Super Mario Land 2: Six Golden Coins

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 05. Mai 2015

Super Mario Land 2: Six Golden Coins

So macht man Mario auf dem Game Boy

Der Gameboy. Er hat sich lange gehalten. Als das NES in den Ruhestand ging und die Heimkonsolenfackel an das SNES weitergab, blieb uns der graue Klotz für unterwegs erhalten. Die Spiele mussten nun nicht mehr mit den 8-bit-Kreationen mithalten, sondern bekamen jetzt gehörigen 16-bit-Input zu spüren. Und nirgends ist dieser Wechsel offensichtlicher als bei Super Mario Land 2. Denn während Teil 1 sich wie ein kleines Super Mario Bros. spielte, fühlte sich der Nachfolger mehr wie ein kleines Super Mario World an. Und das ist sooooooo guuuuuut.

Nach seinem Abenteuer in Saralashalashaska Land und der Rettung von Prinzessin Daisy, will Mario nichts lieber tun, als es sich in seinem eigenen Schloss auf seiner eigenen Insel gemütlich zu machen, weil natürlich hat Mario eine Insel mit Schloss, was dachtet ihr denn? Aber da wird so schnell nichts draus, denn während seiner Abwesenheit hat sich einfach mal sein böser Bruder Wario den ganzen Laden unter den Nagel gerissen. Damit die Hausbesetzung ein Ende hat, muss Mario erst mal die Tür öffnen und das geht nur mithilfe der sechs goldenen Münzen, die in den verschieden Bereichen der Insel untergebracht sind. Zeit für noch mehr Hüpfen, Sammeln und jede Menge Spaß.

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Der Aufbau von Super Mario Land 2 ist bis heute einzigartig im Franchise. Anstatt, wie üblich, die Welten nacheinander durchzugehen, hat man hier von Anfang an die freie Auswahl, etwa wie bei Mega Man. Und unterschiedlicher könnten diese Welten, pardon, Zonen nicht sein. Von der Tree Zone, die mit Insektenthematik daher kommt, über die Pumpkin Zone mit Gruselflair, bis hin zur Macro Zone, in der Mario geschrumpft wird, ist alles dabei. Kleiner Favorit: Die Mario Zone, die in einer großen Statue des Klempners spielt. Das Level, welches in seinem Schritt plaziert ist, ist übrigens voller Kugeln und Bälle. Das war hoffentlich nur ein Zufall. Untermalt ist jede Zone von ihrer ganz eigenen Musik, die man einfach lieben muss.

Die Level selbst sind so gesehen auch etwas Besonderes. Sie bestehen aus einer großen Karte anstatt aus mehreren Segmenten. Das heißt im Klartext, dass eine Röhre nicht zu einem neuen Segment für den Untergrund-Teil wechselt, sondern im selben Segment einfach weitergemacht wird. Lediglich für Bosskämpfe wird ein unabhängiger Spielteil geladen. Die Level können dabei sowohl klassische, lange Korridore sein, die in einem Ausgang enden, oder man muss im Level immer weiter nach oben klettern, bis man zum Ziel kommt. Wie im Vorgänger gibt es am Levelende auch ein Bonusspiel - diesmal wird es ausgelöst, indem man die Glocke über dem Ausgang läutet. Eine weitere kleine Änderung findet sich in den Münzen. 100 Münzen sind diesmal kein Extraleben, dafür muss man 100 Gegner besiegen. Die Münzen sammelt man für ein kleines Slotmachine-Haus, in dem man Extraleben und Powerups sammeln kann. Als neues Powerup gibt es eine Karotte, mit der Mario Hasenohren bekommt. Und, wie jeder weiß, kann ein Hase mit seinen Ohren flattern und somit langsamer fallen. Ich mag's.

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Alle Münzen gesammelt? Gut, das heißt ihr habt die Bosse besiegt, die schön unkreativ alle mit drei Treffern das Zeitliche segnen. Also auf zum Schloss und Wario rausschmeißen. Leichter gesagt als getan. Dieses Level ist die Hölle. Eigentlich gibt es keine Stelle, die besonders schwer ist, doch man muss dieses überlange und nicht so leichte Level ohne zu Sterben schaffen, da es keinen Checkpoint gibt. Und dann noch der Bosskampf gegen Wario, der aus drei Phasen besteht. Es gibt wohl kaum etwas Frustrierenderes, als in der letzten Wario-Phase zu verrecken, um dann das GANZE LEVEL noch mal durchspielen zu müssen. Sammelt Leben, bevor ihr euch daran wagt, denn im Falle eines Game Overs gehen die goldenen Münzen flöten und ihr müsst wieder alle Zonenbosse besiegen. Doch wenn ihr es schafft, dann fühlt sich das sooooooo gut an. Eines der größten Erfolgserlebnisse meiner Spielerjugend.

Es ist schon erstaunlich, wie gut Super Mario Land 2 die Jahre überstanden hat. Die offene Insel gefällt mir sehr gut, hängt man irgendwo fest, kann man einfach eine andere Zone ausprobieren. Das Leveldesign enthält auch keine Copypasta-Module mehr, jede Ecke ist einzigartig und gepaart mit Ohrwürmern ergibt das einen Klassiker für den Game Boy. Zwar hält sich der Schwierigkeitsgrad die meiste Zeit moderat, aber da man die Zonen in beliebiger Reihenfolge durchlaufen kann, tut sich eine deutliche Kluft zum letzten Level auf. Das ist dann auch schon der erste und letzte Mangel. Wenn ihr das Modul noch habt, packt es ruhig wieder aus. Allen anderen hilft der eShop auf dem Nintendo 3DS aus. Es lohnt sich. Torsten

Super Mario Land 2: 6 Golden Coins

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

Kommentare

Ben
06. Mai 2015 um 10:31 Uhr (#1)
Ich habe maximale Nostalgie für dieses Spiel. gemeinsam mit Link's Awakening war es mein erstes Spiel auf dem Game Boy. Weil Zelda damals zu schwer war, habe ich Six Golden Coins 10-20 Mal durchgespielt.

Dann war ich alt genug für Zelda.

PS: Lieblingsboss: Die drei Schweinchen.
Gast
21. Oktober 2019 um 19:59 Uhr
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Spiele des Artikels

RELEASE
28. Januar 1993
PLATTFORM
Game Boy
Plattform
Nintendo 3DS
Plattform

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