Angespielt: Toxikk

(Artikel)
Adrian Knapik, 19. April 2015

Angespielt: Toxikk

Schießen wie damals

Lange ist es her, als mir das letzte Mal ein typischer Arena-Egoshooter zwischen die Finger kam. Die typischen Genre-Vertreter Quake und Unreal Tournament lassen lange nichts mehr von sich hören und so langsam baute sich wieder mein Verlangen nach einem solchen Titel auf – und plötzlich kommt das deutsche Entwicklerstudio Reakktor Studios mit Toxikk um die Ecke, welches sich gerade in der Early-Access-Phase befindet. Da musste ich doch glatt reinschauen.

Nostalgisch
Ein Shooter, der nicht im Geringsten einem Battlefield oder Call of Duty ähnelt? Und das in der heutigen Zeit? Mit dem Spielgefühl eines klassischen Arena-Shooters möchte Toxikk sich von den aktuellen Erfolgsshootern abheben. Nicht umsonst lautet der offizielle Werbespruch "Frag like it’s 1999" - eine deutliche Anspielung an die ersten Serien-Vertreter von Quake und Unreal Tournament und auch gleichzeitig die klare Ansage: Hier wird’s klassisch! Kleine Maps, keine Lebensregeneration, ein sehr schnelles Spiel und keine langen Pausen sind das Aushängeschild.

toxikk_vertikalDie Maps haben einen logischen Aufbau und sind schön gestaltet. Durch die vielen Ebenen ist man außerdem ständig in Bewegung.

Der Early-Access-Inhalt umfasst im Moment einen Multiplayer und ein sogenanntes Boot Camp, in dem man auf allen Karten in allen Spielmodi gegen Bots antreten kann – also im Prinzip der letzte Ausweg, wenn man online mal wieder auf die Schnauze bekommen hat und seine Wut an der leicht eingestellten KI los werden möchte. Im Profil kann man außerdem das Aussehen des Charakters verändern. Dafür stehen verschiedene Farben und Akzente und eine kleine Auswahl an Rüstungen zur Verfügung. Allzu viel kann man aber gar nicht einstellen, denn die Action spielt sich nicht in Loadout-Menüs ab, sondern nur auf dem Schlachtfeld. Deswegen ging's nach etwa drei Minuten Menü-Zeit direkt auf den ersten Online-Server, auf dem ich gnadenlos fertig gemacht wurde.

Trotzdem hatte ich unglaublich viel Spaß. Ich fühlte mich tatsächlich in die alten Zeiten zurückversetzt. Waffen müssen aufgenommen werden und die wenigen Maps, die es aktuell gibt, sind herrlich vertikal aufgebaut. Durch die Doppelsprünge und die Abschuss-Platten kann man die höheren Plattformen erreichen, wodurch sich der Kampf gegen andere Spieler auch oft in die Luft verlagert. Mit der Zeit lernte ich dann auch die Karten kennen und die Spots, an denen die Waffen spawnen, prägten sich so langsam in mein Hirn ein. Mehr Möglichkeiten, als den Umgang mit den Waffen zu lernen und sich die Maps ins Gehirn zu brennen, hat man ja auch nicht, denn Toxikk ist ein rein skillbasiertes Spiel. Sprich: Je besser man spielt, desto besser schneidet man ab. Hier gibt es niemanden mit Level 9000, der einen dann mit seinen freigeschalteten Waffen und Fähigkeiten niederzergt - jeder hat die gleiche Ausgangsposition und dieselben Chancen.

toxikk_charDen eigenen Charakter kann man nur kosmetisch verändern.

Fakten, Fakten, Fakten
Hier kommen die Fakten: Momentan bietet Toxikk eine Auswahl an drei Karten, wovon zwei in den Spielmodi Bloodlust (Deathmatch) und Squad Assault (Team Deathmatch) bespielbar sind und eine im Modus Cell Capture (Capture the Flag). Außerdem werden neun verschiedene Waffen geboten, die sich von der einfachen Pistole über den Flammenwerfer bis zum Raketenwerfer dem Arsenal eines Unreal Tournaments angleichen. Jede Waffe besitzt zudem auch zwei Feuermodi. So kann man etwa mit dem Flammenwerfer Flammen versprühen oder über zwei Sekunden eine massive Feuerkugel aufladen, die dann eine größere Reichweite hat und dafür mehr Zielvermögen verlangt. Auf der großen CTF-Karte findet man zudem auch diverse Fahrzeuge, vom normalen gepanzerten Auto bis zum futuristischen Hoverflugzeug, deren Steuerung gut von der Hand gehen.

Jeder Spieler hat zudem pro Spielmodus noch ein paar Sonderfähigkeiten. So kann man sich im Deathmatch mit einem Tastendruck für einen kleinen Zeitraum unsichtbar machen, wobei man bei besonders genauem Hinsehen noch Luftverwirbelungen sieht, wodurch die Fähigkeit nicht allzu mächtig ist. Im CTF-Modus kann jeder Spieler eine Art Hover-Motorrad herbeizaubern, mit dem man sich schneller fortbewegen kann, falls man sich gerade außerhalb der Basis befindet. Eine Ausdauerleiste über den Lebenspunkten limitiert den Einsatz der Sonderfähigkeiten. Ist sie leer, muss abwarten, bis sie sich langsam wieder regeneriert.

toxikk_cellcapture_fahrzeugAuf größeren Karten kann man sich ein Fahrzeug herbeischnipsen.

Gut für zwischendurch
Die Beschränkungen auf drei Spielmodi und drei Karten mindern dann momentan doch recht zügig den Spielspaß. Wenn man innerhalb zwei Stunden dann zum dritten Mal auf die gleiche Map kommt, wünscht man sich doch sehnlichst ein wenig mehr Inhalt. Das Schöne ist, dass die Entwickler sehr transparent mit den Kunden umgehen, sie über laufende Entwicklungen und kommende Inhalte prima informieren – so hat man zumindest das Gefühl, dass es voran geht. Leider sind derzeit ein Großteil der Online-Server einfach leer, und wenn man mal einen recht gut gefüllten findet, spielt da oft nur der normale Deathmatch-Modus. Ausweichen kann man dann natürlich immer noch auf den Bot-Modus, aber für anhaltenden Spielspaß sorgt auch das nicht.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Wünsche über Features äußern, die meiner Meinung nach im Spiel fehlen. So vermisse ich zum Beispiel einen ordentlichen Killstreak-Ansager, der mit Wumms und Durchschlagskraft dem Spieler seinen Erfolg ins Ohr quetscht – was ist denn bitte befriedigender als nach einem Triple-Kill auch die entsprechende Ansage ins Ohr geschrien zu bekommen? Außerdem würde ich mir mehr Einstellmöglichkeiten in Bezug auf das verfügbare Waffenarsenal wünschen. Beim Spielstart könnte dann etwa der Host alle Waffen abgesehen vom Scharfschützengewehr ausschalten, was sicherlich auch das ein oder andere lustige Match ergeben würde. Lustig wäre es auch noch, wenn man als Host auch an Reglern für Gravitation oder die Schnelligkeit der Spieler drehen könnte.

Toxikk ist echt ein cooles Spiel – momentan das Perfekte für eine Runde zwischendurch. Ich freue mich darauf, die weitere Entwicklung zu verfolgen und werde bestimmt noch einige weitere Stunden Spielspaß haben. Gerade das Kartendesign sticht sehr heraus und passt hervorragend zum restlichen Stil. Adrian

Toxikk wurde auf dem PC getestet. Ein Testmuster wurde uns von Reakktor Entertainment zur Verfügung gestellt.

Kommentare

Talis
Gast
19. April 2015 um 21:52 Uhr (#1)
"Die typischen Genre-Vertreter Quake und Unreal Tournament lassen lange nichts mehr von sich hören"

Das ist so nicht ganz richtig, möchte ich meinen...

siehe zum Beispiel hier:
http://www.pcgames.de/Unreal-Tournament-2015-PC-258710/News/Neue-Pre-Alpha-Build-angespielt-Video-mit-Gameplay-Eindruecken-1152366/

Ich habe sie selbst schon angespielt, es ist echt ;)
Adrian
19. April 2015 um 23:52 Uhr (#2)
@Talis
Ja das stimmt, da hast du recht, das habe ich glatt vergessen :)
Trotzdem ist es auch mal gut, dass sich auch kleinere Entwicklerstudios an das Genre herantrauen. Und bis das neue Unreal auf den Markt kommt, wird bestimmt noch ne ganze Weile vergehen ;)
Gast
21. September 2019 um 07:13 Uhr
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22. Januar 2015
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PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.

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