Tower of Guns im Test

(Artikel)
Benjamin Strobel, 23. April 2015

Tower of Guns im Test

Grüße aus der First-Person Bullet Hell

Tower of Guns braucht nicht viel Erklärung. Es ist ein schneller Egohooter mit vielen Gegnern. Level, Bosse und Power-Ups werden zufällig zusammengewürfelt und wenn man nicht stirbt, kann man das Spiel in einer Stunde durchspielen. Korrektur: Falls man nicht stirbt. Denn Tower of Guns ist gar nicht so leicht.

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Kein Spieldurchgang ist wie der andere, auch wenn man einige Versatzstücke wiedererkennt. Raum für Raum bewegt man sich durch Level, die nur wenige Minuten dauern. Betritt man einen neuen Abschnitt, weiß man nicht, was einen erwartet. Lugt man vorsichtig durch die Tür, kann man zwar erahnen, wie die Räumlichkeiten aufgebaut sind, aber Feinde gibt es nicht zu sehen. Erst wenn man den mutigen Schritt über die Schwelle wagt, spawnen die Horden, während hinter einem die Tür ins Schloss fällt. Typischer Anblick eine Sekunde später: Zwanzig Kanonen, die auf einen gerichtet sind und überabzählbar unendlich viele Kugeln, die unterschiedlich schnell, aber mit hoher Gewissheit zu einem unterwegs sind. Ough! Nicht lang fackeln, Flucht nach vorn!
Denken und Handeln kann bei Tower of Guns nicht in der intendierten Reihenfolge durchgearbeitet werden. Bestenfalls lassen sich beide Prozesse parallelisieren - wenn ihr das hinbekommt, seid ihr gut! Man muss einfach wissen, was man tut, bevor man es tut! Die Tür in jedem Raum, die den Ausgang markiert, ist selten gut ausgeschildert, so muss man manchmal mehr als eine Runde um den Kugelhagel tanzen, bis man die erlösende Öffnung erspäht und sich einmal mehr mit Ach und Krach durch sie hinfort rettet, nur um von einer Kralle des Teufels in die nächste geworfen zu werfen.

Verschnaufpausen sind selten.

In Tower of Guns lebt man nach dem Spruch: Schlafen kannst du, wenn du tot bist! Diese Bedingung tritt meist nach wenigen Minuten ein, weshalb die Entwickler es auch als perfektes Spiel für die Mittagspause anpreisen. Man kann zwar in die Horden zurückballern, aber es macht selten Sinn, ein Areal komplett von Feinden zu säubern. Unterm Strich verliert man dabei mehr als man gewinnt. Trotzdem kann es helfen, den Kugelhagel hier und dort zu retournieren: Feinde lassen Energie-Orbs, Geld und Erfahrungspunkte für die Waffe fallen. Freut euch aber nicht zu früh: Treffer reduzieren nicht nur Lebensenergie, sondern fordern auch Waffen-XP zurück, sodass bereits gewonnene Level und erhöhte Stärke so flüchtig sind wie heiße Fürze. Das Geld schleppt man derweil zumeist mit ins Grab, es sei denn, man hat im Eifer das Gefechts den kühlen Kopf, an vereinzelten Stellen Halt zu machen und zufällig platzierte Items für feste Beträge einzukaufen. So kann man sich zum Beispiel einen Doppelsprung (bis zu Trippel-, Qudrupel-, Quintupel- und es-geht-so-weiter-Sprung), Panzerung für mehr Einstecken oder Handschuhe für mehr Auspacken verdienen.

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Am Ende einer jeden Odyssee wartet einer von zahlreichen Bossen. Hier ist weniger eine gute Strategie gefragt, als katzenartige Reflexe und jede Menge Glück. In der Regel fliegen Bosse wie fette Blobs durch die Luft und feuern aus allen Ritzen, bis das Spiel ruckelt wie ein Epileptiker auf 'nem Rave. True Story. Es ist nicht so schlimm wie es klingt und gehört irgendwie auch zum Spielgefühl. Wenn die einzelnen Frames fühlbar werden, weiß man: Fuck, ich sitze tief in der Scheiße! Das Spiel hat keinen Fail-Safe für zu viele Feinde und platziert sie manchmal so unglücklich und übermäßig zahlreich, dass es unter der Polygonlast des Kugelhagels zusammenbricht. Während des Testens ist das Spiel aber nur einmal abgestürzt, das werte ich als Pluspunkt!

Tower of Guns heißt übrigens nicht nur so, weil ständig ein Arsch voll Kanonen in eure Richtung feuert, bis euch das Heck qualmt. Euch stehen gleichermaßen zahlreiche Waffen zur Verfügung, pro Spieldurchlauf muss man sich allerdings für eine entscheiden - mit der Restriktion, dass alle bis auf zwei erst freigespielt werden müssen. Tatsächlich spielen sich die Waffen recht unterschiedlich: einige sind langsam und machen viel Schaden, andere bieten Dauerfeuer, aber hauen nicht so rein. Interessiert man sich für neue Wummen, verrät das Spiel auch, was zu tun ist: Schaffe ein Level in einer bestimmten Zeit, besiege riesige Mengen von Feinden oder werde in einem Level nie getroffen. Stück eines Kuchens! So bietet Tower of Guns kleine Challenges, die, wenn ihr sie schafft, das Spiel wieder etwas auffrischen.

Oha, der Mann vom Dpad schreibt "auffrischen". Das klingt ja nicht so gut. Ist Tower of Guns etwa gammelig? Auf keinen Fall. Tower of Guns ist herausfordernd und kurzweilig, aber es bietet seinen Spaß in einem wirklich begrenzten Rahmen. Die Levelbauteile wiederholen sich irgendwann und die Menge an Feinden ist begrenzt. Man muss sich zwar auf immer neue Kombinationen einstellen, aber aus diesen Vorgaben bewegt es sich nie heraus. Ich gebe den Entwicklern recht: Es ist ein nettes Spielchen für die Mittagspause. Ben

Tower of Guns

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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22. September 2019 um 00:03 Uhr
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