Rising Storm

(Artikel)
Daniel Fink, 08. Januar 2014

Rising Storm

"IST DAS EIN FLAMMENWERFER?!"

Rising Storm heißt die erste, große Erweiterung bzw. Mod zu Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad und bereichert das Spiel mit einer Vielzahl von neuen Inhalten. Hat sich das Rising-Storm-Team zu viel vorgenommen oder schaffen sie es tatsächlich die anspruchsvolle Community der Taktik-Shooter-Fans zu befriedigen?

Zeitlich siedelt sich die Mod immer noch im Zweiten Weltkrieg an, jedoch verschiebt sich der Kriegsschauplatz. Die kommunistische Metropole Stalingrad wird durch die üppigen Dschungel des Pazifiks ersetzt, um die legendären Kämpfe zwischen den japanischen und US-amerikanischen Truppen um Stellungen wie Iwo Jima und Saipan noch einmal aufleben zu lassen.
Dabei haben die Amerikaner deutlich dickere Wummen als die Japaner, was aber nicht heißt, dass unsere asiatischen Freunde allzu sehr benachteiligt sind.

risingstorm_iwo_flamer_009

Die Waffen sind so gewählt, dass sie in ihre Zeitperiode und in den Kriegsschauplatz passen, deshalb könnte man annehmen, dass von einem spielerischen Standpunkt aus die Soldaten der Vereinigten Staaten im Vorteil sind, was jedoch nur bedingt der Fall ist. Die semi- und vollautomatischen Gewehre der Amerikaner, wie die M1 Garand und die Browning, bereiten den Japanern viele Probleme, und der Flammenwerfer in Rising Storm ist eine der furchterregendsten Waffen, die je in einem Multiplayer-Shooter existiert hat. Dennoch verfügt die Kaiserlich Japanische Armee über ein paar Tricks, um für den Gegner eine ordentliche Bedrohung darzustellen. Stolperdrähte sind äußerst effektiv, um einen Durchbruch abzuwenden. Handmörser können hingegen auch eine amerikanische Defensive absolut dezimieren. Falls jedoch alle Stricke reißen und die Amis zu tief in ihren Schützengräben sitzen, so kann man einen Banzai-Angriff starten und je mehr Leute an ihm teilnehmen, desto effektiver ist er.
Das Moralsystem aus RO2 ist auch in Rising Storm vorhanden und genau darauf basiert der Banzai-Angriff: Sobald zwei Dutzend Japaner auf eine amerikanische Defensivstellung mit lauten Banzai-Schreien zusprinten und ihre Bajonetts und Katanas bedrohlich in die Luft heben, so bekommen sie einen massiven Moralschub, wodurch sie schneller laufen, nicht durch Geschosse unterdrückt werden können und vor allem weniger Schaden einstecken. Die Amerikaner hingegen werden demoralisiert und bekommen Angst, die Sicht verschwimmt und ihre Präzision lässt deutlich nach.

Diese Art vom asymmetrischen Balancing machte Red Orchestra schon immer aus und gestaltet auch Rising Storm als fesselnd, vor allem weil man abhängig vom Team einen anderen Spielstil entwickelt.

Der Hauptspielmodus ist immer noch das seriendefinierende Territory. Ein Team übernimmt dabei die Rolle der Angreifer und die andere der Verteidiger. Es gibt dann ein bis zwei Punkte, die es zu verteidigen gilt und die Angreifer müssen diese innerhalb eines Zeitlimits einnehmen. Falls sie es schaffen, so werden die nächsten Kampfziele freigeschaltet, die man einnehmen muss. Das geht so weiter, bis man alle eingenommen oder so viele Gegner getötet hat, dass sie keine Tickets mehr haben, um zu respawnen, wobei letzteres eher für Verteidiger interessant ist.

Die Maps sind für diesen Zweck sehr gut gestaltet. Sie bieten ziemlich viel Platz für 64 Leute und lassen genug Flanken offen, damit die Angreifer ihre Aufgabe erledigen können. Im Vergleich zu den Maps von Heroes of Stalingrad hat man deutlich mehr Pflanzenwuchs und auch mehr Deckung durch umgefallene Bäume und Steine, jedoch finde ich es in Rising Storm deutlich schwieriger die Gegner zu erkennen. Das liegt nicht nur daran, dass viel mehr Laub im Weg ist, auch die Silhouetten der Soldaten unterscheiden sich nicht so stark wie in Heroes of Stalingrad.

risingstorm_guadalcanal_006

Gameplaymäßig gibt es kaum Neuerungen, doch da ich Rising Storm mehr als ein Expansion Pack sehe, vor allem weil es durch den gleichen Client läuft wie Heroes of Stalingrad, finde ich das unproblematisch.

Außerdem kamen mittlerweile ein paar Content Packs mit neuen Waffen, Maps und Spielmodi raus, die absolut kostenlos sind. Da ist auch die langersehnte Multiplayer-Kampagne dabei, die schon bei dem Release von Heroes of Stalingrad angekündigt wurde. In dieser werden die Maps quasi in eine Obermap eingruppiert und stellen dabei Bereiche dar, welche man einnehmen kann. Das Team, welches es schafft den Bereich einzunehmen, kann beim nächsten Zug entscheiden, ob sie angreifen oder eher verteidigen wollen. Man kann sich also entscheiden, ob man so schnell wie möglich das Territorium der Gegner erobern möchte oder in einer Defensive nach und nach die Vorräte der Gegner verbrät. Das macht zum Beispiel Sinn, falls man sich auf einer Map sehr gut auskennt und weiß, wie man sie richtig zu verteidigen hat. Falls man mit einer ordentlichen Gruppe spielt, kann man in diesen Modus sehr viele Stunden stecken.

Insgesamt steht Rising Storm auf dem soliden Fundament von Heroes of Stalingrad und erweitert die Vielfalt von Maps und Waffen, die einem zur Verfügung steht. Die Neuerungen der Erweiterung halten das Spiel weiterhin frisch und liefern neue Materialien für Community Maps, von denen einige schon in der Beta-Version extrem gut spielbar sind und den offiziellen Maps in kaum was nachstehen. Falls man also Lust auf den taktische Action im Pazifik hat, sollte Rising Storm definitiv die erste Wahl sein. Falls man aber auch kein Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad besitzt, sollte man sofort zugreifen, denn mit Rising Storm bekommt man auch die ganzen Inhalte von RO2. Also, keine Ausreden!

Bis dahin! - Dan

Rising Storm

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

Kommentare

Bisher hat dieser Artikel keine Kommentare. Sei der erste, der einen Kommentar veröffentlicht!
Gast
06. Dezember 2022 um 12:48 Uhr
GASTNAME
E-MAIL (nicht öffentlich)
      
SICHERHEITSFRAGE
Mit wie vielen "d" schreibt sich "dailydpad"?
ANTWORT

Themen

Review
Sparte - Wenn es nicht bei drei auf dem Baum ist, testen wir es.

Gefällt dir unser Artikel?

Ähnliche Artikel