Minecraft: Pocket Edition

(Artikel)
Benjamin Strobel, 27. November 2011

Minecraft: Pocket Edition

Lohnt sie sich?

Auf Android-Telefonen läuft das kultige Blockspiel schon seit einiger Zeit. Da die Minecraft: Pocket Edition jetzt auch für's iOS erschienen ist, konnte ich als iPhone-Spieler auch einen Blick auf die mobile Version werfen. Vor dem Hintergrund des ewigen Minecraft-Hypes plagte mich dann aber ständig diese eine Frage: Hand auf's Herz, lohnt sich die Pocket Edition eigentlich?

Aggregieren wir mal Eckdaten! Die Minecraft: PE befindet sich in der Version 0.1.2 alpha, kostet aber satte 5,49 EUR. Ein ziemlicher Haufen Geld für eine Zeitreise ins Jahr 2009. Neben Wollblöcken in allen Farben gibt es auch ein paar wenige spezielle Items wie Fackeln und Leitern. Insgesamt stehen dem Spieler 36 verschiedene Blöcke zur Verfügung, also nur ein Bruchteil des Originalumfangs. Aber das muss ja erst mal nichts Schlechtes sein.


Der einzige Spielmodus ist an das klassische Minecraft angelehnt: Völlig freies Bauen, keine Feinde, kein Crafting, kein Survival. Da mich insbesondere der Survival-Modus von Minecraft so richtig gepackt hat, ist das sehr schade. Zumal diese klassische Variante im Vergleich zu ihrem großen Bruder einen fundamentalen Nachteil hat: sie findet vollständig offline statt. Man kann lediglich einem lokalen Server beitreten, wenn man sich am gleichen Ort mit jemanden befindet, der ebenfalls Minecraft spielt. Das ist zwar schon wirklich nett, aber trotzdem verfehlt es den Sinn. Während man am PC verschiedene Server betritt, um mächtige Bauwerke zu bestaunen und sich an der Kreativität der Community zu ergötzen, kann man hier nur selbst aktiv werden, seine Errungenschaften aber kaum mit jemandem teilen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Steuerung. Die Minecraft: PE ist völlig zurecht als erstes für Sonys Xperia Play erschienen, denn diese Handy-Version einer PSP hat ein Steuerkreuz und Buttons. Reine Touchscreen-Shooter auf kleinen Handy-Displays haben dagegen immer mit dem Problem zu kämpfen, dass man sich mit den eigenen Fingern ständig die Sicht blockiert oder versehentlich auf nötige On-Screen-Steuerelemente patscht. Zudem ist es bei der Pocket Edition schwierig, Blöcke exakt zu platzieren, da man mit seinen Fingern einfach zu ungenau ist. Insbesondere auf Entfernung nur so auf 2-3 Blöcke genau bauen kann. Macht aber nichts - man hat ja Zeit, weil es ohnehin keine Monster gibt.


Insgesamt kann man hier nur auf Updates hoffen. Die Alpha-Version ist für über fünf Euro nicht nur unverschämt teuer, sondern liegt damit auch deutlich über dem üblichen Preisniveau für Mobile Apps. Gameloft lassen sich ihre 3D-Knaller wie Modern Combat zwar auch gut bezahlen, aber diese Spiele sind immerhin auch fertig und geben dem Spieler nicht das Gefühl, die Ultra-Lite-Variante eines Spiels gekauft zu haben, das die meisten seiner hervorstechenden Eigenschaften noch vermissen lässt. Um auf meine anfängliche Frage zurückzukommen: Lohnt sich die Minecraft: Pocket Edition?

Nein.

Bei dem derzeitigen Entwicklungsstand hat man einfach nichts von dem Spiel. Insbesondere dann nicht, wenn man den Vergleich zur großartigen und viel umfangreicheren PC-Version hat. Es sind zwar viele Updates schon versprochen, aber für Versprechen kann man sich auch keinen Spaß dazukaufen. Außerdem kann man bei dem hohen Preis davon ausgehen, dass es nicht mehr teurer wird. Das sollte man nutzen, auf neue Features hoffen und sich bei der vollwertigen Version erneut fragen: Lohnt es sich? Nex

Kommentare

Systems
Gast
04. Januar 2021 um 11:22 Uhr (#1)
Don't you just love Minecraft: Pocket Edition - Systems
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06. Dezember 2022 um 06:06 Uhr
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18. November 2011
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