Steam Family Sharing

(Artikel)
Haris Odobašic, 11. September 2013

Steam Family Sharing

Digitale Zukunft doch nicht verschoben

Es ist wenige Monate her, da trauerte ich um das Ende der digitalen Zukunft, welches die Konsequenz aus Microsofts Kehrtwende bezüglich der Xbox One war. Doch heute hat Steam beschlossen, dass die Zukunft zumindest auf dem PC doch stattfindet, und zwar in Form des Steam Family Sharings. Klingt schon vom Namen her wie das, was Microsoft für die Xbox One angekündigt hatte, und ist inhaltlich fast identisch: ihr werdet demnächst in der Lage sein, auf Steam eure Spiele mit bis zu zehn Freunden zu teilen.

Dieses Feature wird erst in einer limitierten Beta für einen Teil der Steam-Abonnenten verfügbar sein, ehe es dann im Anschluss für alle ausgerollt werden kann. Die Funktionsweise ist dabei ziemlich simpel: ihr könnt bis zu zehn Geräten Zugriff auf eure gesamte Spielesammlung geben, das Freigeben einzelner Spiele ist dabei nicht möglich. Das kann beispielsweise einer eurer Zweit-PCs sein, aber genauso auch die Computer eurer Freunde. Ist der Zugriff einmal gewährt, kann einer der autorisierten Machinen nicht nur eure Spiele spielen, sondern auch euren gekauften DLC benutzen sowie eigene Spielstände erstellen oder euch für Spiele Zusatzinhalte (Items, In-Game-Geld und Ähnliches) erwerben. Faktisch wird es beim Spielen also keinen Unterschied geben, ob man ein Spiel selbst gekauft hat oder es nur von einem Freund leiht.

Der vielleicht größte Unterschied zu Microsofts Ansatz ist die Anzahl der Spieler: laut Microsofts ursprünglichem Plan hätten zwei Nutzer jederzeit Zugriff auf die Spiele gehabt. Man selbst, als Besitzer der Spielebibliothek, sowie einer eurer zehn gewählten Freunde. Bei Steam hat immer nur eine Person Zugriff. Wenn also euer Kumpel gerade was zockt und ihr auch auf Steam spielen wollt, wird euer Freund ein Zeitlimit zu sehen kriegen, mit der Aufforderung, das Spiel zu kaufen, wenn er weiterspielen will. Nach Ablauf des Limits wird er dann aus dem Spiel geschmissen, damit ihr spielen könnt. Nicht ganz so elegant wie bei Microsoft, aber auf jeden Fall besser als nichts.

Ansonsten sind die Restriktionen ziemlich gering: Spiele, die neben dem Steam-Account noch weitere Accounts benötigen, beispielsweise für MMOs, können nicht geteilt werden, außerdem werden Regionsbeschränkungen weiterhin gelten: in Deutschland nicht verfügbare Spiele werden also auch nicht geliehen werden können. Es ist außerdem noch nicht klar, ob Publisher für ihre Spiele festlegen können, dass sie nicht geteilt werden.

Im Endeffekt ist das ein sehr guter Schritt von Steam, insbesondere nachdem EA sich mit Origin nun in Richtung Kundenfreundlichkeit ausgerichtet hat mit der Möglichkeit, gekaufte Spiele innerhalb von 24 Stunden zurückzugeben. So hat man nun bei Steam einen individuellen Vorteil, um dieses Angebot zu kontern, wobei es interessant sein wird zu sehen, ob nun auch EA ein ähnliches System plant. Aber auch die Konsolenhersteller werden durch diesen Zug unter Druck gesetzt. Microsoft hatte sowieso in den letzten Monaten immer wieder beteuert, dass Family Sharing ein Comeback feiern könnte, doch jetzt gibt es quasi keine Ausrede mehr, zu warten. Und Sony wird es sich nicht erlauben können, Däumchen zu drehen, wenn der Markt so eine Funktion zum Standard erklärt. Ich bin mir ziemlich sicher: 2014 werden sowohl PS4 als auch X1 so ein Feature bieten. Nach viel Drama sowie hin- und her ist nun endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Haris

Kommentare

Ben
13. September 2013 um 09:36 Uhr (#1)
Mir gefällt die Entwicklung in diese Richtung und ich hoffe sehr, dass nach und nach mehr Hersteller diesem Beispiel, und auch dem von EA, folgen werden. Nur weil ein Spiel digital ist, sollte es nicht mehr Einschränkungen haben als eine materielle Kopie!
Gast
06. Oktober 2022 um 12:32 Uhr
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