Give My Ball Back

(Artikel)
Christian Steiner, 08. Dezember 2013

Give My Ball Back

Knobelspiel mit Beigeschmack

Das iPhone ist durch die Touch-Steuerung die ideale Plattform für kleine Knobelspiele. Give My Ball Back reiht sich in die Riege der simplen Rätseleinlagen ein. Wer Titel wie Cut The Rope oder Wo ist mein Wasser? kennt, wird sich sofort in dieses Spiel reindenken können.

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Die Geschichte ist so simpel und kindgerecht wie der Rest der Aufmachung. Tobias verliert seinen Ball in seinem Kleiderschrank. Er klettert hinein und landet in einer anderen Welt. Dort lebt Moco, ein Schattenwesen, und ist über den neuen Ball höchst erfreut. Beide streiten sich fortan in den rund 40 Level, wer nun endgültig im Besitz des runden Spielobjektes bleiben darf.
Der Spieler übernimmt abwechselnd die Rolle der beiden Figuren. In jedem Level gilt es das schlafende Kind nicht aufzuwecken. Durch das richtige Kombinieren von Gegenständen in der Umgebung werden Hindernisse beseitigt oder Störfaktoren, wie bellende Hunde, abgelenkt. Dazu reicht ein Antippen der entsprechenden Gegenstände. In späteren Level werden die Kombinationsketten komplexer. Die Reihenfolge ist ebenfalls entscheidend. So muss zum Beispiel erst der Schlüssel unter dem Teppich freigelegt werden, damit ein Nussknacker aufgezogen wird, der wiederum ein Band durchschneidet und somit den Weg zum Ball für die Spielfigur freimacht.
Die Aufmachung ist sehr niedlich und kinderfreundlich gestaltet. Die Grafik könnte einem Kinderbuch entstammen. Die Musik ist ebenfalls fröhlich und macht Spaß. Besonders die Animationen der Umgebung und Figuren wissen zu verzücken.

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Give Me My Ball Back scheint sich nicht recht entscheiden zu können, für wen es gedacht ist. Das simple Spielprinzip und die Aufmachung weisen eindeutig auf ein Spiel für Kleinkinder hin. Der erhöhte Schwierigkeitsgrad in späteren Abschnitten sowie die durchaus komplexen Kausalitätsketten könnten Kindergartenkinder und Vorschüler aber durchaus überfordern. Für Erwachsene stellt das Spiel hingegen keinerlei Herausforderung dar - da helfen auch die versteckten Sterne nicht. Vielleicht ist das Spiel der ideale Titel für eine gemeinsame Spielerfahrung von Eltern und Kindern.

Sehr verstörend dürfte für Erwachsene allerdings die Darstellung des Schattenwesens Moco sein. Der Name, die Darstellung der Figur als schwarzer Junge sowie die Musikuntermalung seiner Einführung im Vorspann lassen ihn wie einen Jungen mit dunkler Hautfarbe erscheinen. Dass dieser auch noch den Ball von Tobias stehlen möchte und vom Spiel als "kleines Monster" bezeichnet wird, irritiert. Entweder die Entwickler sind sich der Konnotationen nicht bewusst. Oder, und das wäre weitaus schlimmer, sie sind ihnen egal bzw. bewusst so gesetzt worden. Ganz egal, was der Grund für diese Darstellung ist, im Jahr 2013 kann diese unsensible Vorgehensweise nicht mehr hingenommen werden. So etwas hat in einem Kinderspiel nichts zu suchen. Das Spielgeschehen selbst ist davon glücklicherweise unbeeinträchtigt, drückt allerdings den Gesamteindruck in einer mehr als unnötigen Weise nach unten. Christian

Give My Ball Back

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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12. November 2019 um 23:13 Uhr
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