Plants vs. Zombies: Garden Warfare

(Artikel)
Benjamin Strobel, 06. März 2014

Plants vs. Zombies: Garden Warfare

Buntes Battlefield mit Untoten und Grünzeug

Wie allgemein bekannt ist, sind Pflanzen und Zombies natürliche Fressfeinde. Wer das nicht weiß, kennt sich im Tierreich nicht aus! Also im Menschenreich. Im Reich der... Lebewesen? Nein, so geht das nicht. Verdammte Axt, haben Pflanzen und Zombies überhaupt irgendeinen gemeinsamen Oberbgeriff? Ich kann nicht mal behaupten, es wäre Flora VS Fauna - und das wäre verdammt cool gewesen! Wer bei Popcap Games hat sich den Unsinn eigentlich ausgedacht? Völlig egal! Plants VS Zombies: Garden Warfare zeigt einmal mehr, dass viel Bedarf an Pflanzen ist, die Zombies abmurksen - und umgekehrt.

Sicher erinnert ihr euch noch an das originale Plants vs. Zombies: die Untoten wollen euer Haus stürmen und eure Gehirne auslutschen! Für dieses Problem gibt es nur eine denkbare Lösung - ihr verteidigt Haus und Garten mit den verschiedensten Pflanzen! Einfach einpflanzen und hoffen, dass sie die Zombies erwischen, bevor sie euch zu nahe kommen. Welle für Welle kommen immer neue Zombies, während ihr mit neuen Pflanzen nachrüstet. Das heißt dann Tower Defense. So ähnlich funktioniert Garden Warfare auch, nur als Third-Person-Shooter gegen andere Spieler. Okay, eigentlich ist es vollkommen anders.

Plants-vs-Zombies-Garden-Warfare-Defense

Vergesst Singleplayer-Modi, hier ist alles online, online, online! Dabei habt ihr die Wahl mit Freunden oder zufälligen Spielern kooperativ gegen die KI anzutreten oder im Versus-Multiplayer mit 12 gegen 12 Spielern in die Schlacht zu ziehen. Der Koop-Modus des Spiels nennt sich Garden Ops und ist effektiv ein Horde-Mode. Hier könnt ihr euch zu viert zusammen schließen und als Pflanzenteam euren Garten gegen mehrere Wellen von Zombies verteidigen. Dieser Spielmodus kommt dem Original noch am nächsten, weil er einige Tower-Defense-Elemente in den Shooter integriert. Ähnlich wie im Horde-Modus von Gears of War 3 könnt ihr an festgelegten Punkten auf der Karte Abwehrmechanismen bauen einpflanzen, die euch heilen, Zombies verlangsamen oder sie für euch abschießen.

Spieler haben die Wahl zwischen vier verschiedenen Klassen: Peashooter (schneller Offensivkämpfer), Chomper (Starker Nahkämpfer mit One-Hit-Kills), Cactus (Sniper) und Sunflower (Supporter und Heiler). Jede Klasse hat gegen andere Zombies Vor- und Nachteile, so empfiehlt sich meistens eine ausgewogene Mischung, um jeder Anforderung gewachsen zu sein. In regelmäßigen Abständen gibt es Boss-Wellen, die zufällige Superzombies ins Spiel bringen, und dem Team eine taktische Spielweise abfordern. Ganz wie bei Gears of War können gefallene Mitspieler in einem kurzen Zeitfenster wiederbelebt werden, andernfalls können sie erst zur nächsten Runde wieder ins Spiel einsteigen - ein herber Verlust, wenn drei Riesenzombies auf den Garten einprügeln, den man eigentlich verteidigen müsste. Die Matches sind kurzweilig und schließen nach zehn erfolgreichen Runden mit einer kurzen Flucht ab, bei der die Pflanzen den Garten zurücklassen und unter Verfolgung zahlreicher Zombies zu einem Landeplatzen hasten, an dem sie von einem fliegenden Wohnmobil abgeholt werden. Klar, oder?

Plants-vs-Zombies-Garden-Warfare-Garden-Ops

Im Versus-Multiplayer zeigt sich Garden Warfare von seiner feinsten Shooter-Seite. Hier spielt man abwechselnd auf der Seite der Zombies und der Pflanzen. Die Charakterklassen der Untoten sind dabei kein Abklatsch der Pflanzen, sondern einzigartig. Auf beiden Seiten kann man seine Klassen upgraden und mit Accessoires individualisieren. Fleischfressende Pflanze mit Sonnenbrille, Zombie mit Fußball auf dem Kopf, ein subtiles Tattoo - hier ist Vieles möglich. Das nötige Kleingeld für die neuen Spielzeuge muss man sich allerdings erst durch Punkte in den Matches verdienen. Dabei werden nicht nur Kills honoriert, sondern auch das Heilen und Wiederbeleben anderer Spielern. Holt man Mitspieler ins Leben zurück, wird der gegnerischen Mannschaft sogar ein Kill vom Konto wieder abgebucht!

Zwischen den Matches kann man mit seinen Punkten shoppen gehen. Items lassen sich aber nicht gezielt kaufen, sondern stecken als Sticker in Booster-Packs. Je teurer der Booster, desto bessere Sticker werden dem Spieler garantiert. In den billigen Paketen gibt es hauptsächlich Einweg-Items, wie etwa Pflanzen, die man im Horde-Mode zur Verteidigung eintopfen kann. Lässt man etwas mehr springen, kann man Upgrades erhalten, die permanent die Fähigkeiten bestimmter Klassen verbessern und sogar neue Charaktere freischalten - das sind Varianten der bestehenden Klassen mit unterschiedlichen Aufwertungen, wie etwa zusätzlichem Feuerschaden. Einsteiger, die sich von den unfairen Upgrades der anderen Spieler nicht ärgern lassen wollen, können in einen Klassik-Modus wechseln, bei dem nur Standard-Charaktere erlaubt sind. Und für die richtigen Welpen gibt es sogar eine Welcome-Playlist, um sich warm zu spielen.

Wer sein Team unterstützen möchte ohne sich ins bunte Durcheinander zu stürzen, kann sich am Boss-Modus versuchen. Maximal ein Spieler erhält in diesem Modus den Überblick über die komplette Map und kann seinen Mitspielern helfen, indem er sie heilt oder einen Luftangriff auf die Gegner loslässt. Auf der Xbox One lässt sich dieser Modus auch mit Kinect oder per Smartglass steuern. Perfekt, um vom Klo aus weiterzuspielen.

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Abwechslung vom üblichen Team Deathmatch gibt es im Modus Gardens & Graveyards. Ganz wie im Klassiker müssen die Pflanzen hier verteidigen und das Zombieteam muss verschiedene Punkte auf der Karte einnehmen, um zu gewinnen. Wie in Garden Ops können die Pflanzen ihre Punkte schützen, indem sie Verteidigungspflanzen eintopfen. Die Zombies können ihrerseits Minions aus dem Boden aufsteigen lassen, die dabei helfen, die Basen zu erobern. Gerade bei diesem dynamischen Spielmodus muss sich Garden Warfare nicht hinter Spielen wie Battleflied verstecken. Es ist bunter und lustiger, aber nicht weniger anspruchsvoll. Mehr Spielmodi gibt es allerdings nicht und so hat sich der Umfang des Spiels schnell erschöpft.

Das Balancing von Garden Warfare ist ziemlich durchwachsen. Beispielsweise können Zombie-Soldaten mit einem Rocketjump auf Dächern landen, die für die meisten anderen Klassen unerreichbar sind. Kommt das Pflanzenteam dann mit einem Chomper an, nimmt diese Begegnung ein schnelles Ende, da die Fleischfressende Pflanze keine Fernkampfwaffe mitbringt. Dafür ist sie in allen anderen belangen über alle Maßen unfair. Sie gräbt sich in die Erde und kann unter Feinden hervorschießen, um sie mit einem Biss zu verschlucken. Aber irgendwie kann man dem Spiel die unfairen Momente verzeihen, weil es so sympathisch dabei ist. Es hängt nur noch ein zappelnder Zombiearm aus dem gefräßigen Maul eines Chomper, bis er einmal laut herunterschluckt und vom Untoten nichts mehr zu sehen ist. Großartig!

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Plants VS Zombies: Garden Warfare ist ein großartiger Shooter, der die Seele des Originals hervorragend einfängt und in ein neues Genre transportiert. Die Franchise ist nach wie vor humorvoll und charmant. Nur wo ist der Content? Garden Warfare verdient mehr Modi und weitere Maps. Doch EA spielt fair und bietet Garden Warfare von vornherein zum Budget-Preis an: 30 Euro für Xbox 360-Version und 40 Euro auf der XBox One. Auf dem PC wird der Titel ebenfalls für 30 Kröten erscheinen. EA hat sogar völlig auf Micro-Transactions verzichtet, obwohl es sich angeboten hätte! PvZ: Garden Warfare ist eine Runde Sache und eine echte Überraschung für 2014. Ben

Plants vs. Zombies: Garden Warfare

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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03. Dezember 2022 um 13:23 Uhr
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27. Februar 2014
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