Wii U: Miiverse

(Artikel)
Benjamin Strobel, 06. Dezember 2012

Wii U: Miiverse

Nintendos Social Network

Das auffälligste Merkmal an Nintendos neuer Konsole dürfte wohl der neue Controller sein. Und tatsächlich ist das Wii U Gamepad ein spannendes Gerät. Die Konsole darauf zu reduzieren wäre aber ein Fehler. Unter der Haube der Wii U schlägt ein neues Herz: Miiverse, ein soziales Netzwerk für Gamer. Es verbindet Spiele mit Spielern und Menschen mit anderen Menschen. Es ist etwas Großartiges.


Mit einem Nintendo Network Account besitzt jeder Wii-U-Besitzer die Eintrittskarte in das Miiversum. Hinter dem Wortspiel versteckt sich eine gigantische Social Network Plattform, die alle Spiele der Konsole integriert. Jedes Spiel spannt sein eigenes Forum auf - mit 100 Zeichen oder einer Zeichnung kann man jederzeit in die Welt rufen, was man von dem Spiel hält. Was man im Spiel erlebt hat, kann mit Screenshots belegt werden. Und manche Spiele schicken sogar Informationen über Level und Errungenschaften mit, sodass andere sehen können, was man gerade gespielt hat.

New Super Mario Bros. U zeigt eindrucksvoll, wie Beiträge aus dem Miiverse wiederum in Spiele integriert werden können. Neben den Stages erscheinen Miis mit ihren Sprechblasen. Sie berichten darüber, dass das Level sie 5 Leben gekostet hat oder dass der Boss viel zu leicht war. Spoiler können vom jeweiligen Autoren gekennzeichnet oder von anderen Spielern gemeldet werden. Bisher bin ich nicht gegen meinen Willen gespoilert worden - das Konzept geht auf.


Wie bei Facebook können Beiträge kommentiert werden oder durch ein Yeah (=Like) Bestätigung erhalten. Trotz der Semi-Anonymität des Mii-Avatars geht es in den Foren gesittet zu. In den ersten Tagen haben viele Spieler ihrer Freude über die neue Konsole Ausdruck verliehen, einige haben sich über lange Updates geärgert, wieder andere haben ihre Lieblingsfiguren gezeichnet. Gute Bilder werden mit hunderten von Yeahs belohnt und erscheinen so manches Mal im Dashboard der Konsole als hervorgehobene Beiträge. Das Beste dürfte allerdings das Zusammenkommen zahlreicher Nationalitäten sein, die sich bei Miiverse nicht feindlich begegnen, sondern zusammen ihr gemeinsames Interesse feiern: Gaming.

Neben öffentlichen Foren können auch private Nachrichten mit Freunden ausgetauscht werden. Leider sind sie ebenfalls auf 100 Zeichen begrenzt und machen die Kommunikation umständlicher als nötig. Trotz der kleinen Hürden hat mich Miivese schnell gefesselt. Manchmal sitze ich morgens im Bett und hole mir nur das Gamepad herüber, um zu schauen, was es Neues gibt. Ich durchstöbere die Foren zu Zombi U, das ich gerade spiele, und schaue mir die Beiträge zu Chasing Aurora an, weil ich das Spiel gerne noch anspielen möchte. Dank eines Notification-Systems wird man über neue Kommentare informiert und kann problemlos in Topics zurückkehren, die man vorher kommentiert hat.


Neue Freunde findet man schnell. Ich habe noch auf keiner Konsole so viel mit Fremden gesprochen und neue Leute zu meiner Kontaktliste hinzugefügt wie auf der Wii U. Ungeachtet von Alter und Herkunft bringt Miiverse Menschen zusammen und hilft indirekt dabei, Vorurteile abzubauen. Gaming ist mit einem Moment viel sozialer und ineraktiver - selbst wenn man eigentlich allein spielt. Die Wii U einzuschalten ist wie einen vollen Raum zu betreten, in dem Menschen aus aller Welt an einem Tisch sitzen, gemeinsam lachen und selbstgemalte Bilder austauschen.

Nach all den Versuchen, Dinge anders zu machen als die Anderen, ist Nintendo mit diesem hier auf Öl gestoßen. Miiverse ist vielleicht die beste Idee der neuen Konsolengeneration. Nex

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12. November 2019 um 10:20 Uhr
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