Desktop Dungeons

(Artikel)
Benjamin Strobel, 02. Januar 2014

Desktop Dungeons

Puzzle-RPG für zwischendurch

Der gemeine Gamer kann nicht anders als seinen Instinkten zu folgen: Dungeons durchstöbern, Monster töten, Schätze plündern. Diese Ur-Prinzipien des Rollenspiels sind fester Bestandteile vieler Videospiele. Leider hat man meistens nur ein Problem: RPGs fressen Zeit wie Scheiße. Charaktere leveln, Müll verkaufen, Waffen ausrüsten, Müll verkaufen, Dungeons erkunden, Müll verkaufen - da gehen die Stunden nur so weg. Aber nicht hier: Desktop Dungeons (PC, Mac) vereint klassisches RPG-Gameplay und kondensiert es auf Dungeons, die genau einen Bildschirm füllen und nicht mehr als 10 Minuten zum Durchspielen brauchen.

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Monster sprießen aus dem Boden, bewohnen Höhlen und Verliese. Da braucht das Königreich tapfere Helden, die in monsterverseuchte Tiefen hinabsteigen und mit Loot wieder heimkehren! Der Spieler hat vor seiner Reise in den nächsten Dungeon die Wahl zwischen verschiedenen Rassen (Mensch, Zwerg, Elf, Halbling, Gnom) und einer Reihe von Klassen (Kämpfer, Dieb; Zauberer, Priester) und kann sich im lokalen Shop mit neuen Gegenständen ausrüsten. Das nötige Kleingeld dafür verdient man natürlich in den Dungeons, also bleibt keine Wahl: Ob gut oder schlecht ausgerüstet, Monstern muss das Fürchten gelehrt werden! Hat man auf dem Startbildschirm einen Dungeon ausgewählt und seinen Helden vorbereitet, landet man im dunklen Loch: nur an den Helden grenzende Flächen werden sichtbar. Nun kann der Spieler seinen Recken Schritt für Schritt aus der Vogelperspektive über das Grid bewegen, um weitere Quadrate aufzudecken. Die enthalten entweder Monster (Oh!) oder Items (Yeah!) oder eben nichts. Ein paar unpassierbare Wände machen schließlich ein Labyrinth aus der Karte, die stets nur einen Bildschirm füllt.

Kämpfe gegen Monster laufen rundenbasiert ab. Ein Klick startet den Angriff und löst damit auch den Gegenangriff aus, außer man legt das Vieh mit einem Schlag um. Wie hart man austeilt und wie viel man kassieren wird, berichtet die Vorschau am rechten Bildschirmrand. Hat man im Kampf Energie verloren, muss man neue Felder erkunden, um sie wieder aufzuladen. Verschiedene Items und Zauber, die im Dungeon verstreut sind, können dem Spieler einen Erstschlag geben oder dem Gegner die Möglichkeit nehmen, den Angriff zu erwidern. Zauber fressen natürlich Mana, das sich ebenfalls nur durch Neuerkundung von Feldern wieder auflädt. Dieses Element macht aus jedem Dungeon schließlich ein kleines Puzzle: Erkundet man bei bester Gesundheit zu viele Felder des Dungeons, können sie einem später fehlen, wenn man Energie benötigt. Andererseits legt Erkundung wichtige Items offen, die den Helden verstärken und in vielen Kämpfen hilfreich sein können.

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Verschätzt man sich bei der Bewegung durch den Dungeon, beißt man schnell ins Gras und muss mit einem neuen Helden losziehen. Dieses Roguelike-Element verleiht Desktop Dungeons einen anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad ohne dabei zu frustrieren. Alle Karten werden zufällig generiert und bieten auch dann Abwechslung, wenn man einen Auftrag mehrfach wiederholen muss. Hat man sich anständiges Geld verdient, kann man weitere Klassen freischalten und sich mit anderen Strategien an den Dungeons versuchen, denn jede Klasse bringt einzigartige Fähigkeiten mit, die jeweils unterschiedliche Spielstile erfordern und gegen bestimmte Feinde Vor- oder Nachteile haben. Da hilft dann manchmal auch die Dungeonbeschreibung, die offenbart, ob am Ende ein mächtiger Zauberer lauert und ein grunzendes Monster.

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Desktop Dungeons bietet einen leichten Einstieg und versorgt unerfahrene Spieler mit Ingame-Tutorials, die im Handumdrehen das Spiel erklären. Da jeder Dungeon in wenigen Minuten zu beenden ist, ist das Spiel ideal für Kaffeepausen und jede andere Form der Prokrastination. Die Steam-Version öffnet brav im Fenstermodus und kann auch bei der Arbeit schnell getabt werden. Als Einstiegsdroge bietet die offizielle Website des Spiels einen kostenlosen HTML5-Ableger der Alpha-Version von Desktop Dungeons, die in jedem Browser läuft. Für bessere Grafik und einen Arsch voll neuer Features findet ihr die Vollversion bei Steam oder direkt beim Entwickler. Desktop Dungeons ist ein charmantes und kurzweiliges Puzzle-RPG, das Roguelike-Gameplay für den Casualbereich salonfähig macht. Ben

Desktop Dungeons

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

Kommentare

Hong
Gast
15. Januar 2015 um 09:13 Uhr (#1)
Solid work. The tile grid representation of the dogenun map in the video should be rotated 180 degrees so it's upside-down to represent the player's variable orientation from the previous first person perspective. Your code probably already can do that, but an axis may be flipped or not rotated. It feels more natural for forward in first person to mean up in an overhead dogenun mode for me.Dynamic templates (wall and opening combinations for four sides) with rotation for last first person perspective orientation would be my first thing so there would be a subconscious connection between FP and overhead perspectives. Each room transition would feel right because it lined up with the first person mode they were just looking at.Second I would definitely do a map editor. It might be easiest to incorporate the editing features into the client rather than making a separate program and borrowing code from it. You could enable or disable features as necessary using the same codebase to create separate normal and editor versions to prevent cheating . Some of the editor features could eventually be allowed as limited additional gameplay mechanics in accordance with some arbitrary variables like player skill or possession of certain assets.All suggestions aside, great work on the project. With programming it either feels pretty good or you're distraught dissecting bugs. Progress always feels good.
Gast
22. Februar 2020 um 02:40 Uhr
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07. November 2013
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