Dustforce

(Artikel)
Benjamin Strobel, 03. Mai 2012

Dustforce

Akrobaten bei der Aufräumarbeit

Fühlt den frischen Flow des Putzens: Dustforce lässt euch bisherige Assoziationen mit Putzarbeit vergessen und stellt euch sein rasantes Gameplay vor. Als akrobatischer Putzwichtel rutscht, flutscht, gleitet und schreitet ihr durch Laub und Staub! In den fünfzig intelligenten Levels des 2D-Plattformers sollt ihr für Ordnung und Sauberkeit sorgen - glaubt mir, so einen Wirbel habt ihr lange nicht gemacht!

Auf den ersten Blick fällt Dustforce vor allem durch seine simple Art auf. Der Grafikstil verläuft sich nicht in Schnörkeln, sondern sucht seine Schönheit in Schlichtheit. Untermalt wird der Eindruck noch durch den entspannten, atmosphärischen Soundtrack. Die Musik weiß um ihren Wiedererkennungswert und verkauft sich für wenige Euro auf Steam zum Spiel dazu. Und wenn man sich einen Trailer ansieht und beobachtet, wie sich bei diesem Spiel eine Animation in die nächste fügt, dann hat das etwas Meditatives. Geschwind, aber schön. Wenn man sich dann selbst an das Spiel wagt, merkt man schnell, dass man diese Eleganz nicht umsonst bekommt. Das richtige Timing, gezieltes Abspringen, eine gute Reaktion bis hin zum Auswendiglernen schwieriger Stellen machen Dustforce zu harter Arbeit. Das Spiel ist defnitiv etwas, für das man sich gerne einen Controller einstöpselt. Mit Tastatur kommt man hier echt an seine Grenzen.

Dustforce kommt ganz ohne Story aus - das Gameplay ist sich selbst genug. Als einer von vier Putzteufeln (die sich nur optisch unterscheiden) könnt ihr vom Hauptmenü, dem Nexus, loslaufen und verschiedene Gebiete und Level betreten. Man klappt also kein Menü aus und wählt seine Herausforderung. Selbst die muss man sich hier erspielen. Oftmals liegt die Schwierigkeit schon darin, ein Level überhaupt zu erreichen. Mit allen Tricks von (Doppel-)Sprüngen über Airdashes bis hin zu Wandläufen müsst ihr euch mit viel Finesse einen Weg zum nächsten Level erarbeiten. Schwierigere Herausforderungen sind zudem durch ein Schloss geschützt - hierfür müsst ihr euch zuerst durch gute Ergebnisse in anderen Abschnitten die nötigen Schlüssel verdienen. Endnoten in einem Level werden dann für Vollständigkeit (alles wegputzen!) und Finesse (die Putzcombo aufrecht erhalten!) vergeben. Das Ganze wird anschließend zusammen mit der Zeit in die Leaderboards geladen.

Was Dustforce so besonders macht, ist DER FLOW. Ich kenne kaum einen 2D-Plattformer, der sich so dynamisch anfühlt. Das Erlebnis beginnt bei den phantastischen Animationen, die butterweich ineinander übergehen. Dann nimmt das Leveldesign den Spieler so geschickt es geht an die Hand und führt ihn über Laubspuren sicher durch das Level. Selbst wenn man einen Abschnitt das erste Mal spielt, findet man sich immer zurecht und weiß sofort, wo es lang geht. Feinden zieht man im vorbeirauschen mit dem Besen eins über. Und stürzt man mal ab, so hat man meistens selbst Schuld. Doch auch dann bringen die häufigen Checkpoints den Spieler sofort wieder zurück ins Geschehen. Die Level durchlaufen sich so wie im Fluge. Und selbst ein Neustart ist noch Teil der Bewegung. Dustforce mag schwierig sein. Aber alles, was es dem Spieler abverlangt, gibt es ihm auch zurück.

Wer es noch hektischer mag, kann sich am lokalen Multiplayer-Modus probieren. Hierzu suche man sich drei Freunde und bilde zwei Teams. Man verabrede sich dazu, welche Seite den Dreck macht und welche ihn wieder säubern muss. Das lustige Bäumchen-Wechsel-Dich aus Einsauen und Wegputzen verleiht dem Spiel neben meditativer Wirkung und tiefem Flow-Erleben noch eine lustige und soziale Komponente. Der schnelle Indie-Plattformer ist für weniger als 10 Euro über Steam zu haben und jeden Cent wert, den ihr für ihn ausgebt.

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Kommentare

Rian
03. Mai 2012 um 23:53 Uhr (#1)
Ich habe mir die Version mit Soundtrack gekauft, und während ich noch keine Hand an das Spiel legen konnte, hat mich die Tonkunst schon ganz verzaubert.
Gast
19. Oktober 2019 um 05:09 Uhr
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