EPOCH.

(Artikel)
Benjamin Strobel, 11. Dezember 2011

EPOCH.

Robo-Geballer für unterwegs

Mit EPOCH. steht wieder ein iOS-Titel ins Haus, den man schnell mit einem ausgewachsenem Konsolenspiel verwechselt. Als Kampfblechbüchse ballert man sich hier durch hochauflösende 3D-Umgebungen. Die Unreal 3-Engine zaubert auch für diesen Titel ein Grafikwunder auf iPhone und iPad - aber blendet die Grafik nur über Gameplay-Mängel hinweg oder kann man EPOCH. ernstnehmen?


Der 5,49 EUR teure Titel protzt im AppStore unübersehbar mit seiner Optik. Klar, dass wir dort viele Downloads zu verzeichnen haben. Und wenn man EPOCH. dann auf seinem Gerät installiert hat, sieht man schnell, dass es keine Mogelpackung ist: die hochauflösende Grafik kann sich auch in Bewegung sehen lassen. Die Grafikkonkurrenz für Infinity Blade verfolgt auch ein ähnliches Konzept: Aufwendige 3D-Welten mit überschauberer Steuerung. Hier ist es ebenfalls so, dass man sich nicht frei durch die Levels bewegt, sondern Position um Position voranschreitet und an bestimmten Orten in Kämpfe einsteigt.

Das Spieler gliedert den Fortschritt in 10 Missionen mit je zwei bis drei Etappen. Er schlüpft dabei in den Metallpanzer eines Kampfroboters, der sich um einen uninteressanten Auftrag kümmern soll. Es ist ein typischer Fall von "es gibt eine Rahmenhandlung, die kann man sich auch durchlesen kann, aber sie ist belanglos für das Spielerlebnis". Ich habe mich dafür entschieden, sie mir einfach nicht einzuverleiben, sondern mich auf das Spiel zu konzentrieren. Nie hatte ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben.


Im Missionsbildschirm kann man vor Beginn seines nächsten Auftrags noch die Ausstattung seines Robo-Kämpfers bearbeiten. Um sich neue Einzelteile leisten zu können, muss man zuerst ein paar Credits im Kampf verdienen. Es gibt sogar noch Erfahrungspunkte obendrauf, aber man levelt nur sehr langsam und die Stats spielen nur eine untergeordnete Rolle. Der Großteil der Fähigkeiten und Werte geht auf die Ausrüstung zurück.

Der Kampf selbst gestaltet sich simpel, aber deshalb noch lange nicht einfach. Es stehen einem ein paar Grundbewegungsmöglichkeiten zur Verfügung, aber keine freie Exploration. Für gewöhnlich gibt es in einem Level drei bis vier Positionen, zwischen denen man wechseln kann. Dazu wischt man mit dem Finger einfach nach links oder rechts. Die Kamera reguliert sich währenddessen von allein und sucht sich cineastische, aber trotzdem übersichtliche Winkel aus. Zusätzlich kann man auch in Deckung gehen, um dort nachzuladen oder über große Entfernung einen Sprung ausführen, was wirklich ziemlich cool aussieht. Am anderen Ende des Levels stehen feindliche Roboburschen und eröffnen sofort das Feuer. Bevor man aber zurückschießen kann, muss man einen der Kerle anvisieren und hinter der Deckung hervorkommen. Das Schießen funktioniert dann automatisch genauso wie das Nachladen. Beides wird aber unterbrochen, wenn man ausweicht, springt oder Deckung nimmt.

Die wichtigsten Schlüsselwörter zur Beschreibung von EPOCH. sind Timing und Reaktion. Man muss den verschiedenen Angriffen seiner Feinde ständig angemessen ausweichen oder sich verstecken und im richtigen Moment zurückschlagen. Da hat man auch mal schnell in die Deckung zurückzuweichen oder einen Satz in die andere Richtung zu machen. Und wenn es sicher ist, die Waffe wieder auspacken. Gerade die verschiedenen Gegnertypen können einen da auch mal aus dem Konzept bringen und erfordern schnelle Anpassung.


Es stehen einem aber noch ein paar Gimmicks zur Verfügung. Per Druck auf eine der virtuellen Tasten kann man eine Granate auf sein ausgewähltes Ziel werfen. Ein zweiter Button sorgt für zielsuchende Raketen, die sich fair auf alle Ziele in Sichtweite verteilen. Zuletzt gibt es auch noch eine Spezialfähigkeit, die man sich im Ausrüstungsmenü dazukaufen kann. Diese mag sehr unterschiedlich sein. Beispielsweise regeneriert man Energie, bewegt sich schneller oder platziert ein Hologramm von sich, um die Feinde abzulenken.

Stärke und Fähigkeiten der Waffen können stark variieren. Als Primärwaffe gibt es Maschinengewehre, Laser und Raketenwerfer. Einige machen Säureschaden oder Kettenangriffe. Dasselbe gilt auch für die anderen Upgrades. Neben simplen Statuswertverbesserungen bringen sie immer auch Bonus-Attribute mit. Diese wollen aber auch gut abgestimmt werden! Der Missionsbildschirm zeigt an, welche Stärken gefragt sind bzw. gegen welche Angriffe man sich in Acht nehmen sollte. So kann man seine Waffen und Rüstung auf den jeweiligen Kampf abstimmen.

Auch wenn EPOCH. mit zehn Missionen sehr kurzatmig ist, macht es großen Spaß. Es ist schön zu sehen, wie sich aus der Touch-Steuerung langsam eigene Genres entwickeln. Freie Bewegung mit Kamerasteuerung und all dem Hickhack ist auf dem kleinen iPhone auch einfach nicht praktisch. Da ist ein Spiel mit begrenzten Möglichkeiten gerade keine lahme Einschränkung, sondern eine gesunde Reaktion auf die Touch-Umgebung. Ein Tap zum Anvisieren, eine schnelle Fingerbewegung zum Ausweichen - das macht Spaß und ist hier auch schön in Szene gesetzt. Zwar muss man sich überlegen, ob ein Spiel für kurweiligen Zeitvertreib nicht nur 79 Cent, sondern auch fünf Euro wert ist, aber darüber hinaus ist EPOCH. einfach klasse. Die höheren Schwierigkeitsgrade sorgen zudem für knifflige Kämpfe, in denen die richtige Ausrüstung und gute Reaktion gefragt sind. Probiert es aus! Nex

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12. November 2019 um 10:22 Uhr
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