Painkiller Hell & Damnation

(Artikel)
Daniel Fink, 04. Januar 2013

Painkiller Hell & Damnation

Blood, Monsters and Metal

Es gibt zwei Spieleserien, für die etablierte Gameplaykonventionen nicht gelten: die eine wäre Serious Sam und die andere Painkiller. Insofern sind sich die Spiele auch sehr ähnlich: viele abgedrehte Waffen, eine gigantische Anzahl an Feinden, die man zu Frischfleisch verarbeiten soll, und hochkonzentrierte Männlichkeit prägen das Gameplay beider. Da vor einiger Zeit das HD-Remake Painkiller Hell and Damnation erschienen ist, beschäftigte ich mich mit dem Titel ein wenig. Ist Painkiller immer noch so glorreich, wie es vor Jahren gewesen ist, oder blättert der Lack der Pracht ab und zeigt Rost?

Beim Starten der Kampagne wird man zunächst mit einer neuen Story beglückt. Man war mal ein böser Mann, dann hat man eine Frau gefunden und wurde zu einem guten Mann. Plötzlich passierte ein Autounfall, beide starben und jetzt versucht der gute Mann mit Namen "Daniel" seine Freundin den Klauen der Hölle zu entreißen. Um das zu schaffen, schlägt der Tod ihm einen Deal vor: er soll 7000 Seelen einsammeln. Wenn er das schafft, kann er mit seiner Freundin wieder unter die Lebenden.
Die Story ist lahm und eigentlich auch non-existent, die erste Sequenz ist nur dazu da, um eine neue Waffe vorzustellen, den Soulcatcher. Wer bei Painkiller nach einer fesselnden Geschichte sucht, ist definitiv fehl am Platz.


Sobald man das erste Mal den Finger auf den Abzug legt, wird man von einer wunderhübschen, düsteren Szenerie begrüßt. Das Anfangslevel Cemetary sticht definitiv mit seiner grafischen Finesse heraus, denn es ist ohne Frage das bestaussehendste Areal. Diese hohe Qualität wird leider nicht das ganze Spiel lang durchgehalten, es wird schnell ersichtlich, dass es im Endeffekt nur ein HD-Remake ist.
Dennoch sind die Locations, die man im Spiel aufsucht, alle sehr interessant und ziemlich abwechslungsreich. Friedhöfe, Katakomben, orientalische Schlösser – alles ist dabei. Meine Lieblingslevel waren das Theater und der Sumpf. Das Theater erklärt sich von selbst, das andere Level ist aber ziemlich cool, da man zuerst im Sumpf beginnt und im Verlauf des Levels kommt man in eine verlassene Villa, die auf einem Berg steht. Am Anfang wirkt sie relativ ordinär, auffällig ist nur, dass überall Kinderspielzeug herumliegt. Mit der Zeit findet man Schlafräume und Klassenzimmer. Nur eine Sache ist ein wenig verstörend – überall stehen Foltergeräte und die Tatsache, dass ein Gegnertyp untote Kinder aus sich heraus erzeugt, macht die dunkle Atmosphäre noch dichter. Man kann sich nur denken, was in diesen Räumen geschah.


Wo wir schon bei den Gegnern sind: ich finde sie durchaus gelungen. Man hat in jedem Akt unterschiedliche Feinde. Zwar wiederholt sich ein Großteil, aber sie bekommen neue Skins für die jeweiligen Level, was die Begegnung mit der Höllenbrut immer frisch hält.
Mein einziger Kritikpunkt wären wohl die Bosskämpfe. Diese waren etwas enttäuschend. Zwar sind es richtig dicke Monster, die es zu bekämpfen gilt, aber eine wirkliche Gewinn-Strategie hat man nicht gebraucht. Der Boss im Sumpflevel erforderte ein wenig Grübelei, jedoch wird auch dieser relativ leicht, wenn man versteht, was man tun muss. Ich würde die Bosse vielleicht sogar als anti-klimaktisch bezeichnen.

Um die Vielzahl der Monstrositäten zu beseitigen, benötigt man Waffen, sehr viele Waffen; und davon hat auch Painkiller genug. Ob nun die Shotgun mit der Fähigkeit Gegner einzufrieren, die SMG mit einem Flammenwerfer oder ein Sturmgewehr, das Shurikens verschießt und die Bösewichte mit einem Blitzstrahl zappen kann - auch hier wird Variation groß geschrieben und man sollte schnell seine Lieblingswaffe finden.
Der interessanteste Schießprügel ist meiner Ansicht nach der neu eingeführte Soulcatcher. In Painkiller kann man die Seelen der Gegner nach ihrem Tod einsammeln, dafür gibt es einen Lebenspunkt zurück, was bei der Menge an vorhandenen Feinden gar nicht so schlecht ist. Zudem lädt sich die Waffe auf. Nachdem man die Waffe mit mehreren Lebensessenzen geladen hat, kann man einen spezialen Schuss abfeuern, der das ausgewählte Monstrum an die Seite des Spieler stellt. Auch wenn das nach einem Gimmick klingt, ist das im Spiel relativ nützlich, da die Viecher ordentlichen Schaden verursachen und auch mal Aggro vom Spieler ziehen.


Die Waffen zu nutzen bringt dem Spieler pure Freude, dann das Gameplay ist erste Sahne und ein wundervoller Throwback zu guten, alten Arcadeshooter. Keine Iron Sights, keine Lebensregeneration und noch nicht mal ducken kann man sich. Alles, was man braucht, ist Strafing und Bunnyhopping! Es spielt sich schnell und die Horden an Monstern lassen einem wenig Zeit zum durchatmen, was nach den modernen Militärshootern sehr erfrischend kommt.

Eine der interessantesten Neuerungen des Remakes im Vergleich zum Original ist Ko-op. Man möge denken, dass die Singleplayer-Level nicht wirklich im Multiplayer funktionieren würden oder zu leicht wären, das ist jedoch nicht der Fall. Die Tatsache, dass man die Seelen mit dem anderen Spieler teilen muss, macht einiges schwieriger. Für den neuen Koop-Modus würde ich das Remake sogar empfehlen.
Mein einziger, richtiger Kritikpunkt wäre die Länge des Spiels. Ich habe es in etwa fünf bis sechs Stunden beendet und das war eindeutig zu wenig. Nach dem Ende hat man Lust auf mehr und da einem vor den Credits ein dicker Cliffhanger aufgetischt wird, fragt man sich nur, warum man dem Spieler nicht mehr bietet. Das Format von Painkiller hätte noch so viel bieten können, leider nutzte man es nicht aus.

Insgesamt ist Painkiller Hell & Damnation ein würdiges Remake und schon allein wegen des Koop-Modus' spielwürdig. Der männliche Metal-Sountrack pumpt pures Testosteron durch die Adern, was im Einklang mit dem Gameplay ist. Sofern man mal einen klassischen Shooter spielen möchte, sollte das die erste Wahl sein, denn Monster töten sich nicht von selbst!

Bis dahin,
Undead

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13. November 2019 um 06:47 Uhr
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31. Oktober 2012
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