HÖLLE JA!

(Artikel)
Joshua Peters, 20. November 2012

HÖLLE JA!

Die Schattenseite des Web 2.0

Ash ist der Prinz der Unterwelt. Er ist außerdem ein Skelett-Kaninchen mit einem Aggressionsproblem. Aber nicht nur das, denn er hat auch noch ein ganz anderes Problem. Einen Fetisch. Einen SM-Quietsche-Entchen-Fetisch. Und leider leider hat ihn jemand heimlich beim Baden (und mehr?) mit seinem Entchen fotografiert und die Bilder prompt im Hellnet verbreitet. 100 Monster haben es gesehen. 100 Monster müssen sterben. Das ist die Geschichte von Hell Yeah! Die Rache des toten Karnickels.


Mehr an Story gibt es auch nicht. Das war's! Wir haben die Grundlage und die Action kann gleich losgehen! Das Abenteuer um Ashs Rache ist im weitesten Sinne ein Jump 'n' Gun: Man läuft mit dem Prinzen durch verschiedenste Level und erforscht sie, auf der Suche nach den Zeugen. Hat man einen gefunden, metzelt man ihn nieder. So einfach ist das. Dann öffnen sich Türen, die sich halt öffnen, wenn man eine bestimmte Anzahl Zeugen-Monster gekillt hat. Diese geben den Weg frei zu mehr Blut und Abenteuern! Am Ende jedes großen "Ober-Levels", welches durch besagte Türen unterteilt ist, wartet ein spezielles Portal, das einen zu einem Bosskampf führt. Hat man den Boss gekillt, geht's weiter in die nächste Welt.
Aber wie entledigt man sich der Gegner eigentlich? Der Höllenprinz hat dafür ein ziemlich beachtliches Waffenarsenal: Ein Maschinengewehr, einen Revolver, verschiedene Raketenwerfer, einen Flammenwerfer, einen WEIHWASSERWERFER, Granatenwerfer, eine Gatling Gun und eine RIESIGE KREISSÄGE, die Ash fast permanent als Gefährt und Jet-Pack nutzt. Mit dieser Säge fräst man sich aber nicht nur durch die Gesichter der Feinde sondern auch verschiedenste Hindernisse. So stumpf das jetzt alles klingt... ist es im Grunde auch. Allerdings gehören später auch wirkliche Strategien und etwas Überlegung dazu, wenn man die Monster legen will. Besonders weil man keine Lebensregeneration hat, es keine Tränke gibt und die Rücksetzpunkte recht... nostalgischer Natur sind. Heißt: wenn man von einem Boss in dessen vierter Phase getötet wird, muss man alles von vorn machen. Wie früher! Was man auch wissen sollte: wenn man einen Gegner besiegt hat, also einen normalen (keinen Endboss), dann kommt ein ganz kurzes Minispiel oder Quicktime-Event, das den Finisher triggert. Und das können durchaus abgefahrene Sachen sein, wie z.B. ein T-Rex mit 3D-Brille, der aus dem Boden kommt und den Gegner zerkaut.


Auch die Welten, auf denen man sich rumtreibt, sind leicht absonderlich: Erst ist man noch normal in der Hölle, dann kommen Stages wie ein Gefängnis, der Weltraum, ein Casino und die HAPPY-CUTE-Ebene, in der alles ganz bunt und süß ist. Mit furchtbar fröhlicher Musik im Hintergrund, welche Gesang über ein süßes Kaninchen enthält. Fuck.
Was auch ganz schön ist: Wenn man sein zehntes Monster gekillt hat, wird DIE INSEL enthüllt. Diese ist abseits des Hauptspiels, aber es tummeln sich alle Monster darauf, die man im Hauptspiel zum Schweigen gebracht hat. Dort kann man die Verblichenen zur Zwangsarbeit verdonnern. In regelmäßigen Abständen bekommt man dann Geschenke aus den verschiedenen Abteilungen und kann diese im Hauptspiel öffnen. Das kann dann Geld, etwas zu Essen oder vielleicht sogar ein Hut sein! Oh Gott... Hüte. Es gibt sie in dem Spiel. Sehr viele und gerne auch sehr alberne. Dazu kommen dann noch Skins für die Säge, so dass man Ash beispielsweise in einem Donut oder einem Enten-Schwimmring durch die Hölle fahren lassen kann. Es gibt aber auch Abschnitte in dem Spiel, in denen der Prinz komplett unbewaffnet unterwegs ist. Hier muss man andere Wege finden, um die Zeugen zu töten. Manchmal ist man aber auch mit einem Raumschiff oder einem U-Boot unterwegs. Es gibt sogar eine Passage extra für mich in dem Spiel! Da sitzt man mit Ash in einem Hochturm und muss Leute wegsnipen. Ihr seht also, trotz des im Grunde ziemlich simplen Gameplays und einer quasi nicht existenten Story gibt es verdammt viel Abwechslung. Weshalb es auch nie wirklich langweilig wird. Den Rest tut die Präsentation. Mit Ashs stumpfen Sprüchen, den abgefahrenen Finishern, den vielen Seitenhieben auf andere Spiele oder die Popkultur. Ja, selbst die Nachrichten im Ladebildschirm (welche selten wirkliche Tipps sind) sind super: "Dauert ihnen das Laden zu lange? Das muss so! Das gehört dazu!" - Oh Ja! Da will man den Controller so schnell nicht mehr weglegen. Ich jedenfalls nicht.


Also. Fazit. Denn viel mehr gibt es jetzt nicht. Aber das ist bei weitem nicht schlimm. Man muss ja nicht immer so viel Story oder Spielelemente haben! Mal auf die Wurzeln besinnen! Nein, mal ernsthaft. Hell Yeah! lebt im Grunde von seiner qietschbunten, vulgären, böswillig Seitenhiebe austeilenden Over-The-Top-Präsentation. Wer darauf steht und auch noch Rennen, Springen und Schießen mag, zudem gerne vieles an Geheimnissen entdecken, der wird durchaus seinen Spaß mit dem Spiel haben. Auch ich habe viel, viel Spaß damit. Auch wenn ich eigentlich "Jump 'n' Run"-artiges nicht unbedingt mag.

Auch Ihr - Jozu

Kommentare

Unknown
22. November 2012 um 10:51 Uhr (#1)
Hell Yeah! fand ich echt gut. Die ganzen Anspielungen auf diverse Serien und Filme.. Top :)
Gast
28. Januar 2023 um 01:36 Uhr
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