Cities: Skylines - After Dark im Test

(Artikel)
Adrian Knapik, 26. September 2015

Cities: Skylines - After Dark im Test

Gute Nacht

Als im März dieses Jahres Cities: Skylines das Licht der Welt erblickte, war das Genre der Städtebau-Simulationen erschüttert. Sim City löste zuvor mit diversen Problemen einen Skandal nach dem anderen aus und mit Cities kam der erste ernstzunehmende Konkurrent auf den Markt. Durch ein deutlich ausgefeilteres Spielgefühl wurde dem bisherigen Genre-Veteranen der Thron entzogen. Nun, ein halbes Jahr nach dem Release, erscheint das erste Add-On mit dem Namen After Dark und bringt neben dem langersehnten Tageszyklus auch viele andere nützliche Features.

Für 15€ könnt ihr das Add-On euer Eigen nennen. Das Schöne ist: auch ohne dass ihr Geld ausgebt, könnt ihr den neuen Tag-Nacht-Wechsel genießen. Zudem gibt es einige neue Gebäude, ein überarbeitetes Kriminalitäts-System und einige Änderungen an der Benutzeroberfläche kostenlos auf die Hand. Mit der Nacht kommen auch viele neue Kleinigkeiten hinzu, wie Rush-Hours, in denen die Straßen besonders belastet sind, und einen deutlichen Kriminalitätsanstieg zur nächtlichen Stunde. Natürlich gehören dazu auch noch viele Fehlerbehebungen und Verbesserungen, die ich hier aber nicht einzeln aufzählen möchte. Nun zum Teil, für den ihr Cash über die Theke schieben müsst.

afterdark_cityViele geparkte Autos und wenig Verkehr: eure Stadt bei Nacht.

Um den Verkehr in den neuen Rush-Hours weiter entlasten zu können, gibt es nun einen Taxi-Service. Einfach ein paar Taxidepots und Taxistände in die Gegend klatschen und schon nutzen die Bewohner eurer Stadt den sehr beliebten Service. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, große Straßen mit einer Bus- und Taxi-Spur zu verbessern. So haben diese Fahrzeuge immer freie Fahrt und belasten den Verkehr nicht auf den normalen Spuren. Wer gerne eine öko-freundliche Stadt aufbauen möchte, hat nun auch die Möglichkeit Fahrradwege zu bauen. Bewohner werden immer mehr mit dem Fahrrad fahren, je mehr ihr dafür sorgt, dass sie mit ihrem Zweirad auch schnell von A nach B kommen. Ein bisschen enttäuschend ist, dass man wirklich mit der Lupe hinschauen muss, um die Rush-Hours zu bemerken. Der Übergang zwischen den verschiedenen Verkehrsaufkommen ist einfach zu seicht, um konkrete Veränderungen zu bemerken. So hat man tagsüber meist starken Verkehr und in der Nacht schlicht deutlich weniger – aber das reicht aus.

Die Nacht bringt auch eines der lukrativsten Geschäfte der Welt mit ins Spiel: Clubs, Bars und das Nachtleben. So könnt ihr Gewerbebereiche anweisen, sich auf das nächtliche Entertainment zu spezialisieren, wodurch dort auch nachts viel Profit gemacht wird. Um dieses Potenzial voll ausschöpfen zu können, wird der Tourismus als neue Spezialisierung angeboten. Besonders für Städte am Strand lohnt es sich, diese Richtung einzuschlagen, da ihr damit so viel Geld scheffeln könnt, dass die fünfzig Kamine in eurer neuen Bürgermeister-Villa mit dem Verbrennen nicht hinterher kommen. Um den Touristen auch eine gute Anfahrt zu gewähren, habt ihr nun auch die Möglichkeit einen internationalen Flughafen zu bauen. Aber auch Kriminelle werden vom Tourismus und dem Nachtgeschäft angelockt, deswegen könnt ihr nun auch Gefängnisse bauen, in die Verbrecher direkt eingebuchtet werden. Wo aber bei den Entwicklern nicht ganz zu Ende gedacht wurde, sind die ganzen Ortschaften ohne richtigen Strand. Wenn man solch eine Landschaft gewählt hat, besitzt man aus finanzieller Sicht schlichtweg viel mehr Nachteile aufgrund der fehlenden Möglichkeit, großen Tourismus aufzubauen. Ein Terraforming-Tool wäre hier klasse gewesen!

afterdark_sonnenuntergangMeine Kleinstadt bei Sonnenuntergang.

Auch die Grafik wurde mit dem neuen Update besonders im Punkt Beleuchtung aufgehübscht. Besonders die Sonnenauf- und Untergänge lassen einem den Sabber aus dem Mund fließen. Wenn die minuziös errichtete Stadt majestätisch im Vordergrund steht, die Einwohner langsam erwachen und im Hintergrund die Sonne stetig aufsteigt, sieht das einfach nur atemberaubend aus. Auch Dinge wie die nächtliche Beleuchtung der Stadt selbst sind hervorragend gelungen. Gerade durch den Fokus-Effekt, der nahe gelegene Gebäude fokussiert und anderes unscharf stellt, gewinnt Cities: Skylines noch einiges an Flair.

Wie lange habe ich darauf gewartet, endlich meine Stadt bei Nacht zu sehen, bei stimmungsvoller Beleuchtung, mit regem Nachtleben... Cities: Skylines – After Dark ist ein hervorragender Zusatz zu einem ohnehin schon fantastischem Spiel und es lohnt sich zu hundertprozentig, sich dieses Add-On zuzulegen. Nur, verdammt nochmal, bringt endlich ein ordentliches Terraforming-Tool, damit ich wieder andere Karten außer Strand-Landschaften spielen kann!

Cities: Skylines – After Dark wurde auf dem PC (Windows 10 64-bit, 8 GByte RAM, Intel Core i5-4670, AMD Radeon R9 270X) getestet. Ein Testmuster wurde uns von Paradox Interactive zur Verfügung gestellt.

Cities: Skylines - After Dark

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Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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20. September 2019 um 22:47 Uhr
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