Luftrausers im Test

(Artikel)
Paul Rubah, 30. Juli 2015

Luftrausers im Test

Tausend Explosionen pro Pixel

WIR WERDEN ANGEGRIFFEN! Story vorbei. Das ist Luftrausers, eine Arcade-Titel in Game-Boy-Optik, der spielerisch gar nicht so weit weg ist von Asteroids. Nur dass die Asteroiden hier zurück schießen und man sich fragt, was bei all den Explosionen auf dem Bildschirm überhaupt ab geht.


Luftrausers spielt man mit drei Richtungen und einer Taste. Drehen, Gas geben, ballern. Das ist alles, was ein Flugzeug braucht! Wir sind schließlich echte Kerle! Echte, simple Kerle! Oder echte, simple Frauen! Aber dann funktioniert mein geflügeltes Wort nicht mehr, also sind heute auch mal die Frauen echte, simple Kerle!
Fortan begeht der geübte Rauser-Pilot einen kleinen Genozid an der feindlichen Armee. Das ist aber okay, denn die sind absolut unfair und voll in der Überzahl. Die haben kleine Jets, große Jets, RICHTIG große Jets, Raketen, U-Boote, Schlachtschiffe, Kriegs-Zeppeline (wahrscheinlich ein paar Kirov-Leihgaben von den Russen) und mehr. Der Luftraum ist VOLL von übergroßen Patronen, die nach alter Schule selbstverständlich wie Lasergeschosse aussehen, und zielsuchende Kurzstreckenraketen kleben dem Flieger kontinuierlich an den Backen. Luftrausers ist kein Spiel für jemanden, der sich leicht überfordern lässt.

Trotz der einfachen Steuerung bedarf Luftrausers ein wenig Übung. Klar, man kann geradeaus fliegen und dabei immer stur ballern - allerdings wird einem dabei schnell der große Wendekreis auf den Zeiger gehen. Was tun? Maschine aus, umdrehen, beschleunigen! Wie eine Viper II in Battlestar Galactica, kann der Rauser in 0,35 Sekunden wenden und schnurstracks in eine andere Richtung düsen. Zickzack-Flüge, um die gar nicht so doofen Zielsysteme der CPU zu verwirren, sind hier an der Tagesordnung. Manchmal kann es sich auch lohnen, kurz ins Wasser zu tauchen oder in der Wolkendecke zu verschwinden. Das tut zwar weh, aber der Rauser verfügt über eine automatische Reparatureinheit.

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Die automatische Reparatur und die Waffensysteme teilen sich nur leider eine Energiequelle. Da heißt es: Entweder feuern oder reparieren. Das kann in Sekundenbruchteilen zu mordswichtigen Entscheidungen führen. Ballere ich aus allen Rohren und erledige den Zerstörer, bevor er mich mit der nächsten Salve erwischt? Oder stelle ich das Feuer ein, um mit der zusätzlichen Energie den Angriff knapp zu überleben? Natürlich kann einen auch einfach die Gier packen, denn man will ja den guten Zwanzigfach-Multiplikator nicht verlieren. Mit jedem getöteten Feind steigt der Zähler um eine Stufe und bringt einem so mit jeder geklatschten Fliege mehr Punkte aufs Konto. Und dann wird man doch zu gierig und die Playsession von wenigen Minuten oder gar Sekunden ist mal wieder vorbei. Alles von vorne! Dabei bleibt das Spiel aber immer fair - wenn der Rauser das Zeitliche segnet, dann ist es immer Schuld des Spielers.

Der große Wiederspielwert kommt nicht nur vom enormen Schwierigkeitsgrad, sondern auch von den vielen Loadout-Möglichkeiten. Die muss man nach und nach freispielen, was etwas nerven kann. Kann man als Motivationsquelle sehen, aber meiner Meinung nach ist das einfach nur unnötige Schikane.
Wie dem auch sei: Neben der Gatling gibt es Laser, Raketen oder Shotguns. Die Rüstung lässt sich verstärken, man kann sie im Tausch für Immunität gegen Kollisionen schwächer machen oder in eine Atombombe verwandeln. Den größten Einfluss hat wohl der Antrieb: Ob der Turboboost mit schlechten Wende-Eigenschaften, der U-Boot-Motor oder der geniale Maschinengewehr-Antrieb - summa summarum gibt es über hundert Loadouts, mit denen man auf Highscorejagd gehen kann. Und jeder Teil hat auch noch nuancierte Einflüsse auf den Soundtrack!

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Und letzten Endes fühlt sich Luftrausers einfach nur gut an. Wenn ich wie eine Ballerina durch den Kugelhagel tänzele, reihenweise Flieger aus dem Himmel hole und mit einer knapp überlebten Kamikaze-Attacke ein Schlachtschiff auf den Meeresboden schicke, dann grinse ich einfach nur permanent. Dabei ist Luftrausers zwar kein Spiel für dauernd, aber durchaus für zwischendurch. Kurze Pause nötig? Ab ins Cockpit und raus!

Luftrausers wurde auf dem PC getestet. Für den Test hat sich der Redakteur das Spiel selbst gekauft.

Luftrausers

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A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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12. November 2019 um 10:22 Uhr
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18. März 2014
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