Far Cry 3

(Artikel)
Rian Voß, 25. August 2011

Far Cry 3

Die Definition des Wahnsinns

"Ich war nie ein großer Fan der Far-Cry-Serie", sagte ich zu den Entwicklern direkt vor der Präsentation. Das hat ihnen nicht so recht geschmeckt, aber gegen meine festgefahrene Erfahrung mit dem ersten Far Cry konnten die Leute bei Ubisoft nicht wirklich etwas sagen und ich dachte mir noch: "Wow, Rian. Du machst dir echt ein Talent, Kontakte zu knüpfen." Erst als es hieß: "Habt ihr schon irgendwelches Material zu Far Cry 3 gesehen?" und ich antwortete, ich würde vollkommen unbefleckt in die Präsentation gehen, haben mich die Entwickler und sogar alle Journalistenkollegen in der Nähe krank und mit Wasser und Neid in den Augen angelächelt und meinten nur, ich würde vom Stuhl gefegt werden. So ganz Unrecht hatten sie nicht. Und da es die letzte Präsentation der GamesCom war und die Präsentatoren den aggressiven Raid durch das Banditencamp satt hatten, wollten sie einmal - ohne Netz, doppelten Boden oder vorheriger Probe - vor uns ausprobieren, sich vollkommen unbemerkt durch die Gegnerscharen durchzumeucheln.


Die Geschichte beginnt mit Jason Brody. Der Mann wollte eigentlich nur mit seiner Freundin auf einer Yacht ein bisschen Urlaub in tropischen Gewässern machen, aber natürlich ging alles schief. Über kurz oder lang findet sich Brody auf der Insel wieder, wird ausgeknockt und als er mit gefesselten Händen aufwacht, sitzt ein Kerl auf einer Kiste und labert ihm was vor von der Definition des Wahnsinns, die besagt, dass jemand wahnsinnig ist, wenn er immer und immer wieder dasselbe macht und stets mit anderen Ergebnissen rechnet. Der Kerl, der da ganz aufmerksam seiner eigenen Stimme zuhört, nennt sich Vaas und ist einer der vielen instabilen Mob-Bosse auf der Insel, durch die Jason Brody hindurchmaschieren muss, um zu seiner Freundin zu kommen. Ich fand Vaas' Auftritt enorm genial. Seine psychotischen Augen und seine wiederholte Frage, ob er Jason schon die Definition des Wahnsinns erzählt hat, bevor er ihn an einen Stein gebunden in einen wassergefüllten Höhlensystem stößt, gehen unter die Haut. Glücklicherweise ertrinkt Brody nicht sofort an Ort und Stelle, sondern kann sich natürlich befreien.

Um nun durch das Banditenlager, wie versprochen unerkannt, zum rettenden Helikopterlandeplatz zu kommen, verfügt unser Held im Hawaiihemd über ein versiertes Messer und verschiedene Takedown-Techniken, die so schön wie nützlich sind. Sicherlich kann man sich an Feinde einfach so ranschleichen und ihnen das Genick brechen, aber das ist soooooo letzte Dekade. Warum nicht den Instant Kill ein wenig auffrischen, indem man jemanden auf diese Weise tötet und dann sofort sein Messer auf den nächsten Halunken in ein paar Schritt Entfernung wirft? Zwei zum Preis von einem! Auch schön: wie ein Weltmeister auf Gebäude klettern (Jason macht das echt filigran) und von oben wie Batman herabspringen. JUMP TAKEDOWN! Es gefällt mir da auch sehr, dass die Takedown-Reichweite relativ groß ist, so dass man nicht erst seinem Opfer am verschwitzten Rücken schnüffeln muss, bevor man ihm endlich die Lichter auspusten darf.


Jetzt kann man aber nicht die ganze Zeit tötend herumlaufen, irgendwann fällt das auch mal auf. Also schickt sich unser Protagonist an, weiterhin unbemerkt und ohne Blutvergießen zwischen den Barracken hindurchzuwandern. Ab und zu kommt ein Wasserfall herunter, unter dem man sich verstecken kann, oder man lässt sich unter der Oberfläche eines Flusses mit der Strömung treiben, um ungesehen von einem Ufer zum anderen zu gelangen. Das erfolgreiche Überstehen dieses Vorgangs liegt aber, so zumindest mein Gefühl, nicht unwesentlich daran, dass die Gegner alle stocktaub und ziemlich blind sind, denn unser Held konnte sich in zehn Metern Distanz direkt vor einem Kerl mit AK im Anschlag für ein oder zwei Sekunden aus Kisten hervorducken ohne gesehen zu werden.
Auf den letzten paar Metern zum Heli wurde Jason dann doch gesehen, aber das machte nichts: schnell rein in das Fluggerät, den Piloten bedroht und... natürlich wird man von einer Rakete abgeschossen. Wie viele Helikopter sind in Videospielen von A nach B geflogen und tatsächlich heil gelandet?
Als Jason nach diesem ziemlich brutalen K.O. die Augen öffnet, kommt das große "Oh nein!": Vaas fragt einen, ob er schon von der Definition des Wahnsinns erzählt hat.

Nun, ich bin gehyped. Far Cry 3 sieht unwahrscheinlich gut aus, wird einen Haufen Psychopathen haben und das Schleichsystem sieht kommt auch rüber, als würde es nicht auf einen frustrierenden Haufen Scheiße zulaufen, sondern scheint wirklich eine echte Alternative zum Waffenschwingen darzustellen. Das Spiel erscheint 2012 für PC, Xbox und PS3 und ich kann euch nur empfehlen, ein Auge drauf zu werfen. Rian

Kommentare

Dreed
25. August 2011 um 17:24 Uhr (#1)
was sind das für zahlen die bei den kills aufsteigen? weiß man das?
Rian
26. August 2011 um 01:22 Uhr (#2)
Erinnert irgendwie an Punkte wie bei Bulletstorm, aber irgendwie bezweifle ich, dass sie denselben Zweck erfüllen.
Gast
29. September 2020 um 18:49 Uhr
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30. November 2012
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PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
Playstation 3
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Xbox 360
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