Rome 2: Total War

(Artikel)
Rian Voß, 24. August 2012

Rome 2: Total War

Römer machen Großstädte zu Kleinholz

Es ist nun bald acht Jahre her, seit Creative Assembly seinen dritten Teil der Total-War-Serie, Rome: Total War, auf den Markt gebracht hat. Anscheinend fanden die Fans an dem letzten Eintrag, Shogun 2, zwar viel gefallen, aber die Entwickler wurden immer wieder gepestet, dass sie doch mal wieder ein Rome machen sollen - und so ist es geschehen. Und da das Szenario so kriegsbeladen ist und in der Ära in kürzester Zeit ein ganzer Haufen neuer Technologien entwickelt wurde, bietet es sich ja auch an.


Die uns vorgeführte Demo sollte zwei erweiterte Aspekte verdeutlichen: größere Schlachten und hervorgehobene Details. In der gezeigten Eroberung von Karthago tritt zum ersten Mal kombinierter Einheiteneinsatz auf. So laden Schiffe ihre menschliche Fracht an der Küste der Metropole ab und während die Angreifer von außen mit allerlei Maschinerie die gigantischen Wände zertrümmern, fahren andere Seegefährte in den Hafen ein, um von innen heraus ihren Beitrag zu leisten.
Von der Detailseite her wird viel Wert darauf gelegt, die menschliche Seite der Konflikte zu zeigen. Man hat selbstverständlich wieder seine Taktik-Ansicht und Möglichkeiten zur Diplomatie, aber auch wenn ein Kampf unausweichlich ist, tragen weitere Animationen, eine Vielzahl von Visagen für die einzelnen Soldaten und kleine Events sowie per Motion Capture aufgenommene Gesichtsbewegungen dazu bei, eine dichtere Atmosphäre zu vermitteln. Sehr schön war der Moment, in dem die Kamera in die Haut eines Römers fährt, der in einem Belagerungsturm auf das Öffnen der Tür wartet, während sein Befehlshaber eine tosende Ansprache an die Truppe richtet; zu jeder Zeit wird irgendwo immer irgendwas passieren, so dass wohl auch der kleinlichste Feldherr bei der Analyse der Umgebung immer wieder etwas Neues entdecken wird. Gerade der Perspektivwechsel scheint ein so interessantes wie gefährliches Stilmittel zu sein, was die Entwickler aber auch selbst als solches erkennen, denn einerseits mögen sie es, andererseits gibt es noch keinen wirklich spielerischen Nutzen dafür und ohne den wollen sie dem Spieler nicht die Kamerakontrolle ständig entreißen.

Die Grafik lässt sich auch trotz der noch etwas spartanischen Objektdichte der Prä-Prä-Alpha als sehr hübsch beschreiben. Es macht einfach Spaß, seine ganzen Legionen geordnet über das Feld wuseln zu sehen, und ich kann mir gut vorstellen, dass ein Einbruch in den Mauern von Karthago für den Spieler einen noch schöneren Moment darstellt, wenn die Stelle mit viel Krawall kollabiert. Auch ansonsten schindet der Einsatz der Modell-Architekten ziemlich viel Eindruck: Man sieht in großer Entfernung noch Türmchen und Gebäude und alles scheint aus Spielgrafik zu bestehen und begehbar zu sein, während sich in nächster Nähe die Details der Straßen häufen und so eine gelungene Abwechslung zum bekannten Scharmützel in der Ebene stellen. Interessant ist auch, dass so eine große Karte nicht nur aus einem, sondern aus mehreren Eroberungspunkten bestehen wird, die man natürlich bei einer schlechten Verteidigung oder einem überstürzten Angriff schnell wieder einbüßen kann. So lassen sich auch Guerilla-Taktiken vollführen, um den Gegner am Sieg zu hindern, also mit kleinen Trupps dem anderen auf die Nerven fallen und dann schnell wieder abhauen.


Leider handelte es sich bei der Demonstration nur um eine Rolling Demo, in der die Einheiten automatisch zogen, während die Kamera manuell kontrolliert wurde. Trotz eines Wechsels auf die strategische Karte waren keine Gameplay-Eingriffe ersichtlich und so lässt sich die fertige Ausprägung der Features, welche immer noch ausgeknobelt werden, höchstens erahnen. Eins ist jedoch klar: Auch wenn es viele Schlachten und Geplänkel zwischen den verschiedenen Fraktionen (bisher sind die Römer, die Barbaren und eine "eastern faction" bestätigt) um Gebiete geben wird, die auf eine Konfrontation im offenen Feld hinauslaufen und so die typische Ausnutzung von Hügeln und Wäldern vermuten lässt, so werden die Belagerungen und Eroberungen der Antike allein schon wegen der Vielfalt im Straßenbild und dem Layout der Gebäudepositionen Bosskämpfen gleichkommen, die das Spielerlebnis nachhaltig prägen werden.

Mehr als einen netten Eindruck konnte die Vorführung bei mir leider nicht erzielen, dafür ist es noch zu viel "So wollen wir das" und zu wenig "So ist das jetzt". Vor allem bei Strategietiteln sind nachher die spielerischen Kleinigkeiten enorm wichtig, aber ich halte zumindest die Idee, mehr Emotionen in das ansonsten sehr kühle Genre zu bringen, für lobenswert. Es ist jedoch schade, dass uns zum Multiplayer noch nichts verraten werden konnte, außer dass Creative Assembly "große Pläne haben." Rian

Kommentare

Dreed
25. August 2012 um 11:37 Uhr (#1)
ist schon ein release termin draussen?
ich freu mich schon tierisch auf das spiel, alles was ich bis jetzt gehört habe klingt grossartig
Rian
25. August 2012 um 20:19 Uhr (#2)
Bis jetzt nur "2013". Wie schon gesagt, der vorgestellte Built war Pre-Pre-Alpha und sie scheinen immer noch viele Konzepte zu brainstormen und auszutesten, also würde ich mal vor Herbst nächsten Jahres nicht damit rechnen.
Gast
17. Mai 2022 um 15:29 Uhr
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