Turtle Beach Grip 500

(Artikel)
Adrian Knapik, 07. Dezember 2014

Turtle Beach Grip 500

Maus mit Festtagsbeleuchtung

Der ansonsten als Headset-Pionier bekannte Hersteller Turtle Beach möchte sich einen neuen Markt erschließen und veröffentlicht eine kabelgebundene Maus namens Grip 500, die mit einem Preis von 70 EUR durchaus im High-End-Bereich anzusiedeln ist. Wir haben das Modell in die Finger bekommen und einem Test unterzogen.

Die technischen Herstellerangaben der Maus wirken beeindruckend. Der Laser-Sensor, genannt Avago 9800, arbeitet mit einer maximalen Tastrate von 8.200dpi, was einen durchaus hohen Wert darstellt. Damit ordnet sich die Grip 500 in der Preisklasse im guten Mittelfeld ein. Zusätzlich zu den bekannten Tasten einer Maus werden noch vier weitere Tasten geboten, die individuell belegbar sind - davon drei auf der linken Seite und eine vor dem Mausrad. Das Material auf der Oberfläche der Maus ist sehr weich und bietet eine angenehme Haptik. Ansonsten präsentiert sich der Handschmeichler im unangeschlossenen Zustand recht unauffällig und dennoch hochwertig in schwarz ohne besondere Design-Merkmale. Das Einzige, was beim ersten Betrachten auffällt ist doch die Größe, die sich eher für größere Hände anbietet. Da ich selbst eher kleine Hände habe, hat mich das im späteren Testverlauf noch mit ein paar Problemen konfrontiert, aber dazu später mehr.

Grip500-top

Schön individuell, bitte
Beim Anschließen der Maus strahlte mich dann ein Feuerwerk. Die Maus besitzt insgesamt vier LED, eine zum Beleuchten des Turtle-Beach-Logos auf dem Rücken, eine für das Mausrad und zwei vorne an der Maus - wie die Scheinwerfer bei einem Auto. Jetzt ist die anfangs so unauffällige Maus doch ziemlich auffällig geworden. Bevor ich mich in das nächste Spielgeschehen stürzte, war es natürlich Pflicht die zugehörige Software zu installieren, um auch den vollen Funktionsumfang zu bekommen. Da im Lieferumfang kein Datenträger vorhanden ist, muss man sich die Tools von der Homepage von Turtle Beach herunterladen. Das Programm unterteilt sich in vier Bereiche. Auf der Hauptseite kann man die Tastenbelegung individuell anpassen und zwischen fünf Profilen wechseln. Unter den "Performance Settings" hat man die Möglichkeit die DPI-Tastrate in vier Stufen einstellen, die USB-Übertragungsrate zwischen 125, 250, 500 und 1000 Hz zu wechseln und außerdem die Doppelklick-Geschwindigkeit zu regulieren. Wer sich nun fragt, wieso man die USB-Übertragungsrate verringern kann, schließlich ist ja mehr immer besser, dem sei gesagt, dass manche Spiele nicht mit einer Rate von 1000 Hz zurecht kommen und dadurch unschöne Ruckler entstehen. In den "Illumination Options" steuert man die Festtagsbeleuchtung des Mausrads.

Hier kann man die Maus, statt sie unter permanente Beleuchtung zu setzen, auch "atmen" lassen. Dieses Feature sorgt dafür, dass die LED alle paar Sekunden langsam aus und wieder an gehen. Natürlich ist es auch möglich die komplette Beleuchtung auszuschalten. Warum man aber nur die Farbe des Mausrads ändern kann, ist mir schleierhaft, mal abgesehen davon dass es ein wenig komisch aussieht, wenn man ein hellblaues Mausrad hat und alles andere in tiefem Standardrot leuchtet. Im "Macro Editor" kann man beliebige Tastenfolgen aufnehmen und abspeichern, um diese Abfolge dann auf eine Maustaste zu legen, was auch gut funktioniert und sich als durchaus nützlich erwies. Dabei achtet die Software auch brav auf die Zeit die zwischen den verschiedenen Maus- und Keyboardeingaben verstrichen ist. Für MMO-Spieler ein gutes Feature.

Grip500-side

Nichts für kurze Finger
Nachdem ich mich also einmal durch die Software geklickt und alles so eingestellt habe, wie ich es haben wollte, ging es direkt los in den Praxistest. Der Sensor ist tatsächlich sehr genau und setzt jede Bewegung direkt im Spiel um, es gibt keinerlei Verzögerungen, Ruckler oder Unstimmigkeiten. Nach der anfänglichen Euphorie über die Genauigkeit der Maus stellt nervte mich aber immer mehr die Größe der Maus. Durch meine eher kleinen Hände ergibt sich bei der Nutzung doch ein nicht zu vernachlässigender Nachteil. Ich rutschte häufig ab, konnte so das Mausrad oft nur schwer erreichen und auch das Zielen in Shootern wird durch das ständige Neuausrichten der Hand ungenau und wackelig. Auch das Mausrad ist für meinen Geschmack etwas zu weich eingestellt, was öfters mal zu einem ungewollten Waffenwechsel führte und damit zum virtuellen Tod - ärgerlich.

Turtle Beach liefert mit der Grip 500 ein Leuchtfeuer an Maus, die sich mit Präzision, Schnelligkeit und hervorragender Verarbeitung auszeichnet. Vor allem bei Shootern kann man flott und genau agieren und sieht sich so oftmals im Vorteil gegenüber anderen Spielern. Für den faulen oder effizienten Spieler hat man eine wunderbar funktionierende Makro-Funktion, die sich in schnellen Spielen deutlich auszahlt. Durch die auffällige Beleuchtung findet man die Maus auf einem noch so unaufgeräumten Schreibtisch wieder. Blöd ist vor allem die Größe der Maus, die bei Spielern mit kleinen Händen für Probleme sorgt. Außerdem wäre es schöner gewesen, wenn man die Farbe aller LED verändern könnte und nicht nur die des Mausrads. Das Konfigurationsprogramm zeichnet sich durch einen guten Funktionsumfang aus. Leider wird hier versäumt zumindest eine CD mit der kleinen Datenmenge mitzuliefern, um sicher zu gehen, dass jeder Käufer auch die gleiche Benutzererfahrung hat. Wenn man mit diesen Mankos klar kommt und außerdem noch große Greifer hat, kann man mit dieser Maus allerdings nichts falsch machen. Für die erste Maus liefert Turtle Beach ein durchaus gutes Ergebnis ab. Adrian

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20. Januar 2022 um 08:35 Uhr
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