Hyperdimension Neptunia U im Test

(Artikel)
Haris Odobaši?, 11. Mai 2015

Hyperdimension Neptunia U im Test

Neptune trifft auf Senran Kagura

Erlösung! Nachdem ich mir nach nicht nur einem sondern zwei ganzen Monaten ohne neues Neptunia-Spiel schon anfing Sorgen zu machen, hat Idea Factory International endlich die Gebete der Fans erhört und bringt mit Hyperdimension Neptunia U: Action Unleashed ein neues Spiel. Doch wie der Name schon andeutet, haben wir es nicht mit einem Spiel der Hauptreihe zu tun, sondern mit einem Spinoff, an dem auch wieder ein neuer Entwickler mitwirken darf. Beim letzten Spin-Off, Hyperdevotion Noire, klappte das ja vorzüglich und brachte uns das bisher beste Neptunia-Spiel. Kann auch dieses Mal der frische Wind ein gelungenes Spiel zusammenwirbeln?

Ich muss mich für dieses Review ausdrücklich bei der GDL und der Deutschen Bahn bedanken, denn nur ihre gemeinsamen Bemühungen haben es mir ermöglicht, dieses Review so früh fertig zu stellen. Danke!
Auch wie beim anderen Spin-Off, Hyperdevotion Noire, ist die Story mal wieder vollkommen abgekapselt von allen anderen Spielen. Dieses Mal übernehmen Famitsu und Dengekiko eine große Rolle - Personifikationen der zwei großen japanischen Videospielmagazine Dengeki und Famitsu, die die CPUs bei ihrem alltäglichen Arbeiten beobachten wollen, um Artikel über sie zu schreiben. Ziemlich passend, dass gerade zu diesem Zeitpunkt eine ganze Flut von Quests das Land überhäuft und die CPUs entsprechend Tausende von Monstern zu kloppen haben.

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Denn ja, hier gilt es wirklich unzählige Feinde zu zermatschen. Statt, wie die bisherigen Neptunia-Spiele (Producing Perfection mal ausgenommen), in die übliche RPG-Schiene zu fallen, hat man es dieses Mal mit einem um einiges actionlastigeren Gameplay zu tun, das oberflächlich an Dynasty Warriors erinnert und im Detail an Senran Kagura: Shinovi Versus. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, hat doch Tamsoft bei der Entwicklung mitgewirkt, die eben auch hinter Senran Kagura stecken.

Im Klartext heißt es also: simples Buttonmashing mit zwei Schlagknöpfen, die zu einfachen Kombos zusammengestrickt werden können. Mit diesen metzelt man Gegnerhorden - es sind gerne auch mal gut 50 gleichzeitig auf dem Bildschirm -, während der Kombometer unaufhaltsam in die Höhe schnellt. Das ist eingängig und macht Laune, denn seien wir mal ehrlich: Kombos im dreistelligen Bereich und die Stärke, die einem damit vermittelt wird, machen einfach süchtig.

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Aber auch wenn vieles an Senran Kagura erinnert, gibt es auch einige neue Elemente: zum Beispiel ein Tag-Team-System, bei dem sich zwei Figuren im Kampf abwechseln können. So kann sich eine Kämpferin immer ausruhen, um Leben und Spezialpower aufzuladen, während die andere ordentlich bei den Gegnerhorden die Kombos auspackt. Allerdings ist es schade, dass nicht mehr aus der Mechanik gemacht wird. So was wie Teamangriffe gibt es nur im begrenzten Maße und eigentlich weckt die Mechanik nur das Begehren nach einem richtigen Coop-Modus mit anderen Spielern. Da kann man höchstens auf den Nachfolger hoffen, der schon für Japan angekündigt ist und vier Kämpferinnen gleichzeitig auf den Bildschirm zaubern soll.

Dass Tamsoft hier ihre Finger im Spiel hatten, merkt man auch an einem besonders reißerischen Element: der zerstörbaren Kleidung. Viel Kloppe bedeutet, dass euch die Lumpen vom Leib fetzen, bis die Figuren in kaum mehr als Unterwäsche dastehen. Netter Nebeneffekt ist, dass ihr entblößt stärker prügelt, aber gleichzeitig auch mehr Schaden einsteckt, da doch immerhin eine Schicht polsternder Baumwolle fehlt. Wobei die Darstellung niemals ganz so übertrieben ist, wie in den Spielen mit den Senrans - eine Komplettentblößung findet nicht statt.

Aber durch die mechanische Nähe hat man durchaus auch die Probleme der fanservicelastigen Shinobi-Spiele geerbt: das Kampfsystem, so spaßig es auch ist, wird schnell eintönig. Dazu kommt ein eher geringer Herausforderungsgrad -- selbst Bossgegner bläst man mit einer Spezialattacke weg --, weswegen das Spiel einen niemals komplett in seinen Bann zieht. Erst im Post Game nach der Story konnte ich mal eine Mission nicht beim ersten Versuch beenden. Das hatte aber vor allem damit zu tun, dass ich mich maßlos überschätzt hatte und mit zwei Level-60-Charakteren eine Mission mit Level-99-Empfehlung machen wollte.

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I never asked for this.

Die Entwickler haben hier versucht mit mehr Abwechslung in den Missionen gegenzusteuern, wobei es nicht nur gilt, stumpf zu kloppen, sondern auch kleinere Rätsel zu lösen. So muss man in einem Auftrag nur Gegner einer bestimmten Farbe vernichten. Es gibt aber zu wenige dieser Aufgaben, während auch das Drumherum nicht viel Potenzial für Ablenkung bietet. Die RPG-Elemente wirken wie draufgetackert und spaßige Zusatzszenen mit den CPUs und ihren Schwestern sind viel zu selten.

Das ist sehr schade, denn wie gewohnt sind die geschriebenen Inhalt echte Highlights. Die Interaktionen zwischen den CPUs, ihren Schwestern und den zwei Spielejournalistinnen werden allen, die mit Spiele- und Animekultur halbwegs vertraut sind, Freudentränen ins Gesicht zaubern - auch wenn die Lokalisierung hier qualitativ an der einen oder anderen Ecke marginal unter den anderen Spielen liegt. In den Credits liest man bei den Übersetzern ein paar neue Namen, das könnte es erklären.

Böse Zungen könnten Hyperdimension Neptunia U vorwerfen, nur ein Palette Swap von Senran Kagura Shinovi Versus zu sein. Doch zum Glück findet das bisher ungewöhnlichste Neptunia-Spinoff schnell einige Alleinstellungsmerkmale, während das Drumherum einfach unverkennbar Nep-Nep bleibt. Auch wenn qualitativ die RPG-Ableger besser sind und Serieneinsteiger lieber zu diesen greifen sollten, hat man hier schönes Fanfutter für die Wartezeit auf Re;birth 3. Und das süchtig machende Combo-Gameplay dürfte auch Senran-Kagura-Spieler locken, die sich hier über mehr Abwechslung freuen dürfen, als in Tamsofts sonstigen Spielen. Haris

Hyperdimension Neptunia U: Action Unleashed wurde auf der PS Vita getestet. Ein Testmuster wurde uns von Idea Factory International zur Verfügung gestellt.

Hyperdimension Neptunia U: Action Unleashed

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

Kommentare

Ben
12. Mai 2015 um 09:03 Uhr (#1)
Eltern werden verwirrt sein, wenn es im Regal steht: Ist es nun ein Wii U Spiel oder nicht?
Rian
12. Mai 2015 um 11:21 Uhr (#2)
Das ist kein U, sondern ein Magnet, der verdeutlichen soll, wie anziehend die Mädchen doch sind.
Gast
19. November 2019 um 20:13 Uhr
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RELEASE
22. Mai 2015
PLATTFORM
PS Vita
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