The Walking Dead: 400 Days

(Artikel)
Rian Voß, 30. Dezember 2013

The Walking Dead: 400 Days

Lach- und Sachgeschichten

Die Staffel 2 des Zombie-Adventures The Walking Dead brach vor kurzem an. Bevor wir einen Blick auf die weitere Reise von Clementine werfen, nehmen wir den Story-DLC 400 Days unter die Lupe, um erst mal richtig in Stimmung zu kommen.

400 Days nimmt Abstand von der emotionalen Achterbahn, in die einen The Walking Dead gesteckt hat. Von Hauptcharakteren wie Lee, Clementine oder Kenny keine Spur. Stattdessen erhält der Spieler ein wenig mehr Perspektive zur ganzen üblen Situation mit den wandelnden Stinkern, indem über 400 Tage verteilt, angefangen beim Ausbruch der Epidemie, vier Geschichten zu völlig neuen Überlebenden erzählt werden.

400-days-01Leben oder leben lassen?

Da ist für jeden Geschmack etwas dabei: Vince ist ein Mörder, dessen Gefangenentransport von Untoten überfallen wird. Wyatt ist im Auto mit seinem Dudebro vor ein paar Psychos auf der Flucht. Russel ist alleine unterwegs und macht die zweifelhafte Bekanntschaft eines Pickup-Truck-Besitzers. Bonnie befindet sich in einer Dreiecksbeziehung mit dem Rest ihrer Gruppe. Und dieses gewisse Stück familiäres Drama kommen mit Shel und ihrer Tochter, deren Gruppe sich in einer Autobahnraststätte verschanzt. Die Situationen haben so wenig miteinander zu tun, wie nur irgend möglich. Auch wenn irgendwie noch die wirklich leichtherzige Komponente zur Vervollständigung des Abwechslungsreichtums fehlt, frischt der schnelle Charakterwechsel das eingetretene Superdrama schön auf. Vor allem macht es für Staffel 2 die Hoffnung, dass noch nicht absolut jeder Überlebende nur noch Sülze im Kopf hat.

Im Gegensatz zum Hauptspiel, wo sich tragische Entscheidungen aneinanderreihen wie Perlen auf einer Leine, dreht sich bei 400 Days pro Geschichte fast alles um eine einzige Wahl, die getroffen werden muss. Diese stellt Weichen, einerseits für den Epilog, andererseits für gewisse Variablen in Staffel 2, die ohne den DLC-Spielstand zufällig bestimmt werden würden. Auf die Schwere der Entscheidungen wird trotz der kurzen Gesamtspielzeit von unter einer Stunde gut hingearbeitet, so dass sie immer noch ein gutes emotionales Gewicht tragen. Viele sind sogar so grundverschieden, dass ein zweiter Neugierde-Durchgang ganz andere Ergebnisse liefert.

400-days-02Lee und Vince sind verwandte Seelen: Auch der Asiate hat Leben auf dem Gewissen.

Was 400 Days schmerzlich vermissen lässt, ist interessantes Gameplay und vor allem Rätsel. Per Minigame darf man zwar Bonnie in Frogger-Manier durch Kornfeldreihen hüpfen lassen, mit Russel in die ungefähre Richtung eines Fensters schießen und mit Wyatt auf ein paar Zombies ballern, aber wirklich erfüllend ist das nicht. Es wirkt eher so, als hätten die Entwickler lieber in einer Linie weg Dialogsequenzen abgespielt, die ab und an durch Entscheidungen unterbrochen werden. Die Minigames stören zwar nicht weiter, aber sie sind ein Auflockerungsmechanismus, den es in der ohnehin sehr kurzen Spielzeit nicht gebraucht hätte.

Insofern ist 400 Days vor allem eins: ein Vorgeschmack. Die Nebencharaktere und ihre Schicksale sind interessant genug, um über die Zeit hinweg bei der Stange zu halten und ich bin gespannt, ob und wen man in Zukunft wiedersehen wird. Rian

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18. November 2019 um 08:18 Uhr
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