Alles Fake!

(Artikel)
Rian Voß, 24. Juli 2011

Alles Fake!

Ein R.U.S.E.-Review

Ich muss ja sagen, dass ich kein großer Echtzeit-Strategiespieler bin, aber allein der Level, den man im Spiel ums Verarschen und Verarscht-werden, R.U.S.E., eingebaut hat, ist dermaßen beachtlich, dass ich aus dem Staunen gar nicht mehr rauskomme.

Wenn man das Spiel startet, wiegt es einen noch in falsche Sicherheit: mehrere vergessbare Firmen-Videos, hergestellt von tüchtigen CGI-Aspiranten, die vergeblich an ihrem Traumjob bei Pixar oder Industrial Light & Magic vorbeigearbeitet haben und ihr Leben lang nichts anderes mehr herstellen werden, zuckeln in bunten Farben über den Bildschirm und vermitteln das Gefühl, man hätte es hier mit einem normalen Spiel zu tun. Aber der Schein trügt!

Erlaubt einem die Technik endlich, mit der Escape-Taste alle Clips wegzudrücken, wird man vollkommen unvermittelt direkt ins Kampfgeschehen geworfen und vor eine alles entscheidende Frage gestellt: Log-In oder Registrieren?


"Okay", dachte ich mir. "Das ist einfach: ich habe keinen Ubi-Account, also muss ich mich registrieren." Schon in die Falle getappt! Denn am anderen Ende des Schicksalsbahnen ziehenden Mausklicks erwartet einen die Verbindungshölle.


Mehrere Sekunden voller Hoffnung vergehen, in denen man sich selbst einzureden versucht, man hätte doch das Richtige getan, aber in Wirklichkeit nagt bereits die unvermeidliche Gewissheit an einem: es kann keine Verbindung aufgebaut werden.


Und hier beginnt das richtige Meta-Game: Webbrowser geöffnet, die Seite von Ubisoft aufgerufen (vorher tatsächlich noch per Google nach der Seite gesucht - ein bisschen Detektivspiel ist also auch enthalten, insofern kann R.U.S.E. tatsächlich L.A. Noire das Wasser reichen und im direkten Vergleich gewinnen, weil es mehr Großbuchstaben mit Punkten dahinter hat), Account angelegt, sogar noch etwas "gehackt", indem ich mir die Ports für unseren Router rausgesucht habe (Nicht-Informatiker oder IT-Fachkräfte können da also noch etwas über ihre Netzwerk-Infrastruktur lernen!), sie eintrug und danach das Spiel erneut startete.


Diesmal wusste ich, was zu tun war: wenn es der rechte Weg nicht ist, dann ist es der linke. Ich gab also mit zitternden Händen meine eben erstandenen Daten ein, drückte auf den bedeutungsschwangeren Knopf und... dasselbe Ergebnis!


Man, was kam ich mir verarscht vor. Noch nie hat ein Spiel seine Gameplay-Versprechungen derart eingehalten; ach, was sag ich - übertroffen! Hier können sich Indie-Entwickler mit ihren billigen Moral-Spielchen noch ordentlich etwas von den Profis abgucken. Mein ganz klarer Favorit für dieses Jahrhundert, 100 von 10 Punkten. Mindestens! Rian

Kommentare

Kristin
24. Juli 2011 um 15:32 Uhr (#1)
Tags: In-Game ? XD
Rian
24. Juli 2011 um 20:37 Uhr (#2)
Ich habe das Spiel gespielt wie es ging, oder nicht? :D
Dreed
27. Juli 2011 um 00:11 Uhr (#3)
ich finde spiele doof bei dem man sich einlogen MUSS, ob man nun multiplayer zocken will oder gegen bots... zb company of heroes..."jear eine runde CoH gegen bots... wie kann nicht einloggen weil geht nicht -.- arg!" ...aber ok... wollt das nur mal gesagt haben ;-)
AsgarZigel
02. August 2011 um 17:59 Uhr (#4)
Bei Company oh Heroes kann man offline spielen, muss aber die DVD da haben. (Verbindet man sich mit dem Server fällt die DVD Prüfung weg)
was Ruse angeht: hatte damals die Beta gespielt, ein weiteres Spiel der Kategorie: gute Idee, miserable Umsetzung. Von dem Ubisoft Kram abgesehen ist es afaik auch so ziemlich gefloppt mit diversen Bugs und Multiplayerproblemen.
ergo Ubisoft suckt
Rian
02. August 2011 um 21:52 Uhr (#5)
Ich hatte von Ubisoft-Spielen zu Beginn der letzten Konsolengeneration eine unglaublich hohe Meinung - mit Titeln wie Beyond Good & Evil und Prince of Persia: Sands of Time war Ubi, auch wegen hervorragender deutscher Umsetzungen, mein absoluter Großpublisher-Favorit. Dieser Respekt ist in den letzten Jahren ziemlich geschwunden, allein Assassin's Creed gehört meiner Meinung nach zu den Serien, die Ubi nicht in den Sand gesetzt hat. Demnach haben sie es eigentlich mehr als nötig, gute Spiele wie das neue Rayman (bisher noch nicht gespielt, aber es sieht deliziös aus) und Beyond Good & Evil 2 rauszubringen, aber bei letzterem frage ich mich wirklich, ob sie es überhaupt noch ordentlich entwickeln können.
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