Minimum im Test

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 04. Oktober 2014

Minimum im Test

Wer braucht schon Grafik?

Sind wir es nicht alle leid? Ständig ein hochpolierter Trailer nach dem anderen, jedes neue Spiel versucht alles Vorherige mit seiner Grafikpracht in den Schatten zu stellen, doch was wirklich zählt, ist das Gameplay und der Spaß - das wissen wir doch alle, oder? Das dachte man sich auch bei Minimum, einem Third-Person-Shooter von Human Head Studios, den Atari uns auf Steam präsentiert. Hier ist man nämlich grafisch ganz weit zurückgegangen. Texturen? Gibt's keine, alles ist einfarbig. Kantenglättung? Nicht mit uns. Partikeleffekte? Okay, davon hat man sich nicht getrennt, eher im Gegenteil. Überall leuchtet und blitzt es.

Minimum bietet einen interessanten Mix an Elementen. In erster Linie ist es ein Shooter, aber es wurden auch crafting und leveling integriert. Überall auf den Karten finden sich Materialien, mit denen man sich Rüstungen für den Kampf basteln kann. Diese haben Boni, die von "Mehr Nahkampfschaden" zu "Mehr Schaden austeilen, aber auch einstecken" bis hin zu "Schneller laufen, aber weniger Leben" reichen. An jedem Spieler sitzen dafür drei Slots, und zwar an Kopf, Brust und Beinen. Sind alle Slots belegt, darf man die Rüstung aufwerten, um die Boni zu verstärken. Rüstungsupgrades behält man nach dem Tod, Waffenupgrades nicht. Jeder getötete Gegner lässt einen Upgrade.. äh... Klotz.. fallen. Hebt man den auf, dann darf man mit der momentan ausgewählten Waffe stärker draufhauen, was auch neue Effekte mit sich bringt. Das Sturmgewehr wird zu einer Art Contra Spreader, das Sniper Rifle kann einfrieren und aus einem Schwert werden zwei. Eigentlich ganz nett, aber teilweise vergrößert es die Kluft zwischen guten und schlechten Spielern weiter.

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Der Hauptspielmodus stellt hier der Titan-Modus dar. In diesem gilt es den Titan des eigenen Teams sicher in die feindliche Basis zu lotsen und zu verhindern, dass der gegnerische Titan dasselbige tut. Der Modus besteht aus hier zwei Phasen: Die Creep-Phase und die Titanen-Phase. In der Creep-Phase gilt es möglichst viele Creeps umzulegen, damit der eigene Titan stärker wird. Die Creeps laufen meist in der Mitte der Karte umher, wodurch auch Duelle mit feindlichen Spielern vorprogrammiert sind. Ist die Phase vorbei, rücken die Titanen aus und stampfen zum Gegner los. Zuerst muss der eigene Titan den feindlichen besiegen, wobei die Spieler kräftig mithelfen dürfen. Ist das erledigt, schießen Mauern aus dem Boden, die nur ein Titan vernichten kann.

Der Titan-Modus kann sich verdammt in die Länge ziehen und vor allem das Gefühl vermitteln, dass es weder in die eine, noch in die andere Richtung geht. Einzig wenn man Mauern vom Gegner niederreißt, kann man einen gewissen Fortschritt spüren. Das Spiel verlangt ein Teamplay, das oftmals auf den Servern einfach nicht vorhanden ist. Da kann man sich eher im Team Deathmatch austoben. Hier sind auch die Karten nicht so offensichtlich symmetrisch, sondern bieten ein wenig mehr Variation. Letzlich gibt es noch den Horde Mode. Hinter dem Namen verstecken sich keine Überraschungen: Einige Spieler rotten sich zusammen, um CPU-Monster zu töten. Keine Basis zu verteidigen, einfach nur überleben und Viecher töten.

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Minimum ist ein interessantes Konzept. Mehr allerdings auch nicht. Die Grafik ist klotzig, einfarbig und, ehrlich gesagt, langweilig. Zu viele Maps setzen auf Weiß- und Grautöne, wodurch sie alle gleich aussehen. Der Titan-Modus ist für meinen Geschmack viel zu repitiv, zeigt keinen wirklichen Fortschritt Richtung Sieg oder Niederlage an und Horde Mode ist Horde Mode, nicht mehr und nicht weniger. Den Waffen fehlt es noch an echtem "WUMMS"-Gefühl und der Netcode scheint noch ziemlich laganfällig zu sein. Potential ist da, aber im momentanen Zustand ist Minimum einfach noch zu unausgegoren.

Minimum wurde unter Windows getestet. Ein Testmuster wurde uns von Atari zur Verfügung gestellt.

Minimum

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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06. Dezember 2022 um 10:52 Uhr
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RELEASE
10. September 2014
PLATTFORM
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.

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