Nintendo Land

(Artikel)
Benjamin Strobel, 03. Januar 2013

Nintendo Land

Land der Minispiele

Mit Nintendo Land hat das Mario-Unternehmen seiner neuen Konsole genau das richtige Spielzeug in die Wiege gelegt: Die Minigames der Spielesammlung machen vielfältigen Gebrauch vom Wii U Gamepad. Im Wii U Premium Pack ist das Spiel bereits enthalten und demonstriert eindrucksvoll die Funktionen des neuen Controllers.

Die Hälfte der 12 Minispiele sind für einen Spieler konzipiert, alle anderen Spiele unterstützen einen Multiplayer-Modus für bis zu 5 Spieler. Ich werde jetzt nicht alle Spiele durchgehen und sie euch einzeln vorstellen; stattdessen möchte euch von dem Konzept hinter Nintendo Land und dem Gamepad erzählen.

Das Gamepad kann vom Prinzip her auf zwei verschiedene Weisen von der Konsole genutzt werden. Entweder das Bild wird, so wie es auf dem Fernseher erscheint, auch auf das Pad gestreamt. So kann man, wie bei New Super Mario Bros. U, den Fernseher einfach ausschalten und auf der Couch oder im Bett mit dem Gamepad spielen. Komfortabel, aber wenig innovativ. Spannendere Spielprinzipien bietet dagegen die zweite Variante: Fernseher und Gamepad erhalten unterschiedliche Bildsignale und stellen verschiedene Teile des Spiels dar. Alle Spiele von Nintendo Land basieren auf diesem zweiten Prinzip. Ein gutes Beispiel bietet das Minigame Yoshis Früchtewagen. Bei diesem Spiel muss der Spieler alle Früchte auf dem Bildschirm einsammeln und zum Ziel gelangen, indem er von Anfang bis Ende eine durchgehende Linie zeichnet. Natürlich wäre das viel zu einfach, wenn da nicht ein Clou wäre: die relevanten Objekte erscheinen nämlich nur auf dem Fernseher, sind aber nicht auf dem Gamepad zu sehen, über das man die Linie zeichnet. Bei Spielen dieser Art ist es besonders wichtig, immer wieder zwischen Gamepad und Fernseher hin- und herzuschauen, um stets die Informationen beider Geräte parat zu haben.

Yoshis Früchtewagen

Die Idee ist für sich genommen schon unterhaltsam, aber ihr wahres Potential wird erst in anderen Spielen deutlich. Nämlich dann, wenn wir mehreren Spielern durch die verschiedenen Bildschirme unterschiedliche Informationen zukommen lassen, während sie mit- oder gegeneinander spielen. Nintendo selbst bezeichnet dieses Konzept als asymmetrischen Multiplayer. Mehrere Minispiele funktionieren nach diesem Prinzip. Ein besonders schönes Beispiel bietet Luigis Geistervilla. Hier bekommt ein Spieler das Wii-U-Gamepad, während die übrigen Spieler mit Wiimotes ausgerüstet werden. Die Wiimote-Spieler sind Geisterjäger und müssen dem feindlichen Gespenst mit ihren Taschenlampen heimleuchten. Das Ganze spielt sich auf dem Fernseher ab. Demgegenüber hat der fünfte Spieler seinen eigenen Bildschirm auf dem Controller. Er übernimmt die Rolle des Geistes. Während seine Gegner ihn im Dunkeln nicht sehen können, kennt er stets ihre und seine eigene Position. Die Geisterjäger fürchten sich also ständig, weil der Geist in irgendeiner Ecke auf sie lauert, während der Spieler mit Kontrolle über das Gespenst sich permanent ins Fäustchen lacht, dass er mehr weiß als alle anderen. Der unfaire Vorteile des Gamepad-Spielers wird gewissermaßen durch das Ungleichgewicht der Teamgröße ausgeglichen: vier Davids gegen einen Goliath.

Luigis Geistervilla

Aber man muss sich nicht unbedingt keilen. Nintendo Land bietet auch ein paar kooperative Spiele. Anstatt die Spieler mit unterschiedlichen Informationen zu versorgen, werden Kompetenzen verteilt. Ein gutes Beispiel dafür ist The Legend of Zelda: Battle Quest. Hier beschreiten die Spieler gemeinsam eine Reihe von Leveln und müssen auf dem Weg Feinde besiegen ohne selbst dabei draufzugehen. Das Ganze findet auf Rails statt, sodass man nur kämpfen muss ohne sich um die Bewegung der Spielfigur zu sorgen. Der Spieler mit dem Gamepad bekommt dabei die Rolle des Bogenschützen, indem er durch Bewegung des Gamepads zielt. Die übrigen Mitspieler ziehen als Schwertkämpfer gegen die gemeinsamen Feinde und schwingen die Wiimote, um zu schlagen. Der Bogenschütze muss aus der Entfernung die Feinde aus dem Weg räumen, die für die Schwertkämpfer nicht zu erreichen sind, dafür müssen die anderen mit Nahkampfangriffen Gegnerhorden abwehren, bevor sie dem Bogenschützen gefährlich werden. Hier wird die Asymmetrie also durch verschiedene Fähigkeiten erreicht, die von den Eingabegeräten abhängen.

The Legend of Zelda: Battle Quest

Multiplayer nur auf der Couch: Online-Modi fehlen bei Nintendo Land völlig. Aber mal ehrlich: auf der Couch machen solche Fun Games ohnehin den meisten Spaß.
In allen beschriebenen Fällen profitiert die Wii U natürlich von der großen Verbreitung der Wii, sodass viele Haushalte noch mit Wiimotes ausgestattet sind. Es ist wirklich klug, die "alten" Controller für die Wii U weiterzuverwenden. Sollte es sich also um das Heim von Nintendo-Fans handeln, kann man out of the box in den Multiplayer einsteigen. Für Neueinsteiger gibt es aber auch Wiimotes mit integriertem Motion Plus als Neuauflage mit Wii-U-Label. Da kann auch die Mama es im Supermarkt nicht verfehlen! Nintendo Land zeigt eindrucksvoll, dass die Wii U ein guter Kaufgrund für einen Satz Wiimotes ist. Bis weitere Spiele vom asynchronen Multiplayer Gebrauch machen, wird Nintendo Land seine Spieler sehr gut unterhalten. Nex

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21. Oktober 2019 um 19:49 Uhr
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RELEASE
30. November 2012
PLATTFORM
Wii U
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