Chaos Chronicles

(Artikel)
Benjamin Strobel, 18. August 2012

Chaos Chronicles

Klassisches RPG aus deutscher Feder

Mein Besuch bei den Jungs von Coreplay unter dem Dach von BitComposer offenbarte ein neues Rollenspiel unter dem Titel Chaos Chronicles. Der Münchener Spiele-Entwickler stützt sich bei der Entwicklung auf Rollenspieleklassiker wie Ultima V, Eye of the Beholder und Dungeon Master und zeigt erhebliche Einflüsse durch Dungeons & Dragons. Das Ergebnis sieht aus wie ein modernes Baldur's Gate, das sich ein rundenbasiertes Kampfsystem à la Heroes of Might and Magic angeheiratet hat. Höre ich da erste RPG-Herzen höher schlagen?

Im Fantasy-Setting von Chaos Chronicles haben Dämonen die Herrschaft über die Welt übernommen. Auch wenn der Spieler nicht weiß, wie es dazu gekommen ist, findet er sie bereits so vor. Aufgabe ist es dann herauszufinden, was passiert ist, und die Welt von den dunklen Mächten zu befreien.


Wie in vielen klassischen RPGs gibt es auch bei Chaos Chronicles eine Übersichtskarte. Von dieser Map aus kann man verschiedene Orte bereisen: Dörfer, Städte und natürlich verschiedene Dungeons. Befindet man sich in so einem Gebiet, kann man seine Party von bis zu fünf Charakteren per Klick durch die Umgebung navigieren. Alle Bereiche des Spiels sind von Hand designt und kein Element ist zufallsbasiert. Das gilt auch für die Umwelt und die Gegenstände, die man finden kann. Coreplay hat daher zu jedem Zeitpunkt einen Plan davon, wie stark der Spieler sein wird und welche Waffen er hat. Natürlich gibt es auch verstecktes Equipment, aber das ist ja Bonus. Doch auch Bücher, Obst und verschiedene Kisten stehen nicht einfach so da, sondern haben in der Regel eine Bedeutung oder zumindest einen Beschreibungstext, der dem Spieler mehr über die Welt erzählt. Das Ganze wäre jetzt fast idyllisch, wenn es da nicht die Kämpfe gäbe. Begegnet man bei Chaos Chronicles einer Gruppe von Feinden, wechselt die Echtzeitbewegung zu einem rundenbasierten Kampf. Wo man sich gerade auch befindet, wird die Karte mit einem Hexagon-Grid unterlegt und alle Figuren ziehen nacheinander. Wie man es aus D&D kennt, gibt es verschiedene Rassen (Elfen, Halblinge, Zwerge, Menschen,..) und Charakterklassen (Diebe, Magier,..) mit verschiedenen Fähigkeiten. Als Zauberer wird man sich eher hinten aufhalten und Schwertkämpfer nach vorne schicken. Befindet sich auf der Karte gerade eine Kiste oder andere Hindernisse, so werden sie auch relevant im Kampf und können als Schutz oder Blockade dienen.


Im Kampf wird zwischen zwei Typen unterschieden: Stärkere und schwächere Feinde. Die schwächeren werden hier zu einem "Schwarm" zusammengefasst und agieren gemeinsam. Die Jungs von Coreplay erklären mir, dass es bei einigen Spielen dieser Art sehr anstrengend ist, wenn zwanzig kleine Goblins nacheinander eine Bewegung machen. Man kann zwar nach wie vor jeden Goblin einzeln angreifen oder mit Massenangriffen eine ganz Schar auslöschen, aber wenn es um den Angriff geht, marschieren sie gemeinsam los. In den Dungeons werden diese Kämpfe an festen Stellen platziert, es gibt aber auch Gebiete mit Zufallsbegegnungen.

Jeder der zwölf Dungeons in Chaos Chronicle wird eine eigene Geschichte haben, die Aufschluss darüber gibt, was an diesem Ort vorgefallen ist. Gleichzeitig wird sie aber auch einen Teil zur übergeordneten Story beitragen und so nach und nach ein größeres Bild über die Geschehnisse formen. Neben Kämpfen und diversen Lootkisten warten in den Dungeons natürlich auch ein paar Rätsel: Schalter umlegen, Objekte finden, Codes eingeben - alles ist dabei.


Coreplay legt großen Wert auf eine authentische Rollenspiel-Welt und möchte klassischen RPG-Spielern sowohl inhaltlich als auch spielerisch ein Retro-Feeling bieten, das bekannte Elemente der Klassiker aufgreift ohne die alten Fehler zu wiederholen. Und natürlich mit der neuesten 3D-Technik und schicken Shadern. Mit zwölf Dungeons und 40 weiteren Orten soll der Spieler 25 bis 40 Stunden zu tun haben, während der Preis definitiv unter zwanzig Euro bleiben soll.
Coreplay entwickelt primär für den PC, Versionen für Xbox 360 und PS3 sind aber geplant. Auch wenn die Jungs mir bisher nichts Genaues sagen konnten, gaben sie schon starke Hinweise auf einen Koop-Modus. Hier soll durch eine Party mit echten Spielern eine Dynamik zustande kommen wie bei Pen&Paper-Spielen. Erscheinen soll das Ganze im ersten Quartal 2013 und ich bin sehr gespannt! Nex

Kommentare

Jonas82
Gast
25. August 2012 um 20:06 Uhr (#1)
Rundenbasiert ist toll, Screenshots sehen auch gut aus. Frage ist nur ob das Game wirklicg bis Anfang 2013 fertig wird *G*
Ben
25. August 2012 um 20:26 Uhr (#2)
Sicher ist das natürlich nicht. Viele Elemente des Spiels sahen aber schon recht fertig aus, insbesondere die Engine und die gezeigten Locations.

Das Kampfsystem dagegen steckt noch in den Kinderschuhen. Zu diesem Komplex zählt auch das Placement der geskripteten Feindbegegnungen und das entsprechende Balancing, damit die Begegnungen später nicht zu einfach (oder unschaffbar) werden.

Um sich auf dem Laufenden zu halten, empfiehlt sich das Developer Blog:
chaos-chronicles.com
Gast
18. Juli 2019 um 11:06 Uhr
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