Mein Pokemon X/Y

(Artikel)
Benjamin Strobel, 17. Oktober 2013

Mein Pokemon X/Y

Im siebten Fanservice-Himmel

Jozu hat vorgestern bereits über Casualmon berichtet. Pokémon X und Pokémon Y stopfen dem Spieler die Erfahrungspunkte reihenweise in den Hintern. Du fängst ein Pokémon anstatt es zu besiegen? Keine Sorge, Erfahrungspunkte gibt es trotzdem! Deine Taschenmonster nehmen nicht am Kampf teil? Na, zum Glück gab es zu Beginn des Spiels den Imba-Teiler alias EP-Vermehrer, der allen Pokes des Teams zusätzliche XP zukommen lässt. Jozu floh schon vor wilden Pokémon, weil er zu hoch gelevelt war!

Ihr habt den Hintern also voller XP. Gut. Spreizt die Backen, dehnt den Po! Pokémon X und Y halten noch mehr für euch bereit: den größten Fanservice, den ein Pokémon-Spiel je geliefert hat. Das beginnt schon im ersten Gras des Spiels. Ich husche durch das verheißungsvolle Grün und was gurrt mir entgegen? Fucking Taubsi! Es guckt mich an und reckt seinen Schnabel - ich bin plötzlich wieder 11 Jahre alt und spüre die Abenteuerbrise, die durch die Edtionen Rot und Blau wehte. Ich werfe Pokébälle so gut ich kann und stapfe weiter durch die erste Grünfläche und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus: sechs verschiedene Pokémon bereits im ersten Gras. Dabei mischen sich Pokémon aus verschiedenen Generationen mit ein paar neuen, sodass mir früh schon die Pokébälle ausgehen. Wenige Schritte weiter stehe ich im ersten Wald des Spiels. Was zischt hier durchs Geäst? Pika-Pika! Wörtlich. Pikachu ist in diesem Spiel vollständig synchronisiert mit der Originalstimme aus der Serie. Und wenn die kleinen Mädchen jetzt noch nicht kreischen, können sie ihre gelbe Lieblingsratte im neuen PokémonAmi wie ein Tamagotchi füttern, streicheln und mit ihm spielen. Feine Beobachter entdecken sogar den herzförmigen Schweif der weiblichen Pikachus. Solche detailverliebten Geschlechtsunterschiede besitzen übrigens viele Pokémon. Spoiler: weibliche Woingenaus nehmen Lippenstift. So. Awesome.

Mit jedem neuen Gras und jeder neuen Route werfen Pokémon X/Y dem Spieler eine weitere Ladung Monsterchen entgegen. Es gibt zwar nur rund 70 neue Pokémon, aber man kann fast alle alten 600 Pokémon regulär fangen - eine gigantische Artenvielfalt. Ständig trifft man seine Lieblinge aus allen Editionen und ist ständig pleite, weil man so viele Pokébälle kaufen muss. Der Pokédex wird daher sogar in drei Regionen aufgeteilt, damit er übersichtlicher wird. Ein guter Zug!

Generell werfen Pokémon X/Y einfach mit Geschenken um sich. Hier, nimm noch ein Glumanda! Fang Evoli einfach im Gras! Ich schenke dir dieses Lucario, nun nimm schon! Such dir eines von zwei Items aus... ach, scheiß drauf, nimm einfach beide! Du bist der 10001. Kunde und damit knapp vorbei am Preis... ach egal, nimm ihn trotzdem! Wohin man tritt, wird man beschenkt und verwöhnt, dass es einem zu den Ohren wieder heraus kommt. Anstatt das Spiel langweilig zu machen, macht es Pokémon nur noch besser. Glurak reicht ja nicht. NIMM FUCKING MEGA-GLURAK. MEGA-GLURAK.

Besonderes Augenmerk verdienen die vielen Details des Spiels. Männliche und weibliche Exemplare eines Pokémons zeigen kleine Unterschiede, einige Pokémon gibt es einfach so in unterschiedlichen Farben. Aber es beginnt schon in den Spieleinstellungen. Die großartige Option "L = A" ist zurück. Diese Einstellung ermöglich es dem Spieler, die L-Taste des 3DS als A-Taste zu verwenden. So lassen sich Pokémon X/Y vollständig mit der linken Hand steuern, während man sich mit der rechten Hand anderen Dingen widmen kann. Was immer das sein mag! Und dann gibt es die Sache mit dem Item "Schutz": Wenn man seine Ruhe vor Begegnungen haben möchte, kann man Schutz benutzen, um sich eine gewisse Zeit frei bewegen zu können, ohne dass wilde Pokémon angreifen. Die Wirkung muss bei längeren Wegen aber häufig aufgefrischt werden, indem man wieder das Menü öffnet, das Item auswählt und erneut benutzt. Nicht mehr! Jetzt fragt das Spiel einfach, ob man Schutz erneut einsetzen möchte, wenn er aufgebraucht ist. Es ist zwar ein Detail, aber es ist unheimlich praktisch. Von solchen Vereinfachungen finden sich viele: getragene Items können zwischen Teampokémon schnell hin- und hergeschoben werden und es gibt eine "Regenerieren"-Option, über die man von seinen Pokémon direkt zu Tränken und Heilern kommt. Auch sehr praktisch: im Kampf kann man das zuletzt verwendete Item mit nur einem Knopfdruck erneut einsetzen. Es wird jetzt so viel einfacher, 100 Hyperbälle auf legendäre Pokémon zu werfen!

Liebe zum Detail und Wissen um die Wünsche der Fans machen Pokémon X/Y vielleicht nicht zu dem originellsten Pokémon-Spiel, aber sicher zu dem intensivsten und belohnendsten Pokémon-Erlebnis seit Rot und Blau. Ben

Kommentare

Haris
18. Oktober 2013 um 09:49 Uhr (#1)
Während ich dir zustimmen würde, dass es gerade in den Details viele kleine und große Verbesserungen gibt, finde ich es umso mehr schade, dass Gamefreaks in manchen Aspekten es einem noch immer iel zu umständlich macht. Case in point die Pokemon-Herberge: statt mich einfach ein Pokemon aus meinen Boxen dort abgeben zu lassen will das Spiel, dass ich den manuellen Weg gehe: an den PC, ein bis zwei Slots in meinem 6er-Team freimachen, die abzugebenden Pokemon mitnehmen, abgeben, wieder an den PC, meine alten Pokemon zurückholen und dann bin ich erst fertig. Wenn man ein Pokemon abholt ist das ganze dann noch eine Spur nerviger.
Nils
18. Oktober 2013 um 15:15 Uhr (#2)
Je mehr ich davon lese, umso mehr habe ich das Gefühl, dass es zu einfach geworden ist...es klingt fast so, als müsste man sich kaum mehr anstrengen. Das ist doch langweilig, oder nicht?
Ben
18. Oktober 2013 um 16:32 Uhr (#3)
Der spannenste Aspekt des Singleplayers ist das Aufspüren und fangen der zahlreichen Pokémon. Manche sind nur an evrsteckten orten zu finden, sehr selten oder im Kampf schwer kleinzuhalten. Überhaupt des Erlebnis des Entdeckens macht großen Spaß. Die meisten Kämpfe sind in der Tat nicht all zu schwierig, wenn ein ausgewogenes Team hat.

Ein zweiter Aspekt ist natürlich das kompetetive Spielen, das Aufbauen enes Teams mit überraschenden Attacken und solchen die gut zusmamenspielen, sodass man sich hundsgemeine Strategien gegen andere Spieler ausdenken kann. Hier liegt natürlich auch ein großer Spaß und viel Wiederspielwert.
Rian
18. Oktober 2013 um 18:43 Uhr (#4)
Das Spiel ist einfacher geworden, das stimmt. Ich hätte mir gerade stärkere Arenaleiter gewünscht - die Trainer auf dem Weg sind ja nur Futter. Das ändert aber nichts daran, dass es manchmal doch extrem fordernd ist, bestimmte Pokémon einzusammeln, die immer und immer wieder aus ihrem Polyethylengefängnis ausbrechen wollen, von daher gibt es immer noch genug zu tun. Nicht zuletzt ist die Entdeckerkomponente, wie Benny schon erwähnte, ganz groß.

Und ja, es fehlen immer noch einige Bequemlichkeiten. Ich fände es wesentlich schöner, wenn man vor dem Kampf frei aus allen Pokémon auswählen könnte, anstatt dass man entweder das aktive Team oder die Kampfbox nimmt. Auch finde ich es albern, dass immer noch nichts gegen die Praxis des VM-Sklaven-Pokémon unternommen wurde. Das ist nichts, was irgendwie das Spiel bereichert, sondern es belustigt nur die Traditionalisten, denen einer darauf abgeht, dass diese Mechanik immer noch so drin ist. Für alle anderen heißt es entweder, seine Kampftruppe mit VMs zu verunreinigen oder nur mit fünf bzw. vier "echten" Kampfpokémon herumzulaufen. Und wenn man dann zu einem Kampf herausgefordert wird, kann man auch nicht mit voller Stärke auftreten, es sei denn, es ist gerade ein Pokécenter in der Nähe.

Naja, vielleicht in der nächsten Generation.
Gast
20. September 2019 um 12:18 Uhr
GASTNAME
E-MAIL (nicht öffentlich)
      
SICHERHEITSFRAGE
Mit wie vielen "d" schreibt sich "dailydpad"?
ANTWORT

Themen

Fanlove
Sparte - Wir lieben es! Artikel in dieser Sparte wurden mit der rosaroten Fan-Brille geschrieben und lassen jede Objektivität fragwürdig erscheinen.
Review
Sparte - Wenn es nicht bei drei auf dem Baum ist, testen wir es.

Gefällt dir unser Artikel?

Spiele des Artikels

RELEASE
12. Oktober 2013
PLATTFORM
Nintendo 3DS
Plattform

Ähnliche Artikel