Patapon 2

(Artikel)
Rian Voß, 25. Juni 2012

Patapon 2

Mehr Pata, aber weniger Pon

Bei wem die Worte "Pata Pata Pata Pon!" kein sofortiges Vietnam-Flashback auslösen, mit dem brauche ich an dieser Stelle gar nicht weiterzureden. Ihr habt eine PSP oder eine PS Vita? Lest unseren Patapon-Artikel! Wir haben Evil versprochen, dass er wöchentlich pro Leser eines seiner Reviews einen Millimeter mehr Auslauf bekommt - bei der momentanen Geschwindigkeit wird's eher August, bevor er endlich mal in Reichweite des Badezimmers kommt. Die übrigen von euch, die wissen wollen, was sich von Patapon zum Nachfolger, Patapon 2, so alles getan hat, der werfe bitte einen Blick auf den Rest dieses Textes.

Die kurze Antwort lautet: Nicht viel. Also. Wirklich nicht viel. Unser Stamm an Patapons ist nach dem Schiffbruch auf der Suche nach dem mysteriösen Earthend irgendwo an Land angeschwemmt worden und weiter geht's! Neue Feinde massakrieren!
Dabei bedienen wir uns weiterhin des bekannten, vier-takt-rhythmischen Gameplays, um entweder anzugreifen (Pon Pon Pata Pon!), zu marschieren (Pata Pata Pata Pon!), abzuwehren (Chakka Chakka Pata Pon!) oder um per Minigame bestimmte Elementeffekte hervorzurufen (Don DoDon DoDon!). Der knuffige Kunststil feiert sein Comeback, wobei natürlich einige neue Feinde und, vor allem, Bossmonster die bekannten Animationen aufwerten und welche geschickte Abwägung der vier Befehle verlangen. Wer aber Patapon gerade erst hinter sich gebracht hat, kann hier ohne große Hindernisse weitermachen.


Wer aber doch noch mit dem Feinhaarkamm nach Unterschieden sucht, der wir zumindest einigermaßen schnell fündig, wobei sich die größten Neuerungen auf drei Dinge beschränken:
Zum Einen verfügen unsere Patapons nun über einen Helden. Dieser kleine Recke ist quasi unsterblich, indem er nach wenigen Sekunden zurück aufs Schlachtfeld spawnt, kann seine Masken für bestimmte Spezialfähigkeiten wechseln und wenn man den Fever-Modus erreicht - also lange genug den Rhythmus wahrt -, dann rückt er mit Sonderangriffen auf, wie etwa flächendeckenden Pfeilhageln oder einem Tornadoangriff, der Gebäude in Sekundenschnelle plättet.
Mit dem Hero kommt der Hero Mode, welcher den neuen Patapon-Ko-Op für vier Spieler darstellt. Gegen den Timer versuchen die unverwüstlichen Helden, ein Riesenei ans Ende des Levels zu bringen, wodurch sie Schätze, Waffen, Materialien und Ka-Ching (die Währung) erhalten. Leider konnte ich online niemanden finden, der mit mir spielen wollte, aber da es schon solo ziemlich viel Spaß macht und eine kleine Abwechslung zum Kommandieren der Mini-Armee bringt, kann ich mir gut vorstellen, dass man hier mit menschlichen Spielern auch noch mal ein bisschen Leistung aus dem Titel quetschen kann.
Zu guter Letzt wurde das Upgrade-System überarbeitet: Die Patapons lassen sich, wie schon vorher, in eine Vielzahl weiterer Pons evolvieren, jetzt gibt's das Ganze aber auch mit Entwicklungsbaum und mehr Infos darüber, was welcher Patapon überhaupt zu leisten vermag. Leider muss man immer noch hart grinden, um seinen Wunschtrupp zusammenstellen zu können.

Ansonsten sind die Änderungen wirklich marginal und häufig nur kosmetischer Natur. Es gibt inzwischen mehr Tänze für Bon den Baum, das Bergbaby und all die anderen Gesellen. Die Fever-Anzeige spuckt eine Warnmeldung aus, falls man sich mal im Takt verhauen hat. Die Hüte gefallener Patapons können nicht mehr verloren gehen, so dass kein Patapon lange tot bleibt und dessen Erfahrung auch nicht verschwindet. Und viel mehr ist mir eigentlich nicht aufgefallen.


Das heißt leider auch, dass einige Frustmomente aus dem Vorgänger nicht mal ansatzweise verbessert wurden. So verschwinden Ka-Ching, Materialien und Waffen, die wegen Bogenbeschuss irgendwo hinter den feindlichen Linien erschienen sind, und an die man erst herankommt, wenn alle Gegner aus dem Weg geräumt wurden, immer noch viel zu schnell. Es bricht mir jedes Mal das Herz, wenn mir so ein dringend benötigtes Schadensupgrade im Grunde durch die Finger gleitet.
Auf der anderen Seite sind die Missionen zwar leicht suchterregend, allerdings kann man auch mal schnell schläfrig werden, falls man eine eintönige oder schlecht gescriptete erwischt. Meine schlechteste Erfahrung machte ich in einem Kampf gegen Gong, einem der großen Endgegner aus dem ersten Patapon: Hier ging der Kampf erst weiter, wenn man alle von Gongs Handlangern erledigt hat. Allerdings gab es harten Gegenwind, so dass meine Bogenschützen effektiv nutzlos waren, und die Scheißer der Gegenseite waren Fernkämpfer, dementsprechend weit hinten, also habe ich fünf Minuten am Stück Pon, Pon, Pata Pon gedrückt und bin schon mal eingenickt, während sich Gong und meine Nahkämpfer ohne groß Schaden zu verursachen mit Wattebäuschen die Schädel einschlugen.

Letztendlich ist Patapon 2 nur was für Leute, die nach Patapon wirklich, wirklich, wirklich noch lange nicht genug hatten, ansonsten unterscheidet sich das Spiel nicht viel vom ersten Teil. Man könnte den auch einfach noch mal von vorne anfangen. Rian

Kommentare

heilerderwelten
Gast
26. Juni 2012 um 06:43 Uhr (#1)
Schon allein für den ersten Satz sollte man dich zum Ritter schlagen.
Rian Voß, um ihrer Verdienste dem gemeinen Volk willen,
schlage ich sie nun feierlich, mit diesem 2 Monate alten Baguette,
zu Sir Rian, sie dürfen die Braut jetzt küssen *lacht*
Rian
26. Juni 2012 um 13:05 Uhr (#2)
Jawohl, Sir Rian von Steinbaguette führt den Befehl aus! Muah, muah, mmmmuaaaaah!
Ben
26. Juni 2012 um 13:29 Uhr (#3)
Trägt das Baguette einen Schleier?
Rian
26. Juni 2012 um 15:50 Uhr (#4)
Das hat die längste Zeit irgendwas getragen!
Gast
19. Juli 2019 um 12:50 Uhr
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06. März 2009
PLATTFORM
PS Vita
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