A.R.E.S.: Extinction Agenda

(Artikel)
Benjamin Strobel, 11. November 2011

A.R.E.S.: Extinction Agenda

Mega Man lässt grüßen

Irgendwann in einer fernen Zukunft greift irgendwer Böses irgendwen Gutes an. Einfach so. Frech! Auf der guten Seite dieser Moraldichotomie steht ihr, A.R.E.S., der fortschrittlichste Roboter seit Mega Man. Mit dem Auftrag von Schutz und Rettung von irgendwas springt und ballert ihr euch durch die erste Episode dieser Downloadreihe: A.R.E.S.: Extinction Agenda.

Irgendwann, irgendwer, irgendwen...

Auch wenn dieser Sidescroller komplett in 3D gerendert wird, ändert das nichts an einem simplen Grundprinzip: Story wird hier überbewertet. Nach einem kurzen Intro mit ein paar Textzeilen und netten Bildchen geht es für A.R.E.S. ins Getümmel: Mit Doppelsprung und Megabuster Plasmakanone durchstreift man die ersten fünf Stages des Download-Epos. Der Grafikstil ist fernöstlich angehaucht und kann sich sehen lassen. Die futuristischen Stages sind stellenweise etwas karg, aber sehr abwechslungsreich. Außerdem sind die meisten Stellen mit Gegner gespickt, sodass ihre Ödnis nur selten wirklich auffällt. Die Musik ist zwar nichts Besonderes, die schnellen, elektronischen Klänge passen aber perfekt ins Spiel. Ähnlichkeiten zu Mega Man sind hier vorsätzlich rein zufällig.

Hüpf!

Wie ihr euch vielleicht erinnert, hatte Mega Man eine ganz besondere Fähigkeit: Der Robobursche konnte seinen Feinden ihre Waffen aus dem Kreuz leiern und für sich selbst verwenden. Eine Art Turbo-Betriebsspionage. Der gute A.R.E.S. kommt leider ohne diese Fähigkeit aus, sammelt auf seinem Kreuzzug von Endboss zu Endboss aber dennoch die ein und andere neue Waffe auf. Sein Spezifikum ist jedoch anderer Natur. Während er seine Gegner in schrottreife Konservenhaufen und Drahtsalat verwandelt, bleiben die Überreste nicht nutzlos zurück. Der alte Schelm sammelt die Kleinteile einfach ein und kann sie anschließend zu Granaten und Medipacks recyclen ("Ich fresse Killerroboter und scheiße Granaten."). Er ist also ein richtiger Öko! Hat aber auch kannibalistische Züge.

Piu, Piu, Piu!

Der Schwierigkeitsgrad ist im Vergleich zu Mega Man eher durchschnittlich. Man stirbt zwar ab und zu, aber es könnte schlimmer sein. Eine große Erleichterung bieten eben auch die Medipacks, die man sich aus Feindüberresten herstellen kann. Dann schluckt man während eines Bosskampf eben auch mal zwei oder drei davon, das tut ja nicht weh - im Gegenteil, es ist gesäßrettend. Wenn man allerdings seine Waffen upgraden möchte, muss man etwas sparsamer mit den Schrottteilen umgehen. Diese (und zwar weit mehr) kann man nämlich auch für Verstärkungen seiner Waffen ausgeben. Insgesamt gibt es drei verschiedene Materialien und je nachdem, was man bauen möchte, benötigt man mehr oder weniger von der einen und der anderen Sorte. Granaten sind hier die billigste Ware, das liegt aber auch daran, dass man ihre Fähigkeiten häufig braucht, um im Spiel weiterzukommen. Die Schockgranate betäubt nicht nur Feinde, sondern kann auch Maschinen außer Kraft setzen, sodass man sie passieren kann. Die Explosionsgranate dagegen kann mit einem früh erworbenen Zusatzmodul auch zur Fortbewegung genutzt werden: Bewegt man sich während der Explosion in eine Richtung, dient sie als Schub und kann als zusätzlicher Sprung eingesetzt werden. Das und Ähnliches braucht man auch häufiger.

Lag da so rum.

Zu den regelmäßig neuen Waffen gesellen sich auch ein paar Sammelobjekte. Diese sind meistens gut versteckt und müssen durch den geschickten Einsatz von Waffen und Upgrades entdeckt und erreicht werden. Es handelt sich dabei nur um Zusatzinfo, beispielsweise zu Feinden, nicht um wichtige Upgrades wie die Rüstungsteile in der Mega Man X-Reihe. Neue Waffen gibt es hier nur nach Endgegnern und die liegen dann so rum. Oh wartet, ich habe einen Schritt vergessen: Die riesigen Bosse wollen erst mal besiegt werden! Sie sind meistens bildschirmfüllend oder schlimmeres, lassen sich mit der richtigen Taktik aber recht schnell besiegen. Insgesamt sind Tode in A.R.E.S. auch nicht so tragisch, da es regelmäßige Checkpoints gibt. Und für alles andere verwurstet man seine Feinde eben zu Energie.

Für 9,99 Euro gibt es A.R.E.S.: Extinction Agenda als Download bei Steam. Es ist aber nicht zu vergessen, dass es sich hierbei um einen episodischen Download handelt und dieser Teil als noch kein vollständiges Spiel darstellt. Mit wenigen Stunden Spielzeit sind die fünf Stages von Extinction Agenda auch recht schnell ausgelutscht. Zwar kann man zur Itemsuche jederzeit in beliebige Stages zurückkehren, der Wiederspielwert ist damit aber nur leicht erhöht. Fans des Ganres werden hier aber sicher ihren Spaß haben! Nex

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15. Dezember 2019 um 07:21 Uhr
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