No One Lives Forever 2

(Artikel)
Nils Ehmke, 10. Juni 2011

No One Lives Forever 2

A Spy in HARM's Way

Seinerzeit habe ich kaum ein Spiel so sehnsüchtig erwartet wie den Nachfolger von No One Lives Forever. NOLF war groovy, bunt und absolut unvergleichlich. Aber wie sieht es nun aus – konnte der Nachfolger die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen?
Wir erinnern uns: In NOLF 1 nutzte die Schurkenorganisation HARM eine biologische Waffe, um im unbeschwerten 60er-Jahre-Stil die Welt zu erpressen. Dank des beherzten Eingreifens der UNITY-Agentin Cate Archer wurde der Plan von HARM durchkreuzt und die Welt vor dem Abgrund bewahrt.

Die Entwickler machen schon in den ersten Minuten klar, dass sie eine Menge Mühe in das Spiel gesteckt haben.

Die Story in NOLF 2 beginnt ein knappes Jahr nach diesen Ereignissen. Die Sowjets arbeiten an einem abermals geheimen Waffenforschungsprojekt namens "Projekt Omega" und die nervöse NATO wendet sich ob ihrer Unwissenheit an UNITY. Irgendwo mischen dann noch französische Killerpantomimen mit (das lasse ich jetzt mal so stehen) und im Hintergrund zieht heimlich HARM die Fäden. Genug Material für einen internationalen Zwischenfall also, der die Welt bald an den Rand eines nuklearen Kriegs bringt.

Abgedreht wie schon im ersten Teil also, dafür weniger bunt: was noch im Vorgänger ein Markenzeichen von NOLF war, taucht im Nachfolger kaum mehr auf; so etwas wie einen spacigen Hamburger Nachtclub mit quietschbunter Einrichtung sucht man also leider vergebens.
Das ist aber nur eine von vielen Neuerungen, die man zu erwarten hat. Eine verbesserte Grafikengine, die auch heute noch gut anzusehen ist, und eine komplette Übersetzung ins Deutsche gehören mit dazu. Wie immer ist die Synchro nicht durchgehend perfekt, aber größtenteils sehr gut. Leider ist die deutsche Fassung des Spiels geschnitten, was bedeutet, dass zum einen kein Blut fließt und zum anderen das Erledigen der Gegner lediglich Rucksäcke und keine Leichen hinterlässt – die Logik dahinter versteht wohl nur die BPjM...

Der gute Dimitri ist auch – wenn man von einem kleinen Skiunfall mal absieht – mit vollen Kräften wieder dabei.

Wie schon im Vorgänger sind Schleichelemente deutlich verteten, wobei man mit bloßen Herumballern gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden schnell den Abspann sieht. Wird erst einmal Alarm ausgelöst, stürmen aus allen Enden und Ecken des Levels neue Gegner dazu. Sich vorrübergehend zu verstecken ist dann zumeist die beste Alternative.
Dazu passend wurde auch an dem Waffenarsenal nochmal geschraubt, sodass es nun nicht mehr so gewaltig mit überflüssigen Kanonen vollgestopft wirkt, sondern vor allem auch einige lautlose und elegante Waffen hinzugefügt wurden. Und Hand aufs Herz: wer wollte nicht schon immer mal seine Gegner mit Katana und Shuriken erledigen? Aber keine Panik – abgedrehte Gimmicks à la mechanische Sprengstoffkätzchen existieren nach wie vor.

Wie immer gibt es viel mehr zu erleben als man in einem Artikel zusammenfassen kann, aber auf eines möchte ich noch eingehen: das Skillsystem. Ähnlich wie in einem Rollenspiel hat man hier verschiedene Fähigkeiten zur Auswahl (Schleichen, Waffen, Zähigkeit etc.), die man durch Erfahrungspunkte steigern und so seinem persönlichen Geschmack anpassen kann. Erfahrungspunkte sammelt man dabei durch das Ausführen seiner Missionsziele sowie weiterer optionaler Aufträge und dem Sammeln von zahlreichen und humorvollen Geheimdienstdokumenten.

Dank sekundengenauer Planung fühlt sich die Mission im nächtlichen Sibirien am Ende richtig stimmig an.

NOLF 2 schickt den Spieler durch die verschiedensten Locations rund um den Erdball und geizt mit Sicherheit dabei nicht an viel Humor und Spaß. Gehört für mich zu den Spielen, die man definitiv einmal gespielt haben sollte.

Kommentare

Rian
10. Juni 2011 um 21:59 Uhr (#1)
Uuuuuh, muss ich auch mal wieder spielen, ist schon lange her. Hatte vor einem Jahr mal wieder den ersten Teil angefangen, konnte aber nicht so recht warm mit ihm werden.
Ralle
11. Juni 2011 um 07:07 Uhr (#2)
Irgendwie kommt mir das bekannt vor. War das jenes Spiel, in welchem man mal gegen irgendne fette Wikinger-Opernsängerinnenbraut als Bossgegner gekämpft hat?
Gast
20. September 2019 um 18:36 Uhr
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