Trapped Dead: Lockdown im Test

(Artikel)
Adrian Knapik, 05. April 2015

Trapped Dead: Lockdown im Test

Holt mich hier raus

Es klang wie ein interessantes Spiel: ein Zombie-Slasher aus der isometrischen Perspektive mit massig Loot, umherspritzendem Blut und Multiplayer bis zu vier Leuten - was kann dabei schon schief gehen? Trapped Dead: Lockdown zeigt es euch!

Story? Was ist das?
Trapped Dead beginnt ja eigentlich ganz spannend. Man kann sich aus fünf Charakterklassen eine auswählen: Metzger, Exorzist, Assassine, Marshall und Marine. Daraufhin reist man in eine vollkommen mit Zombies infizierte und von der Außenwelt abgeschottete Stadt, wobei jeder Charakter seine Gründe für die Anreise hat. So sucht der Assassine natürlich die Zielperson eines Auftragsmords und der Exorzist will ein Familienmitglied aus der Höllenstadt retten. Um den Multiplayer zu ermöglichen, verfolgen in der "Story" allerdings alle Klassen dieselben Aufgaben.

trapped_uhEin toter Story-NPC. Cool, hier geht's nicht mehr weiter. Einzige Möglichkeit: Kapitel komplett neustarten.

Und diese Aufgaben haben es in sich... im negativen Sinne. Nach den ersten Quests wird sofort klar, dass von der Story nicht mehr viel übrig bleibt. Während die ersten fünf Minuten noch recht fesselnd erscheinen, verrottet der Rest zu stupiden und langweiligen MMO-Quests. So tötet man hier und dort mal ein paar Zombies und sammelt in der anderen Ecke ein paar Items, um sie zu einem NPC zu bringen – hurra, wie spannend.

Sinnesvergewaltigung
Die Qual beginnt schon im Hauptmenü, in dem einen eine Welle von Matsch-Menüs überrollt. Man kann es sich so vorstellen, als würde man auf einem Full-HD-Monitor mit einer viel geringeren Auflösung spielen, es ist alles unscharf und hässlich anzusehen. Genau so verhält es sich auch mit den Zwischensequenzen. Die bieten zwar einen interessanten Zeichenstil, sind aber ebenfalls so niedrig aufgelöst, dass die Augen anfangen zu tränen – da möchte man eigentlich lieber wegschauen.

trapped_fähigkeitenHässlich.

Auch im Spiel wird es nicht besser. Ich habe wahrlich kein Grafikfeuerwerk erwartet, aber das, was hier abgeliefert wird, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Kameraperspektive erinnert an Diablos Schrägansicht, bei der sich der Charakter immer im Mittelpunkt befindet. Die Gebiete bestehen aus einem Gemisch von grauen und schwarzen, pampigen Texturen. Dazu sehen alle Charakteranimationen so grauenvoll billig aus, dass ich mir doch etwas überlegen musste, ob meine Karriere als Spieletester das weitere Opfer wert ist.

Und da Trapped Dead den Sehsinn nicht schon genug missbraucht hat, bekommen auch noch die Ohren ihre Portion Scheiße reingestopft. Die Musik wiederholt sich ständig. STÄNDIG. Und damit meine ich nicht alle zehn Minuten – sondern wirklich alle paar Sekunden wird meist der gleiche Track wiederholt, das ist nicht mehr lustig. Auch die restlichen Sounds, wie die Schlaggeräusche oder die Stimmen der Charaktere (bis auf die des Assassinen, die ist sehr unterhaltsam!) sind eher schlecht als recht. Wenigstens hatte ich im Laufe des Tests plötzlich einen Bug, der auf Dauer jegliche Musik verstummen ließ, Gott sei dank.

Unmotivierend, unlogisch, unfair
Mit Bosskämpfen versucht Trapped Dead ein gewisses Schwierigkeitsniveau einzuführen, aber auch das geht unglaublich nach hinten los. Die Bosse besitzen natürlich viel mehr Leben und sind deutlich stärker als ein normaler Gegner. Wenn man dann aber mit ein bis zwei Schlägen getötet wird, ohne dass man die kleinste Chance hatte, den Angriffen auszuweichen, verschwindet jeglicher spielerischer Anspruch. So läuft man durch das unendliche Respawnen einfach immer wieder zum Boss und haut einmal auf ihn drauf, bis er letztendlich stirbt – sehr herausfordernd.

trapped_deadSchau, schon wieder tot. Oh nein.

Weiter geht's bei verschlossenen Türen, Toren oder versperrten Wegen. Für diese benötigt man oftmals einen Schlüssel oder Sprengsätze. Jeder normale Spieler begibt sich dann in der näheren Umgebung auf die Suche und findet dabei massig Loot, aber nie das Objekt der Begierde. Und plötzlich, wenn man das dritte Mal verzweifelt vor der Tür steht, fällt einem aus heiterem Himmel der Schlüssel vor die Füße. Da hat man einfach das Gefühl, als ob künstlich die Spielzeit verlängert wird, indem einem der Schlüssel erst ins Inventar gesteckt wird, wenn man eine gewisse Zeit im Areal verbracht hat.

Im Multiplayer hat der Host immer das Sagen. So müssen generell alle Aktionen immer vom Spielleiter ausgeführt werden. Alle anderen Spieler sind im Prinzip nur Mitläufer und hauen in der Zwischenzeit die Zombies mit kaputt. Wenn man mal etwas anderes machen möchte, wird man mit der Meldung "Der Host muss diese Aktion ausführen" zurückgepfiffen.
Übrigens können NPCs auch von Zombies getötet werden. Blöd nur, wenn die NPCs, die wichtig für die Quests und damit den weiteren Spielfortschritt sind, plötzlich tot da liegen oder sich Zombies im Gespräch an ihnen vergreifen. Damit ist der Speicherstand kaputt und man darf das Kapitel komplett von vorne beginnen – herzlichen Glückwunsch. Das passierte bei mir übrigens nicht gerade selten.

Ich könnte noch absatzweise über Trapped Dead: Lockdown herziehen. Aber das ist es einfach nicht wert. Nicht nur spielerisch wird hier absolut ins Klo gegriffen, auch grafisch und soundtechnisch ging die ganze Aktion nach hinten los. Dazu gesellen sich haufenweise Bugs, die den Gnadenstoß geben. Es bleibt mir nur noch zu sagen: Hinab in die Grube der F-Spiele, mögest du nie wieder herauskommen und die Spielerschaft verschonen! Adrian

Trapped Dead: Lockdown wurde auf dem PC getestet. Ein Testmuster wurde uns von HeadUp Games zur Verfügung gestellt.

Trapped Dead: Lockdown

(Ranking)
F
RANK
F wie Fail. Kaum von Wert. Hier jagt eine Schwäche die nächste. Niemand braucht das, niemand will das. Nicht einmal geschenkt.

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20. November 2019 um 09:08 Uhr
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20. März 2015
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