Risk of Rain im Test

(Artikel)
Paul Rubah, 21. Januar 2015

Risk of Rain im Test

Zeit ist Tod

Manchmal ist es gar nicht so leicht, ein passendes Spiel zu finden - vor allem nicht für vier Leute. Der eine hat Castle Crashers schon zigfach durch, der andere will Diablo 3 nicht bezahlen, der nächste hält sich in Team Fortress 2 nicht für konkurrenzfähig und dem letzten ist Civilization 5 zu lang. Aber manchmal stolpert wer - in diesem Falle ich - über ein nettes kleines Spielchen, welches keiner kennt, nicht zu ist teuer, für jeden zugänglich und überaus kurzweilig.


Risk of Rain arbeitet nach dem klassischen Rogue-like-Rezept: Man läuft herum, levelt auf und findet tonnenweise random loot. Außerdem bedeutet der Tod der Gruppe das Ende des Spiels. Zu Beginn kann jeder Spieler nur einen Charakter auswählen. Zwölf weitere folgen, wenn man spätere Level erreicht oder zufällige Events besteht. Jede Figur verfügt über vier einzigartige Spezialfähigkeiten, mit der es Monster abzumurksen gilt. Mana- oder Ausdauerleisten gibt es keine - wichtig sind ausschließlich die Lebensenergie und der Cooldown. Jede Fähigkeit benötigt mal kürzer, mal länger, bis man sie wieder einsetzen kann, wobei größere Cooldowns natürlich für mächtigere Fähigkeiten reserviert sind.

Die Figuren sind so unterschiedlich wie das Leben: Der Enforcer hat eine Shotgun mit kurzer Reichweite, kann Gegner mit seinem Schild wegschlagen und sämtlichen Frontalschaden ignorieren. Der Bandit kann dagegen wie von der Tarantel gestochen loslaufen und im Staccato Kugeln (und damit Schaden) austeilen. Dann gibt es noch einen Sniper für enorm konzentrierten Schaden, einen reinen Nahkämpfer und einen... Chefkoch. Jede Figur gibt einem Durchgang sein ureigenes Tempo vor und je nachdem, wie viele Leute mitspielen, kann sich auch die Strategie komplett ändern.

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Und man wird viele Durchgänge hinter sich bringen, bevor man auch nur davon träumen kann, das letzte Level des Dungeonruns sehen zu können. Denn Risk of Rain ist schwierig. Und je mehr Figuren teilnehmen, umso schwieriger wird es, denn mehrere Mitspieler müssen das zufällige Loot untereinander aufteilen. Das fällt manchmal gar nicht so leicht, denn die Items können einem bei harten Gegner richtig den Arsch retten. Objekte, wie etwa Regenerationsfähigkeit oder zufälliger Raketenbeschuss oder Doppelsprung, erwirbt man in der Regel aus zufällig verstreuten Kisten oder von Bossgegnern. Kisten öffnet man mit Geld, das normale Gegner fallen lassen. Wer sich allerdings denkt, man könnte jetzt locker eine halbe Stunde grinden und dann alle Kisten öffnen, der irrt: Je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger werden die Gegner. Man muss also eine gute Balance zwischen Itemgehorte und Levelfortschritt etablieren. Manchmal werden Objekte auch vor dem Kauf symbolisch angezeigt - wer weiß, welches Objekt hinter welchem Symbol steckt, hat hier einen klaren Vorteil.

Gerade wenn man sich etwas verkalkuliert oder mal kein Glück mit den Items hat, dann können Situationen enorm haarig - und auch spannend - werden. Jeder Level muss mit neunzig Sekunden Survival abgeschlossen werden. Aktivieren die Spieler den Teleporter, dann fluten Unmengen Gegnern den Bildschirm. Die Spieler dürfen erst weiter, wenn sie die anderthalb Minuten überleben und auch alle übriggebliebenen Monster kaputt machen. Wer also wahllos über die Karte davonläuft, der hinterlässt überall Feinde, die nach dem Ablauf des Timers aufgewischt werden müssen - das kostet Zeit!

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Eine Schwäche von Risk of Rain ist, dass das Gameplay sich schnell wiederholt. Die Levelarchitektur ist nicht zufällig, nur die Reihenfolge, die Kisten und die Gegner. Außerdem kann es ewig dauern, bis man neue Charaktere freischaltet, da dafür oft zufällige Ereignisse absolviert werden müssen, von denen man erst mal wissen muss, wo sie stattfinden. Ohne FAQ ist man da ziemlich aufgeschmissen, da man als normaler Spieler nie die Zeit hätte, jeden Level nach Merkwürdigkeiten abzusuchen.

Dennoch macht Risk of Rain unterm Strich viel Spaß und kann insbesondere im Online-Ko-op die Zeit von bis zu vier gelangweilten Abenteuersuchenden vertreiben. Definitiv eines der besseren Rogue-likes da draußen - nur leider keins der umfangreichsten.

Risk of Rain wurde auf dem PC getestet. Der Autor hat sich das Spiel für diesen Test selbst gekauft.

Risk of Rain

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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18. April 2021 um 19:26 Uhr
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08. November 2013
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Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.

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