Call of Duty: Black Ops 2

(Artikel)
Rian Voß, 26. August 2012

Call of Duty: Black Ops 2

Pick 10, Score Streaks, CoDCast

Dafür, dass es schon so verdammt viele Ableger von der Call-of-Duty-Marke gibt, ist die Serie ulkigerweise nicht sonderlich bekannt für Sequels. Aber genauso wie Final Fantasy X-2 das ungeschriebene Folgegesetz gebrochen hat, so wird mit Black Ops 2 auch ein Schlussstrich gezogen. David Vonderhaar gab sich bei der Präsentation des neuen Shooters mithilfe eines ganzen Arsenals von coolen Game-Designing-Buzzwords größte Mühe, uns für den schnellen, geschmeidigen Einstieg in Activisions neues Goldeselchen zu coachen, wobei sich das Ganze hauptsächlich um den Multiplayer drehte.


Erste Änderung: der Ausrüstungsbildschirm. Das bisherige System wird von einem beim Windows-8-Dashboard abgeguckten "Grid" abgelöst, welches einerseits hübsch übersichtlich anzugucken ist, andererseits eine funktionale Plattform zum Vergleichen von Waffenwerten bietet. "Besser, intuitiver" heißt die Parole und das ist auch notwendig, da sich Waffenskills auf Waffenzusätze verschoben haben. Das hat den einfachen Grund, dass man so als abgeknallter Spieler am Ballermann des Gegners sofort sehen kann, warum er die Oberhand hatte: Ist der Lauf des leichten Maschinengewehrs verlängert, dann ist es kein Wunder, dass der Schweinehund genauer zielen konnte!
Unterstützt wird der einfache Überblick von einem einfachen Limit bezüglich dem, was man denn ins Spiel mitnehmen darf. Ich packe meinen Koffer und ich nehme mit: Zehn Dinge. Scharfschützengewehr, Pistole, vier Aufsätze, drei Perks, eine Granate? Zehn Dinge. Nur eine Uzi, die zur Primärwaffe machen, zwei Aufsätze hinzufügen, vier Aufsätze anbauen, ein Perk und eine Granate? Auch zehn. Leider kann man nicht wie ein wild gewordener Attentäter einfach zehn Granaten in seine Taschen stopfen und anschließend wild um sich werfen, sondern jede Gattung im Pick-10-System hat ein Oberlimit, welches sich durch den Einsatz einer Wildcard, die ebenfalls eins der zehn Mitnahme-Objekte verbraucht, erweitern. Leider auch nur bis zu einem weiteren Limit. Aber es macht ja auch keinen Sinn, Slots zu kaufen, wenn man dann nichts mehr hinein tun kann.

Ich wollte an dieser Stelle mit folgendem Satz weitermachen: "Da das Spiel im fernen Jahre 2025 handelt...", aber dann musste ich bemerken, dass wir ja schon bald 2013 haben, verdammt. Okay, also: In der nahen Zukunft gibt es natürlich wieder mehr krassen Kram, den sich Soldaten auf ihre bewährte AK-47 montieren können, und das nutzt Treyarch aus, um gameplay-beschleunigende Spieler zu belohnen. Der Gedanke lautet: Wenn jemand für Action sorgt, sollte er einen Vorteil haben. Bestes Beispiel ist hier der Millimeter Scanner, mit dem man als Aufsatz stillstehende Spieler durch Wände hindurch sehen kann - perfekt, um dreckige Camper auszuräuchern! An dieser Stelle dürften alle räudigen Sniper-Junkies herumweinen: "Riaaaan, das ist Strategieeee! Im echten Krieg stürmen ja auch nicht alle gleichzeitig zur Vordertür rein!" Ihr habt natürlich recht und wie es bei CoD so ist, gibt es für alles irgendeinen Konter. Wahrscheinlich kann man sich den Aufsatz "Scannershield" erspielen und wird dann für's digitale Auge unsichtbar oder so etwas.


Neue Spielmodi finden ihren Einzug: So gibt es nun auch aus anderen Shootern lange bekannte Modi wie Hardpoint (Domination mit wechselnden Zielgebieten) und Multi-Team-Matches.
Des Weiteren existiert nun eine Aufteilung zwischen Score Streaks und Medaillen. Letztere geben Erfahrungspunkte, die für das Leveln gut sind, allerdings auch nur für heroische Aktionen wie Triple Kills oder eine Teabagging-Strähne verliehen werden. Score Streaks dagegen werden auf das Reward-o-Meter draufgezählt, und lassen sich dann gegen sofortige Belohnungen eintauschen - etwa den AGR-Roboter, dessen Gatlings man entweder manuell steuern kann oder der auch vollkommen autonom herumfährt und eigenständig Feinde zu Klump schießt. Die Punkte gibt es für Aktionen, die dem Erfolg der Mission dienen - also beispielsweise eine Flagge in CTF stehlen. Es gilt natürlich wie immer der Call of Duty-Grundsatz, dass bessere Spieler stets weitere Vorteile bekommen.

Ein letztes Feature ist die weitere Verflechtung des E-Sports-Lifestyles mit der Couch. So wird es für alle Spieler jederzeit über das CoDCasting möglich sein, die eigenen Spiele in alle Welt hinauszustreamen oder gestreamte Spiele auf jeder Plattform anzuschauen ohne den Shooter ausschalten zu müssen. Verschiedene übersichtliche Statistiken, wie die symbolische Anzeige eines Killstreaks, zeigen einem an, wo es gerade interessant wird und wo man hinzappen sollte. Zusätzlich kann man auch noch in die Kommunikationskanäle der Teams reinhören, wenn man möchte, um ein bisschen was über die Organisation von Profispielern auf dem Feld der Ehre zu lernen oder um das ein oder andere private Detail in Erfahrung zu bringen, auf das man beim Facebook-Stalking seiner virtuellen Lieblingssportler noch nicht gestoßen ist.

Was ich von den Änderungen am Black-Ops 2-Multiplayer bisher gesehen habe, schien mir in den meisten Fällen sinnvoll zu sein. Am Kern hat sich allerdings nichts geändert: Wenn jemand eine Fernlenkrakete auf dich richtet, dann bist du tot. Da gibt es keine Diskussionen. Rian

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17. Mai 2022 um 17:08 Uhr
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