Hammerwatch

(Artikel)
Joshua Peters, 10. Dezember 2013

Hammerwatch

Hack 'n' Slay in Retrooptik

Ich als alter Diablo-2-Suchti bin ja für alles zu haben, was auch nur ansatzweise Hack 'n' Slay ist und über einen Multiplayer verfügt. Und als ich dann vor einer ganzen Weile mal den Trailer zu Hammerwatch sah, war ich natürlich sofort interessiert: ein Co-Op-Schnetzelspiel in Retrooptik mit schönen Lichteffekten und so epischer Musik? Das muss auf jeden Fall ausprobiert werden! Und im letzten Sale wurde es dann auch gleich gekauft.

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"Die kleine Brücke ist hinter euch zusammengebrochen... es gibt vielleicht keinen Ausweg!" Das ist die Story von Hammerwatch. Nicht mehr, und nicht weniger. Sehr minimalistisch gehalten, das gebe ich zu, aber es reicht. Es reicht, um ehrlich zu sein, zwar nicht für den Singleplayermodus, aber meiner Meinung nach holt man sich das Spiel auch nicht, um es allein zu spielen, sondern um in geselliger Runde, ob nun online oder per LAN, durch die Akte zu schlendern und alles zu töten, was einem begegnet. Dies tut man mit einer von vier verschiedenen Abenteurerklassen. Dem Paladin, Warlock, Ranger oder Mage. Jede Klasse hat selbstverständlich verschieden viel Leben, Mana und natürlich auch Fähigkeiten. Der Ranger hat einen Fernkampfangriff und kann Bomben legen, der Warlock stürzt sich frontal ins Gefecht und kann einen Kettenblitz verschießen, der Paladin kann einen Sturmangriff und prügelt mit dem Schwert auf seine Gegner ein und der Magier kann halt zaubern.
Was allerdings ein bisschen anders ist, als bei den Hack-'n'-Slay-Spielen, die man heutzutage so gewohnt ist: Man steigt keine Level. Man steigt keine Level und findet auch keine neuen Waffen oder Rüstungen. Man tötet allein um weiterzukommen und nicht zu sterben. Denn wenn die Gegner einen erstmal erblickt haben, dann lassen sie nie wieder von einem ab. Egal wie weit man läuft: Sie werden einen finden, und sie werden einen töten. Na gut, irgendwann bleiben sie an Umgebungsgegenständen oder Mauern hängen, aber ansonsten verfolgen sie einen! Ansonsten verbringt man neben dem Töten seine Zeit damit Geheimräume zu entdecken, Kisten zu zerstören, Rätsel zu lösen und ganz, ganz viel Geld zu sammeln. Und wofür braucht man all dieses Geld, wenn es keine Items gibt? Da hätten wir dann auch schon unsere Art "Levelsystem": Überall im Spiel gibt es verschiedene Händler, bei denen man verschiedene Verbesserungen kaufen kann, wie z. B. stärkere Angriffe, mehr Verteidigung und neue Fähigkeiten. Leider wird es besonders zum Anfang des Spieles ziemlich stark vorgeschrieben, was man denn so "skillen" kann.

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Was die Steuerung angeht, so verdient sie noch mal eine besondere Erwähnung, finde ich. Man spielt das Spiel, sowie man nicht mit Controller spielt, nur mit der Tastatur. WASD zum Bewegen und die Pfeiltasten für die verschiedenen Angriffe. Space benutzt man zum Strafen. Gerade als Ranger sehr nützlich. Ich habe mich natürlich erst mal gefreut, weil ich das Spiel so auch ganz einfach ohne Maus am Netbook spielen kann, aber das Spiel spielt sich erst so richtig gut, wenn man es mit dem Controller angeht. Wenn ihr also die Wahl habt, solltet ihr auf jeden Fall auf das Steuerplastik zurückgreifen.

Zum Multiplayer noch einmal ein paar Wörtchen: im Grunde ist es wie der Singleplayer, nur mit mehreren Leuten. Allerdings teilt man sich die Leben. Nicht die Lebenspunkte, sondern die Anzahl der ;ale, die man Sterben darf. Ist so eigentlich eine schöne Idee, besonders da es für viel Konfliktpotential sorgt, wenn z. B. einer der Spieler die ganzen Tode verursacht hat. Ich mag es ja, wenn der Co-Op-Multiplayer auch "gegeneinander" ist. Man kann für seine Multiplayer-Session auch verschiedene Modi aktivieren, die das Spiel entweder erheblich schwerer oder sehr viel leichter machen. Aber wer will schon leichter?
Ach so, und was ich nicht erwähnt habe: Wenn man all seine Leben verliert, so ist Game Over. Kein Goldverlust oder so - Spiel vorbei. Im Singleplayer kann man zwar noch irgendwie vom letzten Speicherpunkt, den man gefunden hat (und die sind SEHR dünn gesät) wieder laden, aber dadurch wird es ja nicht unbedingt leichter. Im Multiplayer muss man dann eben ganz von Vorne spielen... yay. Und da kommen wir auch schon zu einer der negativen Aspekte des Spiels: Man spielt dauernd die gleichen Stages. Und diese werden nicht zufällig generiert, sondern sehen immer gleich aus. Das ist gerade, wenn man häufiger mal von Vorne anfangen muss, schon recht nervig und nimmt dem Spiel auch einiges an Wiederspielwert. Dafür gibt es dann aber den Level-Editor, mit welchem die Spieler ihre eigenen Abenteuer bauen können. Aber trotzdem.

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Also: Hammerfall macht Spaß. Aber es macht nur im Multiplayer SO RICHTIG Spaß. Aber wenn man sich nicht gerade auf alle möglichen guten Community-Abenteuer stürzt, so kann die Kampagne eigentlich nur ein einziges mal wirklich überzeugen. Besonders, da man erst ab Ende des zweiten Aktes neue Zauber bekommt, sich mal ein bisschen freier in der Gestaltung des Charakters fühlen darf und es bis dahin eine ganz Weile Spielzeit ist. Wenn man nicht schon vorher die Lust verloren hat, da man sich schon fünfzehn Mal durch den gleichen Dungeon kämpfen durfte, um dann wenig später irgendworan zu sterben. Wenn man mal aber etwas Hack-'n'-Slayiges sucht, das etwas mehr Retro bietet und bei dem man nicht auf so etwas Nerviges wie Story achten muss, so ist Hammerwatch[/] die richtige Wahl. [i]Jozu

Hammerwatch

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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19. September 2020 um 17:39 Uhr
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12. August 2013
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Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.

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