Diablo III: Ultimate Evil Edition im Test

(Artikel)
Benjamin Strobel, 11. September 2014

Diablo III: Ultimate Evil Edition im Test

Lohnt sich das Upgrade?

Diablo III hat seinerzeit die Fans in zwei Lager gespalten: die Hardcore-Spieler vermissten wehmütig viele Features der komplexen Individualisierung wie Attributpunkte, andere begrüßten die Vereinfachungen und den leichten Zugang, der das Spiel auch Neulingen ermöglichte. Diablo III schaffte es schließlich auch auf die Konsole und überzeugte mit Couch-Koop, bequemer Bedienung und der Aussparung des Auktionshauses. Fast ein Jahr später kehrt Diablo III zurück auf die Heimkonsolen und bringt das neueste Add-on gleich mit: Die Diablo III: Ultimate Evil Edition enthält das vollständige Originalspiel sowie die Erweiterung Reaper of Souls, das bereits seit März für PC und Mac erhältlich ist.

Wer Diablo III schon auf der Xbox 360 oder PS3 gespielt hat, kann nicht durch einen Einzelkauf des Add-ons einfach upgraden. Reaper of Souls kommt für PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One nur gemeinsam mit dem Hauptspiel in der Ultimate Evil Edition. Kostenpunkt: rund 40 Euro für die alte Generation, volle 60 Euro für die neuen Konsolen. Spielstände von Diablo 3 werden auf der PS3 und Xbox 360 erkannt und können mühelos in das neue Spiel importiert werden, das übrigens auch einen vollständigen Satz an Erfolgen/Trophäen mitbringt. Alte Charaktere gehen euch auf keinen Fall verloren. Trotzdem bleibt die Frage: Lohnt sich das Upgrade? Dem möchte ich hier auf den Grund gehen.

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Was bietet Reaper of Souls, wenn ich Diablo III schon gespielt habe? - Mit Reaper of Souls hat Diablo III eine große Überarbeitung erfahren. Viele Charaktere haben neue Skills erhalten und vorhandene wurden teilweise modifiziert. Den alten Recken wurden also allerhand neue Tricks beigebracht, die das Spielgefühl zum Teil spürbar verändern und dazu führen, dass ihr ganz andere Skill-Sets benutzen werdet. Zusätzlich beinhaltet die Erweiterung die neue Klasse Kreuzritter, die sowohl ein guter Tank ist, als auch mächtig austeilen kann. Auch wurde für alle Figuren das maximale Level von 60 auf 70 angehoben und ein vierter Slot für passive Fähigkeiten hinzugefügt. Die Story des Spiels wurde um einen 5. Akt erweitert, aber das ist nicht das Highlight von Reaper of Souls. Der neue Abenteuer-Modus garantiert endlosen Wiederspielwert. Hier kann man in jede Region des Spiels zurückkehren ohne ein neues Spiel zu starten. Man erhält zufällige Missionen (besiege einen bestimmten Feind, räume ein Areal leer oder knechte eine bestimmte Zahl an Gegnern) und verdient richtig fette Beute. Als besonderen Leckerbissen gibt es dann noch die Mystikerin, bei der ihr Waffenattribute neu auswürfeln dürft. Etwas, das ihr ständig tun werdet, weil es eure Gegenstände noch mal aufwerten kann.

Was hat sich sonst noch verändert? - Mit dem Loot-2.0-System wird man ab sofort mit Erfahrungspunkten und Gold überschüttet. Man kann an einem Wochenende ohne Mühen auf Level 70 steigen und sich dann dem neuen, eigentlichen Spiel zuwenden: dem Abenteuer-Modus. Auch was die Gegenstände angeht, wird das bisherige Maximum an Schaden deutlich in den Schatten gestellt. Damit liegt die maximale Angriffspower mittlerweile deutlich jenseits der Million, was ziemlich absurd ist! Wenn ihr also bisher die besten Waffen hattet, könnt ihr sie in die Tonne treten und neuen Kram looten, es lohnt sich. Dank des neuen Lehrling-Systems könnt ihr auch mit Spielern zusammenspielen, die etliche Level höher sind als ihr. Die Statuswerte werden virtuell angeglichen, damit ihr mithalten könnt, Erfahrungspunkte werden für eure Stufe runter gerechnet, sind aber schon etwas mehr als auf normalem Wege. Das Loot wird übrigens immer an die Spieler vergeben, die von den Stats her davon am meisten profitieren. Alle Items droppen offen sichtbar für jeden. Sobald ein Spieler es einsammelt, wird das Teil jedoch im Inventar des geeigneten Spielers abgelegt. Wenn jemand ein Item für Geschicklichkeit einsammelt, geht es an den Dämonenjäger, ist es dagegen ein Stärke-Item, wird es beim Barbaren landen. Leider kann das etwas nervig werden, weil andere Spieler einem das Inventar mit Schrott zu kleistern, den man dann selbst entsorgen muss.

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Lohnt sich die Ultimate Evil Edition, wenn ich Diablo 3 schon habe? - Vom Umfang her geht die neue Version weit über das Originalspiel hinaus und darf mit Fug und Recht als Verbesserung gelten. Die neuen Möglichkeiten halten Wiederspielwert oben, ganz egal, ob ihr im Couch-Koop spielt oder online. Bleibt ihr auf den alten Systemen (PS3, Xbox 360), lohnt sich das Upgrade auf jeden Fall, weil es mit 40 Euro preislich fair ist und Charaktere einfach übernommen werden können. Wenn ihr dann euer altes Diablo III noch für einen Zehner los werdet, ist der Deal perfekt. Solltet ihr aber über ein Upgrade für die neue Generation (PS4, Xbox One) nachdenken, wird die Entscheidung schwieriger, weil der Preis mit vollen 60 Euro schon arg ins Gewicht schlägt.

Falls ihr Diablo III noch nicht gezockt habt und jetzt damit anfangen möchtet, solltet ihr euch für die Ultimate Evil Edition entscheiden, egal wie günstig euch das Originalspiel angeboten wird. Viele Fehler des Originals wurden ausgebessert und auch wenn einige neue Unannehmlichkeiten dazu gekommen sind, bleibt Diablo III der aktuelle Genre-König. Ben

Diablo III: Ultimate Evil Edition

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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21. März 2019 um 23:21 Uhr
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