Angespielt: Shiness

(Artikel)
Haris Odobaši?, 05. August 2015

Angespielt: Shiness

Ambitioniertes Indie-JRPG aus Frankreich

Wenn man Shiness zum ersten Mal sieht, glaubt man gar nicht, dass hier nur ein kleines Team von gut zwanzig Menschen dahinter steckt - und nicht etwa das große japanische Superstudio. Denn Spielwelt, Charakterdesign und nicht zuletzt der optische Gameplayeindruck ergeben zusammen eine unheimlich ansprechende Mischung, der man gar nicht anmerken würde, dass Shiness noch vor ein paar Jahren nicht mehr als ein Hobbyprojekt war. Doch nach gut zwei Jahren des kostenlosen Entwickelns, haben sich die Köpfe hinter dem Spiel an eine Kickstarter-Kampagne getraut. Fast 140.000 $ später bauten sie aus dem Hobby eine richtige Firma mit Fokus auf Shiness. Das sieht man in der Gameplay-Demo auf der Gamescom auch: das Spiel machte schon einen sehr fortgeschrittenen Eindruck.

Die Demo war bisher nur den Backern des Spiels zugänglich. In der Demo geht man mit Hauptheld Chado auf die Suche nach seinem Kumpel Poky, welcher, nachdem ihr Luftschiff in Turbulenzen geraten war, spontan beschloss, lieber zu springen als abzustürzen und deswegen von euch wieder aufgesammelt werden muss.

shiness-chado-quest-gamescom-2015

Die Entwickler beschreiben Shiness als Mix zwischen Kampf- und Rollenspiel. Eine große Welt zum Erforschen wartet auf euch mit einem anspruchsvollen Questdesign, welches nicht nur mehrere Lösungsmöglichkeiten bietet, sondern gerne auch mal an die unterschiedlichen Ansätze eigene Quests hängt. Ein konkretes Beispiel: man soll einem Farmer helfen, weil Monstergetier seine Ernte frisst. Jetzt kann man diese Futterdiebe also verkloppen und sie sich damit zu Feinden machen und im späteren Verlauf des Spiels weitere Quests triggern, oder man untersucht, wieso sie überhaupt diebisch geworden sind, und hilft diesen Tierchen, ihr eigenes Problem zu lösen, wodurch sie einem freundlich gesinnt werden. Wie man Quests löst, hat dabei auch direkten Einfluss auf den Charakter und seine Affinität zu den Elementen im Spiel. Wer die gewaltsame Route wählt, stärkt seine Feueraffinität und richtet entsprechend mehr Schaden an. Je nach Elementaffinität öffnen sich neue Türen und andere schließen sich: manche Figuren reden zum Beispiel nur mit euch, wenn ihr einem bestimmten Element stark genug zugeneigt seid.

Kommt es zum Kampf, sieht man direkt, wie die Inspiration aus dem Beater-Genre wirkt. Natürlich kann man zaubern und Spezialattacken abfeuern, wie man es in einem Rollenspiel erwarten würde. Doch im Echtzeitkampf gibt es auch fette Nahkampfaction mit Kombos, Kontern und Co. - wie in einem guten Kampfspiel eben. Mir hat es beim Zuschauen schon in den Fingern gejuckt, denn appetitlich sah das Monstergekloppe definitiv aus. Ich habe den Eindruck, dass das Spiel mit der Qualität des Kampfsystems steigen oder fallen wird.

shiness-chado-kampf-rpg

Was mich besonders überzeugt, ist das Design des Spiels und der Welt. Alleine schon das Universum wirkt spannend. Wenn man so über saftige Wiesen rennt, fühlt man sich an einen Titel wie Xenoblade erinnert, im Hintergrund sieht man fliegende Inseln im Himmel und die Lust kommt auf, diese zu besuchen – was im Spiel möglich sein wird. Aber die Entwickler haben sich nicht nur Mühe gemacht, optisch ein schöne und einzigartige Welt zu entwerfen, sondern auch gleich eine eigene Sprache nachgeworfen, an der zwei Jahre lang gearbeitet wurde. Mit eigenem Grammatiksystem, mit mehr als 10.000 Wörtern Vokabular, klingt rein aural wie ein Mix aus Französisch und Japanisch und liegt durchaus angenehm im Ohr.

Shiness hat bei mir definitiv den richtigen Ton getroffen. Eigentlich bin ich skeptisch bei Rollenspielprojekten aus dem Westen, die versuchen JRPGs zu emulieren, doch hier scheint man dieser Ambition tatsächlich würdig werden zu können. Der Genremix und die Welt sind einladend und mit 50 Stunden Spielzeit verspricht Shiness auch eine schön lange Spielerfahrung zu bieten. Anfang nächsten Jahres soll es für Xbox One, PS4 und PC los gehen. Ein Geheimtipp, den ihr euch auf jeden Fall vormerken solltet. Haris

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09. Dezember 2019 um 12:33 Uhr
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