Angespielt: In Between

(Artikel)
Benjamin Strobel, 10. August 2015

Angespielt: In Between

Gravity-Plattformer mit bewegender Geschichte

In Videospielen ist Sterben etwas ganz Normales. Trotzdem kommt es selten vor, dass Spiele sich mit dem Thema Sterben selbst beschäftigen. Anders bei In Between: Der Gravity-Platformer zeigt einen Protagonisten mit Lungenkrebs, der die fünf Phasen des Sterbens durchlebt.

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Auf den ersten Blick scheint In Between kaum anders als andere Genre-Vertreter. Das Platforming-Gameplay erinnert mit einer Mischung aus Puzzlen und Anforderungen an spielerisches Geschick schnell an Spiele wie VVVVV oder Super Meat Boy. Die Spielfigur muss sicher durch fallengespickte Levels navigieren und unbeschadet das Ende einer jeden Stage erreichen. Abgründe, schwere Objekte, Stachelfallen und andere Gemeinheiten töten bei Berührung. Dabei kann man jederzeit die Gravitation so verändern, dass man auf dem Boden, der Decke oder den Wänden läuft.

Aber das ist nicht alles: mit jeder Phase des Sterbens führt das Spiel ein passendes Spielelement ein, das die dazugehörigen Levels einzigartig macht. Die fünf Phasen Verleugnung, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz haben jeweils 11 Level und steigern sich in der Schwierigkeit. Als ich In Between anspiele, kann ich nur selten ein Level auf Anhieb lösen, was ein Zeichen für einen gesunden Schwierigkeitsgrad ist. In der ersten Phase des Sterbens tappt unsere Figur noch im Dunkeln. Dies drückt sich spielerisch durch Dunkelheit aus, die vom Bildschirmrand immer näher zur Figur aufrückt, solange man ihr den Rücken kehrt. Erst wenn man der Dunkelheit entgegen tritt, weicht sie wieder zurück und gibt den Blick auf das Level frei. In der Zorn-Phase dagegen bekommt man es mit roten, pulsierenden Objekten zu tun, die bei Berührung sofort töten. Man muss viel Geduld beweisen und sie mit dem richtigen Timing umgehen, um weiter zukommen. So hat jede Phase einen bestimmten Stil und distinkte Mechaniken, die man in den anderen jeweils nicht wiederfindet.

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Das Artdesign des Spiels ist dunkel und beklemmend, aber gleichzeitig sehr kunstvoll. Die schwarze Hauptfigur mit Lungenkrebsdiagnose erzählt ihre Geschichte aus dem Off (toller Synchronsprecher!), während man spielt. Zwischen den Phasen des Sterbens gibt es kurze Abschnitte, die Episoden aus dem Leben der Figur erzählen und das Spielerlebnis schon nach kurzer Zeit sehr emotional machen.

In Between legt besonders viel Wert auf Story und Präsentation - für das Genre eher ungewöhnlich. Auch wenn das Gameplay wenig Neues zu bringen scheint, weckt die Geschichte bei mir Interesse am Spiel. In Between erscheint bereits am 21. August für den PC und soll 2016 für mobile Plattformen und Konsolen portiert werden. Ich bin sehr gespannt und das dürft ihr auch sein! Ben

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19. April 2021 um 05:15 Uhr
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RELEASE
21. August 2015
PLATTFORM
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.

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