallout 4 können auch größere Projekte als Waffen oder die Rüstung angegangen werden. Zum ersten Mal dürfen wir ein Häuschen bauen und nach und nach aufrüsten und später weitere Stützpunkte ins Ödland pflanzen. Anstatt also unser Zimmer in Megaton mit ein paar Nuka-Cola-Flaschen zu dekorieren, dürfen wir selbst zum Bauherr werden. Das erinnert ein bisschen an Minecraft oder Die Sims – nur eben mit Selbstschussanlagen und Flammenwerfern. Denn diese Stützpunkte (und die Leute und Händler, die sich dort ansiedeln) müssen vor den Gefahren des Ödlands beschützt werden. Die Baumaterialien sammeln wir in der umliegenden Welt. Das ist aber alles keine Pflicht. Wenn einem das Gebastel und Geschraube nicht gefällt, der büßt höchstens einige Vorteile ein, die die Stützpunkte mit sich bringen.

Das wird hoffentlich gut
Mehr Technik! Das Ödland in Fallout 3 war eben genau das: Ein Ödland, wo der arme Lone Wanderer 200 Jahre alten Kartoffelpü essen musste und mit Autobatterien angetriebene Lampen und Radios fast das höchste der Elektro-Gefühle waren. Die Trailer und das Artwork zu Fallout 4 lassen mich hoffen. Es ist noch genug Ödland da, um die Post-Apokalypse nicht zu freundlich wirken zu lassen, aber wir sehen auch Zivilisation – Bars, belebte Straßen, befestigte Wohnräume – und Technik, wie zum Beispiel das über der Stadt schwebende Luftschiff oder Zeichnungen von Androiden. Ein schaurig-verrauchter Blade-Runner-Flair mit künstlichen Menschen (und allen moralischen Dilemmata, die das mit sich bringt) und etwas Verzweifelte Großstadt-Gefühl: Das wäre das, was ich mir atmosphärisch von einigen Orten des Spiels erhoffe.

Ebenso ein belebtes Ödland. Das klingt jetzt erstmal paradox. Aber: Eine große Welt, in der nichts los ist, kann zu Beginn durch die weite Leere noch inspirierend und atemberaubend sein, später nerven dann die langen und langweiligen Laufwege. Fallout 3 und New Vegas waren da auf Dauer etwas frustrierend. Wenn ich eine Höhle betrete, die Hamiltons Schlupfwinkel heißt, hoffe ich, diesen Herrn auch anzutreffen oder zumindest etwas über seine Geschichte zu erfahren. Blöd, wenn es dann wieder nur Raider sind, die einen erwarten. Hoffentlich wirft einen Fallout 4 in eine Welt, die gefüllt ist mit absurden Figuren und kleinen Geschichten.

Fallout 4 - City

Das könnte schief gehen
Mit einer genialen, spannenden und motivierten Hauptquest konnten weder Fallout 3 noch Fallout: New Vegas locken. Als Lone Wanderer dem eigenen Papa oder als Courier dem Benny hinterher zu laufen, war zu Beginn noch ganz lustig. Sobald die Plots dann aber größer wurden, fehlte mir die Motivation, weiter zu spielen. Spätestens, wenn man seinen Papa oder Benny dann auf Hälfte des Hauptplots nämlich findet, verschwand mit der persönlichen Involviertheit (Rache ist ein toller Motivator) auch meine Lust am Hauptplot.
Das Anfangsszenario von Fallout 4 alleine wirkt stark: Dass wir diesmal einen Blick auf die Welt vor der Post-Apokalypse werfen und später als einziger Überlebender zurück in unsere Heimat gehen dürfen, klingt grandios. So richtig mag ich mich aber nicht darauf verlassen, dass die Hauptstory packend bis zum Schluss bleibt. Da ist es vielleicht sicherer, auf interessante Figuren, eine absurde Welt und dynamische Kämpfe zu hoffen.

Über die DLC-Politik ist soweit noch gar nichts bekannt, trotzdem haben mich die letzten Entwicklungen auf dem Spielemarkt das Fürchten davor gelehrt. Obwohl die DLCs der Fallout-Teile bisher isolierte und nur lose verbundene Geschichten erzählten, fürchte ich mich nun davor, dass essentielle Handlungsabschnitte in diese verlagert werden. (Wie jüngst gesehen bei Dragon Age: Inquisition, wo nicht nur der Antagonist des Hauptspiels aus einem Dragon Age II-DLC stammt, sondern das "richtige" Ende des Spiels mal eben in den DLC Trespasser verlegt wurde.)

Und natürlich meine Hauptsorge: Dass es einfach zu gut wird. Zu lang. Zu spannend. Zu witzig. Zu heimelig und schauerlich. Ängste hin oder her: Ich freue mich und ich hoffe, dass ich damit nicht alleine bin.

Welcome Home – der tragende Untertitel ist wahrscheinlich fast ebenso sehr an den Spieler wie an den Protagonisten gerichtet.

Fallout 4 - Sole Survivor

Zum Schluss noch etwas Organisatorisches
Fallout 4 wird in Deutschland am 10. November um 0:01 releast.
Es wird einen pre-load geben, wobei der Zeitpunkt, ab dem man laden kann, noch nicht bekannt ist.

Die Systemanforderungen für den PC laut Bethesda:
Minimal:
Betriebssystem: Windows 7/8/10 (64-Bit-Betriebssystem erforderlich)
Prozessor: Intel Core i5-2300 2,8 GHz/AMD Phenom II X4 945 3,0 GHz oder gleichwertig
Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
Festplattenspeicher: 30 GB freier Festplattenspeicher
Grafikkarte: NVIDIA GTX 550 Ti 2 GB/AMD Radeon HD 7870 2 GB oder gleichwertig

Empfohlen:
Betriebssystem: Windows 7/8/10 (64-Bit-Betriebssystem erforderlich)
Prozessor: Intel Core i7 4790 3,6 GHz/AMD FX-9590 4,7 GHz oder gleichwertig
Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
Festplattenspeicher: 30 GB freier Festplattenspeicher
Grafikkarte: NVIDIA GTX 780 3 GB/AMD Radeon R9 290X 4 GB oder gleichwertig

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22. November 2019 um 22:39 Uhr
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Sparte - Ist das Spiel gut? Wir wissen es noch nicht! Aber wir verschaffen uns einen ersten Eindruck.

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10. November 2015
PLATTFORM
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
Playstation 4
Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.
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