Act of Aggression

(Artikel)
Paul Rubah, 25. August 2014

Act of Aggression

Echtzeit-Strategie wie vor 10 Jahren

Entwickler neuer Echtzeit-Strategie scheinen es diesertags schwer zu haben. Entweder man werkelt an der Fortsetzung eines bekannten Franchises, wärmt einen alten Eintrag eines bekannten Franchises als Remake wieder auf oder man wird gleich zum Indie. Act of Aggression verknüpft die ersten beiden Optionen: Es ist einerseits der Nachfolger von Act of War, andererseits eine komplette Homage an die Echtzeit-Strategiespiele von vor zehn bis fünfzehn Jahren - insbesondere Command & Conquer.

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Die Grundpfeiler von Act of Aggression lauten: Basis bauen, Ressourcen sammeln, Einheiten produzieren, upgraden und kämpfen. Weg mit Micro-Management der Einheiten, weg mit komplizierteren Sachen als Schere-Stein-Papier. Hier besteht die Möglichkeit, sich den Bildschirm mit Billig-Panzern zu füllen und die Armee wie eine Dampfwalze über feindliche Truppen rollen zu lassen.

Drei Fraktionen sind am Kampf beteiligt: Die US Army (also die GDI), das Cartel (also die NOD) und Chimera, eine UN Task Force. Die Fraktionen teilen unter sich über 70 Einheiten auf, zusätzlich über 100 Upgrades, wobei jede Fraktion in ihrer Spielweise und ihren Einheiten starke Eigenheiten besitzt. So hat die US Army sehr widerstandsfähige Vehikel, die dafür aber auch meist langsamer sind als die des wendigen Cartels. Außerdem sind die Amerikaner hochspezialisiert: Deren Einheiten können eine Sache enorm gut, aber Allzweckmaschinerie gibt es kaum. Gleichzeitig eine Ausnahme und das beste Beispiel dafür sind die Humvees: Denen kann man verschiedene Kanonen aufs Dach montieren, so dass sie etwa im Verbund mit kontinuierlichem Gatlingfeuer einen effektiven Schild gegen eintrudelnde Raketen ergeben. Außerdem läuft der Basenbau der Amerikaner in Phasen, ähnlich den Standard-Achsenmächten in Company of Heroes.

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Trotz der Bekennung zum "Spaß wie in den 90ern" merkt man, dass Eugen Systems etwas Erfahrung aus anderen Spielen mitbringen - etwa aus R.U.S.E. So wird es in Act of Aggression Versorgungslinien geben, die es zu beschützen gilt: Die Ressourcen sind erst sicher, wenn sie in der Basis liegen. Auch verfügt jede Einheit über eine Sichtweite, die durch Hindernisse eingeschränkt wird. Im urbanen Gebiet, das auf der Gamescom präsentiert wurde, konnte ich richtig schön sehen, wie viele Möglichkeiten zu Hinterhalten das Spiel durch die Sichtkegel und auch durch Höhenunterschiede bietet. Wer Angst vor solchen Überfällen hat, kann mit mächtigem Beschuss auch alles dem Erdboden gleich machen und für freie Sicht sorgen - jedes Objekt soll zerstörbar sein.

Und noch ein weiterer kleiner Kniff: Ressourcen sind semi-zufällig auf der Karte verteilt und müssen erst von Kundschaftern aufgedeckt werden. Das soll es routinierten Spielern schwieriger machen, ein Match mit Rush-Techniken innerhalb der ersten fünf Minuten für sich zu bestimmen.

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Act of Aggression soll um März 2015 herum für Windows erscheinen. Neben zwei Singleplayer-Kampagnen soll es auch Multiplayer mit bis zu vierzig Spielern unterstützen. Was ich gesehen habe, machte mir tatsächlich Lust darauf, mal wieder ein altes C&C hervor zu kramen. Aber genau das könnte das Problem sein: Bis auf kleine Details für Feinschmecker grenzt es sich nicht großartig von älteren Titeln ab. Es scheint das grafische Update der vorletzten Generation zu werden.

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20. Februar 2020 um 16:49 Uhr
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2015
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PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.

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