DDP Game of the Year 2011

(Artikel)
Rian Voß, 01. Januar 2012

DDP Game of the Year 2011

His name is Dovahkiin, OVERGAME

Einigungen sind manchmal nicht möglich. Wir sind hier beim DPad zwar alles Freunde, Seelenverwandte und man könnte uns auf Fotos mit der einheitlichen Coolness der Farbenmänner von Reservoir Dogs verwechseln, aber gerade wenn es um etwas so Wichtiges wie das Game of the Year geht, dann glühen die Internetkabel vor Geflame. Es kam ja nach Tagen der Diskussion nicht mal eine Einigung, was für Kategorien aufgeführt werden sollen, zu stande. Letztlich waren wir SO KURZ DAVOR uns einfach darauf zu einigen, kein GOTY abzuhalten, dafür aber offiziell Ocarina of Time zu einem Stück überbewerteten Müll zu deklarieren. Das durfte ich übrigens nur schreiben, weil der Rest der Redaktion zu diesem Zeitpunkt an ein Fass Dynamit gefesselt im Keller sitzt.

Wie dem auch sei, da wir ein so individueller Haufen sind und es sowieso ständig heißt: "Okay, das Spiel hier brauche ich nicht mehr zu spielen, dazu gibt's ja schon einen Artikel und so viele Achievements hat's auch nicht", haben wir uns einfach mal gedacht, wir geben jedem in unserer Core Four mal die Chance, seine fünf Top-Titel des Jahres 2011 zuzüglich fünf namentlicher Nennungen für die knappen Verlierer vorzustellen. Los geht's! Viel Spaß! Und bleibt uns treu!

Nex

2011 hat eine ganze Reihe großartiger Spiele hervorgebracht. Derart viele, dass ich selbst noch nicht alle gespielt habe, die ich vielversprechend fand. Vielleicht würden hier Modern Warfare 3 und Dark Souls auftauchen, wenn ich die Zeit gefunden hätte, sie ausführlich zu spielen. Viele andere habe ich dafür sehr lange und oft gespielt und möchte das auch als ein wesentliches Kriterium für das Game of the Year 2011 anführen. Wenn man einen Titel einfach nicht weglegen kann, weil er so großartig ist, und das über dutzende Stunden hinweg, und wenn man immer wieder zurückkehrt, dasselbe Spiel auszukramen und noch einmal zu spielen, dann ist das vermutlich die höchste Auszeichnung, die man so einem Spiel zusprechen kann.

Ein zweites Kiterium für meine Auswahl soll meine Vorfreude sein. Es gab Spiele, für die lange klar gewesen ist, dass ich sie am ersten Tage kaufen muss. Allein die Tatsache, einem Spiel monatelang entgegenzufiebern und trotzdem nicht enttäuscht zu werden, ist für mich ein erhebliches Qualitätsmerkmal.

Zuletzt war auch entscheidend: Woran erinnere ich mich? Welche Spielszenen sind mir bis jetzt im Kopf geblieben? Was möchte ich unbedingt noch mal spielen? Diese eingebrannten Unvergesslichkeiten sind die Dinge, die mir überhaupt erst die Namen der Spiele in meine innere Auswahl zaubern.

5. Marvel VS. Capcom 3

Für mich der Beater des Jahres. Ich habe seit dem ersten Trailer auf dieses Spiel gewartet! Die Auswahl an Kämpfern war einfach großartig und ließ kaum einen Wunsch offen, der nicht per DLC irgendwann erfüllt wurde. Marvel VS. Capcom ist kein faires und kein nettes Spiel. Und wenn man sich in den Online-Modus wagt, sollte man mit dem Po stets zur Wand stehen, denn hier wird kein Rape unversucht gelassen. Aber gerade die massive Übertreibung und der Hang zum Overkill machen Marvel VS. Capcom 3 so großartig. Am besten wird dieses Spiel eiskalt und für zwei oder mehr Spieler auf dem Sofa serviert.

4. The Legend of Zelda: Skyward Sword

Definitiv ein Titel, der mehr Würdigung verdient. Aber selbst für mich als Fan ist die technische Qualität (lies: Grafik) ein richtiger Lustkiller. Ich stelle mir vor, wie schön das Spiel aussehen kann, wenn man es in HD auf dem PC emuliert und denke mir: So, wie es auf der Wii erschienen ist, macht es wirklich nur halb so viel Spaß. Als Menschen sind wir visuelle Wesen und wollen unser Auge mitessen lassen. Dennoch ist Skyward Sword ein herausragendes Spiel, vielleicht das beste Zelda aller Zeiten, und daher mein vierter Platz für 2011.

3. Deux Ex: Human Revolution

Deus Ex hat mich stark begeistert. Die Atmosphäre und der düster-güldene Steampunk-Stil bieten nur erste, oberflächliche Reize für eine noch tiefere Reise durch das Deus-Ex-Universum. Das Prequel zum Klassiker kehrt nach Verirrungen im zweiten Teil nah an seine Wurzeln zurück, aber ist trotzdem modern und frisch. Die Story ist in vielen Strecken gut und schwächelt nur gegen Ende, kann aber ausreichend fesseln. Dauerspaß dagegen bietet das abwechslungsreiche Gameplay mit bunter Mischung aus ballern, schleichen und labern. Definitiv ein Spiel, das für viel Wirbel gesorgt hat und als 2011er Toptitel nicht fehlen darf!

2. Skyrim

Warum ist Skyrim nicht auf Platz eins meiner Liste? Sicher hätte es auch den ersten Platz verdient. Es ist ein geniales Spiel, das große Teile meines Lebens einfach verschlungen hat. Es ist auch eine lebendige Welt, in die man gerne und leicht eintauchen kann. Es bietet Abwechslung und wie die Vorgänger eine Reihe wirklich grandioser Quests. Aber es enthält nur wenige dieser epischen Momente, die man sich und anderen noch lange erzählen kann. Wenn ich bei Zelda zum ersten Mal einen Tempel betrete, dann zieht Ehrfurcht durch meinen Körper. Jeder Endboss ist mir noch im Gedächtnis. Bei Skyrim denkt man sich vor einem Dungeon: Okay, hab' ich mein Inventar leer gemacht? Ich muss jetzt ja alles durchlooten. Und hoffentlich hab' ich genug Tränke, falls hochrangige Zauberer darin hausen. Ein Drache ist ein Drache und man weiß, was einen erwartet. So genial wie Skyrim ist, so bietet es für mich trotz allem nicht das i-Tüpfel Awesomeness, das es zum Spiel des Jahres gebraucht hätte. Ohne Frage ist es aber eines der tiefsten und größten Spiele der letzten Zeit.

1. Batman: Arkham City

Batman stellt mein Spiel des Jahres. Ich habe mich von allen Spielen am meisten auf dieses gefreut, wurde am wenigsten enttäuscht und habe viel Zeit damit zugebracht. Die Story ist schön in Szene gesetzt und Musik wie Synchronsprecher sind erstklassig. Die ausgefeilten Konzepte des Vorgängers wurden durch mehr Freiheiten einer offenen Welt und erhöhten Umfang gewinnbringend ergänzt. Es gibt einfach nichts, das dieses Spiel ernsthaft falsch macht. Man könnte allenfalls meckern, dass es nicht viel besser werden konnte als der erste Teil, weil schon dieser so gut war. Ich kann jedenfalls nur jedem Spieler empfehlen, sich Batman: Arkham City anzusehen und sich selbst davon zu überzeugen.

Runners-Up
Gears of War 3, Infinity Blade II, Mortal Kombat, Shadows of the Damned, Pokémon Black and White.

Jozu

5. Portal 2

Das erste Portal war seinerzeit eigentlich nur als kleine Beigabe zur Orange Box gedacht. Über Monate hinweg ist diese kleine Spielerei allerdings zum Kult-Titel aufgestiegen - mit einer riesigen Fanbase. Natürlich ist da klar: Ein zweiter Teil muss her. Und er kam. Diesmal wesentlich umfangreicher, mit ordentlicher Story und allem drum und dran, sogar eine Multiplayerkampagne gab es, welche parallel zum Hauptspiel mit zwei Robotern gespielt werden konnte! Die Atmosphäre und der Witz des Spieles, gepaart mit den wirklich guten Sprechern, verfrachten Portal 2 direkt in meine Top 5.

4. Pokémon Black/White

Pokémon ist awesome! Die Serie jetzt nicht so, aber alles drumherum. Also freue ich mich auch immer wieder, wenn es ein neues Spiel gibt, auch wenn diese eigentlich recht stumpf sind, wenn man mal ehrlich ist. Allerdings müsste man sagen: waren, denn Pokémon Black/White brachte eine entscheidende Änderung: Eine ECHTE Story! Diese wird sogar richtig in Szene gesetzt. Zudem nimmt sich das Spiel in einigen Aspekten nicht besonders ernst, was es auch wieder etwas sympathischer macht. Ich hatte sehr viel Freude an dem Spiel. Schade finde ich einzig und allein, dass man beim Quasi-Rebooten der Serie so halbherzig war, aber für alles andere ist das Franchise inzwischen einfach viel zu groß.

3. Dead Space 2

Was Dead Space neben der wirklich angsteinflößenden Atmosphäre, die durch gut platzierte Geräusche und Gegner gepaart mit Schockmomenten und Munitionsarmut, ausgemacht hat, waren die Hintergrundinformationen zu Unitology und der Geschichte um den Marker, die man überall aufschnappen konnte. Man wird in das Spiel geworfen und hat keine Ahnung, was überhaupt los ist - nur, dass man ein Schiff reparieren soll und dann findet man immer mehr raus. Mehr oder weniger. Es gab viel zu entdecken und über die Hintergründe herauszufinden, wenn man wollte. Ähnliches gilt für Dead Space 2. Im Grunde ist das Spiel größtenteils weniger gruselig als der Vorgänger, weil man viel besser vorbereitet ist. Das wird glücklicherweise dadurch ausgeglichen, dass es etwas actionreicher und schwerer ist - trotzdem habe ich die meiste aktiv wahrgenommene Zeit damit verbracht, überall Dinge zu finden, Texte zu lesen und mich über die Geschichte zu freuen. Zudem gibt es in dem Spiel ein Kapitel, welches es geschafft hat in mir ein "Oh nein... bitte... nein... ich... ich will nicht... warum muss ich... nein... ;_;"-Angstgefühl auszulösen, welches ich bisher noch bei kaum einem Spiel hatte. Und das ist etwas Gutes.

2. Dragon Age II

Dragon Age II, was soll ich dazu sagen? Dragon Age II schmeißt fast alles vom Vorgänger, den ich sehr mochte, über den Haufen und erzählt im Prinzip nur eine kleine Geschichte, die der Prolog zum dritten Teil sein könnte, sehr ausführlich und schafft es trotzdem auf meinen zweiten Platz. Warum, fragt ihr? Weil diese kleine Geschichte, die erzählt wird, so facettenreich ist, dass man das Spiel vier mal durchspielen kann und immer noch neue Dinge entdeckt. Und das ist nicht einfach nur abhängig von dem, was man in dem Spiel tut, sondern auch von dem, was man in Vorgänger tat oder auch nicht tat. Das kam bei Origins ja leider etwas kurz, dafür bekommt man hier allerdings eine Menge Auswirkungen seines Handelns als Held von Ferelden zu spüren, was sich sehr belohnend anfühlt. Ich kann es auch kaum erwarten, den dritten Teil irgendwann mal spielen zu können, aber das muss dann ja noch... verworrener sein von den Handlungen aus den Vorgängern... das heißt noch mehr Playthroughs... Muss man wohl durch. ;)

1. The Elder Scrolls: Skyrim

*fap fap fap*

Runner-Ups:
Deus Ex: Human Revolution, Earth Defense Force: Insect Armageddon, Shadows of the Damned, Asssassin's Creed: Revelations, Space Marine

Evil

Wäre ich nach reiner Spielzeit gegangen, dann wäre Bastion nicht auf dem ersten Platz gelandet. Es hätte es wohl nicht mal bis zu den Runner-Ups geschafft. Stattdessen wäre ganz oben PES 2012, gefolgt von Battlefield, Gears und ein paar käsigen Spielen, die es gar nicht verdienen, hier erwähnt zu werden. Aber die insgesamt knapp 12 Stunden, die ich benötigt habe, um Bastion zwei mal durchzuspielen, könnten da nicht mithalten.
Aber bei Videospielen geht es eben nicht darum, wie lange man mit einem Spiel Spaß hat. Teilweise geht es sogar überhaupt nicht um den Spaß, sondern um Emotion. Zum Glück ist Bastion aber ein Spiel, das verdammt viel Spielspaß produziert in der Zeit, die man braucht, um es durchzuspielen. Aber es ist auch von allen Titeln, die ich dieses Jahr gezockt habe, das einzige, das es geschafft hat mich richtig gefühlsmäßig zu berühren. Und darum steht es verdient für mich auf dem ersten Platz.
Und genauso wie mir die Wahl von Bastion sehr einfach fiel, musste ich auch bei den anderen Plätzen nicht viel nachdenken. Nur bei den Runner-Ups musste ich dann doch kurz innehalten und überlegen, welche Spiele es wirklich verdient haben. Aber seht selbst:

5. Dance Central 2

Dance Central verkauft Kinect, eine auf Fakten basierende Beobachtung, die sich mit dem zweiten Teil nur noch mehr verstärken dürfte. Für dieses Spiel lohnt es sich wirklich sein Zimmer umzudekorieren. Nicht nur wurde das Drumherum verbessert (insbesondere lobenswert die praktische Sprachsteuerung per Kinect), sondern endlich muss man nicht mehr nacheinander tanzen. Man kann nun zu zweit gleichzeitig – zusammen oder gegeneinander – sehen, wer die Moves drauf hat und wer lieber Harmonix einen Brief schreiben sollte, um den Caveman endlich als offiziellen Move einzuführen.

4. Battlefield 3

Die Dominanz, die mit Call of Duty 2 began, hat ein Ende. Auch wenn die Kampagne ein kurzes und nicht ganz fehlerfreies Vergnügen ist, führt im Multiplayer nichts an EAs Gegenwarts-Kriegsspiel vorbei. Der Mix aus abwechslungsreicher Fahrzeugaction zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft sowie eines Shooter-Gameplays, das es schafft taktisch und anspruchsvoll zu sein und dabei gleichzeitig nichts von der Einfachheit eines Modern Warfare einbüßt, macht jede Partie im Mehrspielermodus zu einer hochunterhaltsamen und nervenzerreißenden Angelegenheit.

3. Gears of War 3

Im dritten Testosteronkrieg musste man zwar minimale Abstriche in der Kampagne, die zwar noch immer gut gemacht war, bezüglich der Epicness hinnehmen. Man tritt noch immer den Locust sowie ihren mutierten Lambant-Freunden in den Arsch, hat aber eben nicht mehr das Gefühl hier einen krassen Weltkrieg vor sich zu haben. Doch trotz dessen macht Gears of War 3 wenig falsch und ist im Ko-op noch immer eine Granate, während der Horde-Modus, wenn man mindestens drei Spieler dafür findet, noch Monate später fesselt.

2. Deus Ex: Human Revolution

Hätte ich das Spiel schlechter gefunden, wenn meine Erinnerungen an Deus Ex frischer wären? Ich bin froh, dass dem nicht so ist, denn sonst hätte ich mir am Ende noch ein richtig gutes Spiel dank mittlerweile nicht mehr wirklich zu rechtfertigender Nostalgie kaputt gemacht. Ich will hier gar keine Vergleiche anstellen, das hat Human Revolution einfach nicht verdient, kann es aber nur jedem wärmstens ans Herz legen. Die wenigen kleinen Macken sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass das neue Deus Ex verdammt viel richtig macht und zu Recht als eines der besten Spiele dieses Jahres in Erinnerung bleiben sollte.

1. Bastion

Kein Spiel dieses Jahr hat mich mehr begeistert. Wie in einem guten Puzzle fügen sich hier viele Elemente zusammen, um am Ende ein meisterliches Gesamtkunstwerk zu bilden. Das perfekt umgesetzte Grundkonzept mit dem Erzähler kann faszinieren, während die wunderschöne, handgezeichnete Grafik und der genauso abwechslungsreiche wie großartige Soundtrack jederzeit für die richtige Atmosphäre sorgen. Und während man so gebannt das Schicksal von Caelondia mitverfolgt, merkt man gar nicht, wie schnell die acht Stunden Spielzeit rum sind. Das Gameplay gewinnt keinen Innovationspreis, ist aber so gut umgesetzt, dass man das Gefühl hat, hier das definitive 2D-Action-RPG zu spielen. Damit ist Bastion nicht nur aus spielerischer und künstlerischer Sicht ein Meisterwerk, sondern das wohl auch beste Spiel in seinem Genre.

Runner-Ups
Uncharted 3, Rayman Origins, Pro Evolution Soccer 2012, Forza Motorsport 4, Top Spin 4

Rian

Für 2011 tat die Auswahl meiner Lieblingsspiele einfach nur weh. Bei zweien, namentlich Dark Souls und EDF: Insect Armageddon, war mir schnell klar, dass sie in meine Liste gehören - komme, was wolle! Bei allen anderen mussten die Teilnehmer zwischen den Innenwänden meines Schädels harte Bandagen um die Fäuste wickeln und sich gegenseitig in Haufen und Klumpen verwandeln, nur damit am Ende eine Handvoll Gewinner sowie ein paar Trostpreisempfänger (die haben die wenigsten Gliedmaßen verloren) übrig bleiben und sich das Siegertreppchen teilen können.

Es hätten noch so viele andere schöne Titel hier Platz gefunden, nicht zu sprechen davon, dass ich Skyrim erst vor kurzem anfing und ihm daher natürlich keinen gebührenden Respekt zollen kann. Wie der letztendlich ausgesehen hätte? Wer weiß! Ich bin ja für meine Unzurechnungsfähigkeit in Sachen Spielegeschmack bekannt. Dieser dringt auch, wie ich finde, erneut sehr schön durch. Das Wasser im Nebenarm des Mainstreams schmeckt mir einfach besser und es gibt kein durchstechendes Qualitätsmuster, nachdem ich meine Auswahl traf. Jedes der aufgeführten Spiele hat mich auf seine ganz eigene Weise in seinen Bann geschlagen und allein deswegen war 2011 schon offensichtlich ein gutes Spielejahr.

5. Deus Ex: Human Revolution

Es grenzt schon fast an ein Wunder: Nicht nur, dass man sich nach dem horrenden Fehlschlag namens Invisible War überhaupt noch an die Deus-Ex-Serie getraut hat, sondern mit Human Revolution hat man tatsächlich einen Ableger kreiert, der von der wohl kritischsten Gamer-Community der Welt akzeptiert wurde. Die Abenteuer von Adam Jensen sind keineswegs perfekt - es findet sich immer wieder berechtigter Argwohn, vor allem gegenüber den teilweise einfach gestrickten, moralischen Gut-Böse-Situationen, der Illusion der Handlungsfreiheit und den verschiedenen Enden, die in keinster Weise von den Taten vor dem letzten Level beeinflusst werden. Nichtsdestotrotz sind der Detailgehalt und die Anzahl der spielerischen Möglichkeiten bombastisch, denn: kaum ein Skillpunkt ist verschwendet. Das weiß man, wenn man alle seine Trainingseinheiten in die Augmentierung zum Schleppen von schweren Möbeln steckt und so, um einen Vorsturm von Wachen in eine Lobby aufzuhalten, einfach mal sämtliche Eingänge mit Kühlschränken versperrt. Problem gelöst. Solche Momente prägen ein Spielerlebnis, das auch später im Leben noch in Anekdoten Verwendung finden wird und welches ein zwingendes Muss ist, wenn sich ein Titel Game of the Year nennen will.

4. The Binding of Isaac

Es gibt jedes Jahres irgendein Spiel, das monatelang unter meinem Radar flog und sich dann ganz am Ende mit Krallen und Reißzähnen an die Spitze meines Erwartungshorizontes kämpft. Diesmal hat's nicht ganz für die Top-Position gereicht, aber The Binding of Isaac - als die Legokiste des Gameplays, die es ist - hat auf mich wesentlich mehr Eindruck gemacht als ich erst erwartete. Nach ungefähr sieben Stunden Spielzeit bin ich immer noch nicht durch mit dem Kram und entdecke in den quasi-zufallsgenerierten Leveln ständig neue Dinge, die mir den Kampf gegen Isaacs Mutter erleichtern oder erschweren. Großer Spaß aus simplen Mechanismen.

3. Portal 2

Ich glaube, ich kenne keine Person, die bei der Ankündigung von Portal 2 nicht skeptisch war. Dann kam der erste Trailer und die Hype-Rakete war nicht mehr aufzuhalten. Und Valve weiß zu liefern: Auf einen der größten Überraschungshits der letzten Jahre wurde auf so vollendete Weise aufgebaut, dass die Grenzen des interaktiven Storytellings erneut ganz weit nach hinten geschoben wurden. Videospiele bringen mich nicht häufig zum Schluchzen, aber wenn, dann sind es nur die ganz Großen. Und Sonic Adventure 2. Äh! Portal 2 wurde ein bisschen dafür kritisiert, dass der Singleplayer-Modus aus der Rätselperspektive zu einfach war, dafür hat der anspruchsvolle Kooperationsmodus die Spielzeit noch einmal angenehm gestreckt und dem Portal-Universum ein paar Fußnoten hinzugefügt.

2. Earth Defense Force: Insect Armageddon

"Ein Sequel, das man nicht braucht", dachte ich mir. Earth Defense Force 2017 konnte man eigentlich nur kaputt machen, doch trotzdem haben es die Entwickler geschafft, mit so modernen Neuerungen wie "Klassensystemen" und "Story" die EDF-Erfahrung dermaßen aufzuwerten, dass das Spiel für mich im kooperativen Modus sämtliche Konkurrenz toppt. Man muss sich absprechen, wer welchen Riesenroboter in Angriff nimmt, wer Energie einsammeln geht, wer sich auf Distanz hält. Gleichzeitig sind die unsichtbaren Charaktere am anderen Ende des Funkempfängers einfach so liebenswert, dass ich fast sagen möchte: INTEL, OPS und Captain Sully attackieren direkt die Sprachtalente von GlaDOS und Wheatley aus Portal 2.

1. Dark Souls

Wenn mich ein Spiel dieses Jahr auf Trab gehalten hat, dann war es From Softwares Action-RPG-Monster. Der maßgebliche Schwierigkeitsgrad, der eher ungewohnt fair daherkommt und durch seine Fähigkeit, den Spieler immer zu absoluter Konzentration zu zwingen, dient als perfektes Mittel, um die Atmosphäre stark zu verdichten, jedes Detail hervorzuheben und dem Spieler niemals einen Moment der Schwäche zu gönnen. In dieser Welt, die einem ständig nach dem Leben trachtet, wächst man ohne Unterlass mit seinen Aufgaben, so dass nach vielen verspielten Stunden die Erkenntnis folgt, stärker geworden zu sein. Schneller denken zu können. Man tauscht sich mit Freunden aus, die sich die Qualen dieses Spiels ebenfalls aufbürdeten, und wechselt Taktiken zum Besiegen von LKW-großen Dämonen während der Busfahrt wie Kochrezepte. Am Ende der Geschichte ist man definitiv der König der Welt - und hat es sich verdient! Dieses Gefühl wird einem heutzutage nur von den wenigsten Spielen noch gegeben, doch Dark Souls gelingt es ohne Tadel.

Runner-Ups
Ghost Trick: Phantom Detective, Rock Band 3, Bastion, Gears of War 3, Frozen Synapse

Und... DAS OVERGAME
(verfasst von Jozu)

Das Jahr 2011 war ein sehr gutes Jahr für die Spielergemeinde. Und besonders in den letzten Monaten wurden wir mit einer großen Anzahl sehr guter Spiele quasi überschwemmt. Umso schwerer ist es uns gefallen, DAS Spiel des Jahres zu küren. Nach wochenlangem Hin und Her haben wir uns dann aber doch auf einen Gewinner einigen können; dieser kommt für die meisten jetzt vielleicht ein bisschen überraschend. Wir sind halt nicht so uncool mainstream, sondern trauen uns auch mal gegen den Strom zu schwimmen! Das Spiel des Jahres ist:

THE ELDER SCROLLS V: SKYRIM!

Wie das kommt, wo doch so viele andere Spiele mit dem nötigen Potential vorhanden sind? Skyrim ist halt das Beste. Wenn ich jetzt im Detail darauf eingehen müsste, warum, säßen wir morgen noch hier, also werde ich versuchen es kurz in Worte zu fassen: FUS RO DAH! Versteht mich nicht falsch, die Wahl zum Spiel des Jahres beruht durchaus nicht auf Fanboytum, sondern wurde schon rational aufgrund des enormen Umfangs, der Tatsache, dass jeder Spieler das Spiel anders erlebt und seine Geschichten dann mit seinen Freunden oder auch völlig Fremden teilen kann, möchte und wird, während diese gespannt zuhören, um einem dann die eigenen Geschichten vorzutragen, der lebendigen Welt, in der es so viel zu entdecken gibt, und der Fähigkeit, eben jener einen nach kurzer Zeit mit seinen vielen aufregenden ALLES in seinen Bann zu ziehen, gefällt.

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