Majora's Mask 3D im Test

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 24. Februar 2015

Majora's Mask 3D im Test

Das bessere Zelda, jetzt noch besser

Wir Nintendofans sind schon ein lustiges Völkchen. Als damals der N64-Klassiker Ocarina of Time seinen Weg auf den 3DS gefunden hatte, war für viele klar, dass The Legend of Zelda: Majora's Mask ebenfalls folgen musste. Von Big N gab es zu dem Thema aber nur ein lauwarmes "Mal sehen". Als dann die Wii U angekündigt wurde, machte plötzlich ein Trailer die Runde. Majora's Mask in HD für die Wii U? Nein, leider nur von einem Fan erstellt. Letztes Jahr dann endlich die Erlösung: Es wird ein 3D-Remake für den 3DS geben. Und damit ist es jetzt endlich an der Zeit, Termina erneut vor dem Mond zu retten.

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Majora's Mask ist nach Ocarina of Time angesiedelt. Nachdem Link wieder zum Kind wurde, nutzte er sein Wissen, um Hyrule vor Ganondorf zu warnen. Die Gefahr für das Königreich war gebannt. Nun kann er sich einer persönlichen Sache widmen: der Suche nach Navi. Auf Eponas Rücken und mit Schwert und Schild bewaffnet, führt ihn seine Suche in einen dunklen Wald. Dort lauert aber bereits das Horrorkid auf ihn. Dies klaut ihm gleich mal die Ocarina der Zeit und brennt mit Epona durch. Die Verfolgungsjagd endet nicht gut für Link und mit der Macht von Majoras Maske verwandelt ihn Horrorkid in einen hölzernen Deku.

Dem Fiesling weiter auf den Fersen, trifft Link schließlich den Fröhlichen Maskenverkäufer aus Hyrule. Dieser verspricht ihm, dass er ihn in seine gewohnte Gestalt zurückverwandeln kann, wenn er die Ocarina vom Horrorkid zurückholt. Als Gegenleistung verlangt er Majoras Maske, die ihm gestohlen wurde. Aber Link hat nur drei Tage Zeit, dann muss der Händler wieder weiterziehen. Warum? Nun, nach einem Blick nach oben wird das schnell klar: Der Mond stürzt in drei Tagen auf Termina und vernichtet alles. Grund genug, sich zu sputen.

Damit wären wir schon beim herausstechendsten Merkmal von Majora's Mask: dem Drei-Tages-Zyklus. Das klingt erst einmal nach enorm wenig Zeit, aber sobald Link die Ocarina zurück bekommt, kann er mit dem Lied der Zeit wieder zum Anfang des ersten Tages zurückspringen. Gefundene Items behält er, verliert aber alle Munition, alle Flascheninhalte und alle Rubine. Auch wird jeglicher Dungeonfortschritt zurückgesetzt. Diese drei Tage wollen daher immer gut durchgeplant sein. Nintendo hat für jeden Tag einen bestimmten Zeitplan. Gewisse Ereignisse passieren an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit. Dadurch wirkt die Welt von Termina äußerst lebendig und authentisch. Kaum eine Figur steht immer nur blöde an einem Ort.

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Eigentlich ist Majora's Mask sehr kurz. Es gibt vier Dungeons und einen Endkampf. Wer gut ist, der schafft zwei Dungeons pro Zyklus und kann dann gleich den Endkampf bestreiten. Doch dann hat man nur einen Bruchteil von dem gesehen, was dieses Spiel zu bieten hat. Es gibt so viele Nebenquests zu erledigen und sie lohnen sich alle. Es gibt Herzteile als Belohnung, spezielle Items - aber vor allem neue Masken. Fast alle Masken können irgendetwas Besonderes. Eine verleiht Link einen schnelleren Lauf, einen fungiert als Bombenersatz und einer weiter macht, dass man von allen ignoriert wird. Um die Übersicht zu behalten, hilft euch das Bomberhandbuch, in dem zu jeder Person ein Zeitplan eingetragen ist. Damit weiß man immer, wann man wo für bestimmte Quests sein muss.

Die wichtigsten Masken sind aber definitiv die Deku-, Goronen- und Zoramasken. Sie ermöglichen Link die Gestalt zu wechseln, was ihm neue Fähigkeiten gibt, die wiederum neue Wege eröffnen, was in den Dungeons wichtig ist. Als Deku kann Link übers Wasser hüpfen und mit Blumen kurz fliegen, als Gorone kann hart zuschlagen und unaufhaltsam durch die Gegend rollen, während Zoralink unschlagbar im Wasser ist.

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Doch die Masken symbolisieren auch den Ton des Spiels. Es ist ein düsteres Zelda. Die Masken erhält man von Verstorbenen, denen man mit dem Lied der Heilung die ewige Ruhe verschafft. Die Bewohner Terminas reagieren auch alle ganz unterschiedlich auf die Bedrohung durch den Mond. Die einen verschließen ihre Augen, andere versuchen zu fliehen. Wieder andere haben akzeptiert, dass ihr Ende bevorsteht. Die Musik trägt die Atmosphäre mit. Selten war ein Zelda-Soundtrack so melancholisch. Das Lied der Heilung sorgt bei mir immer wieder für Gänsehaut.

Wie für ein Remake üblich, gibt es auch einige Änderungen zum Original. Nintendo hat sich diesmal mehr erlaubt als bei der Auffrischung von Ocarina of Time. Die Uhr wurde durch eine Zeitlinie ersetzt, die nun alle drei Tage umfasst. Das Lied der doppelten Zeit ermöglicht es nun zu einer bestimmten Stunde des Tages zu wechseln, anstatt einfach nur zum nächsten Morgen zu springen. Um als Gorone zu rollen, muss man nicht mehr A gedrückt halten. Das Zoraschwimmen hat nun zwei Stufen - die schnellere zwingt einen dazu den manaintensiven Blitzschild aufrecht zu erhalten. Im Bomberhandbuch kann man zwischen einem Zeitplan und einer Aufstellung über alle bekannten Aufgaben wechseln. Damit fühlt es sich mehr wie ein Questlog an. Außerdem wurden noch die Positionen einiger verstreuter Feen angepasst.

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Die größte Veränderung findet man aber im Speichersystem. Im Original sah das so aus: Überall in der Welt befinden sich Eulenstatuen, die nicht nur als Teleporter dienten, sondern eben auch als Speicherpunkt. Der Nachteil daran: Zum Speichern muss man das Spiel beenden und wenn man den Speicherstand lädt, wird der Punkt gelöscht. Wer permanent seinen Fortschritt speichern will, der muss mit dem Lied der Zeit zurück zum ersten Tag reisen. Im Remake sind die Eulenspeicher permanent und es wurden noch weitere Speicherpunkte platziert. Dafür speichert das Lied der Zeit nun nicht mehr. Weiterhin gilt aber immer noch: Wenn die Zeit abläuft, verliert man allen Fortschritt, den man in dem Zyklus gemacht hat. Ich sehe diese Änderung mit gemischten Gefühlen, war doch das Speichersystem einer der Aspekte, der das Original interessanter machten. Die Eulensteine dienten nur dazu, dass man keinen Fortschritt verliert, weil man aufhören musste.

Ich liebe Majora's Mask. Ich gehöre seit dem Release auf dem N64 zu denen, die Ocarina of Time für das schlechtere der beiden Spiele halten. Die Story ist fesselnder, die Welt ist lebendiger und interessanter und das Dungeondesign ist durchdachter... nur der Wassertempel ist erneut eher eine Qual. Manches ändert sich nie. Ich bin froh, dass man diesen Klassiker in einem neuen Gewand erleben kann, auch wenn eine HD-Version auf der Wii U noch geiler gewesen wäre. Wer übrigens den New 3DS hat, darf sich über eine stabilere Framerate und eine frei drehbare Kamera per C-Stick freuen. Letzteres kriegt man auch mit Circle Pad Pro. Zeldafans, dieses Spiel gehört in eure Sammlung. 3DS-Besitzer, das gilt für euch auch. Und bringt Taschentücher mit.

The Legend of Zelda: Majora's Mask 3D wurde auf dem 3DS XL getestet. Ein Testmuster wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt.

The Legend of Zelda: Majora's Mask 3D

(Ranking)
S
RANK
Herausragend. S-Spiele erweitern Horizonte. Sie bieten intensive Erlebnisse oder halten den Spieler noch lange am Bildschirm gefesselt. Selbst wenn man sie nicht jedem empfehlen kann, will man doch mit jedem über sie reden.

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RELEASE
13. Februar 2015
PLATTFORM
Nintendo 3DS
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