Bangai-O HD: Missile Fury

(Artikel)
Rian Voß, 12. Mai 2011

Bangai-O HD: Missile Fury

THE EXPLOSIONS ARE BACK

Endlich mal wieder Bangai-O, FICKJA! Action, Explosionen, Combos, riesige Roboter, gigantische Früchte, Punkte und Panik! Das war mein Artikel für die ganz eiligen. Wer nicht ganz so zügig irgendwohin muss, aber sich trotzdem zu fein ist, sich meinen alten Artikel zum Dreamcast-Klassiker durchzulesen (Tipp: Lest ihn), der bekommt jetzt pünktlich zum Release von Bangai-O HD: Missile Fury für Xbox 360 (ich weiß nicht so recht etwas von einer PS3-Version, eventuell kommt die, wenn das PSN wieder da ist) ein kleines Recap von mir bezüglich des nur wenig geänderten Gameplays und im Anschluss erzähle ich euch, warum ihr das Spiel kaufen solltet (Tipp: Kauft es).

Im Singleplayer von Bangai-O HD:MS spielt ihr einen (vergleichsweise) kleinen Roboter, der Raketen, Laser und ein paar andersgeartete Raketen und Laser verschießt, und so auf einer winzigen bis gigantisch großen 2D-Karte in Seitenansicht eine ganze Menge Zerstörung anrichtet, meistens gegen andere Roboter und ein paar Häuser, die wahrscheinlich ein paar Kolonisten zurückgelassen haben. Ihr seid dabei natürlich absolut in der Unterzahl, aber das macht ja nichts, denn der Bangai-O ist nicht wie jeder andere überdimensionale, japanische Mech (natürlich nicht), sondern qualitativ hochwertige Handarbeit!
Bangai-O ist nämlich in erster Linie (neben einer im Vergleich zum Original geschrumpften Puzzle-Komponente) ein High-Risk-Bullethell-Spiel mit dem Twist, dass ihr die Oberhand habt, je mehr Kugeln auf euch zugeflogen kommen und je mehr Feinde in der Nähe sind. Der Trick ist nämlich, dass eure eigenen Geschosse an Stärke gewinnen, je gefährlicher es wird, und die der Gegner zerstören können. Für gewöhnlich reicht das nicht, um eine Barrage von Minigun-Raketen aufzuhalten, aber wenn sich ein paar mehr der Dinger in eurer Reichweite befinden und lebenbedrohlich wirken, könnt ihr in den Konter-Modus gehen, werdet für eine sehr kurze Zeit unverwundbar und könnt ein Vielfaches der gefährlichen Geschosse zurückschleudern - früher waren das bis 400, jetzt kommen bis zu 1000 Projektile aus dem kleinen Roboter heraus. Respekt! Und da man diesen Trick an die zehn Mal durchführen kann, bevor die Spezialleiste Futter in Form von Früchten braucht (fallen aus besiegten Gegnern heraus), kann man so gut über 10000 Objekte gleichzeitig auf dem Bildschirm haben. Früher ist da der Dreamcast in die Knie gegangen, die Xbox steht ihr da in Sachen unfreiwilliger Slow-Motion in nichts nach.

Zum üblichen Counter-Wahnsinn ist nun auch noch der Dash-Mechanismus dazugekommen: Ein Druck auf die rechte Schultertaste und man verbraucht eine sich fix wieder aufladende Energieleiste um ordentlich zu boosten und dabei wieder unverletzbar zu werden. Das ist nicht nur schnell, das rammt auch Feinde weg! Will man lieber an Ort und Stelle bleiben, kann man auch für anderthalb Sekunden alle Geschosse und Feinde um einen herum einfrieren - das geht bis zu drei mal, dann muss der Akku kurz ruhen.

Und wenn das alles noch nicht reicht, kann man über fünf Einheiten der Counter-Leiste in den MAX-Modus eintauschen. Dann fängt Bangai-O an wie Sailor Moon während ihrer Verwandlungssequenz zu leuchten, wird unsterblich, Waffen bekommen maximale Power und Counter gibt es gratis! Der Nachteil: Ist der MAX-Modus aufgebraucht, ist nicht nur die wichtige Counter-Leiste komplett alle, sondern Bangai-O bleibt für ein paar Sekunden unbewegt in der Gegend stehen. Wenn da auch nur ein Gegner übrig ist, hat das schwere Konsequenzen.


Die Level sind dabei episch und so tricky wie früher organisiert: enge Gänge oder große Hallen, viele Feinde, explodierende Umwelt und herunterfallende Steinblöcke. Zudem gibt es auch noch ein paar "Minigame"-Level, etwa die Fußball-Mission, bei der man in einen ganzen Haufen Leder hereindashen muss, um damit massive Mechs zu killen. Einerseits freut es mich zwar, dass es nun viel mehr Möglichkeiten gibt, die Counter-Nadel tatsächlich bis zum Anschlag zu bringen, andererseits vermisse ich ein wenig den Denk-Aspekt des Spiels.

Dafür ist das Ganze schwer wie eh und je, wenn nicht sogar schwieriger. Häufig wird man schon innerhalb der ersten zwei Sekunden gefrühstückt und muss auf Retry drücken. Keine Angst: Das ist normal. Der allgemeine Schwierigkeitsgrad fällt bei den sehr kurzen Leveln auch nicht stark ins Gewicht, nur wenn man sich bis zum Ende einer dreiminütigen Mission gekämpft hat, um zu bemerken, dass man sich durch eine falsch gezündete Explosion den Weg zum Ziel verbaut hat oder durch eine Einweg-Luke huscht ohne bemerkt zu haben, dass auf der Minimap für den vorigen Gang noch ein Zielmarker rot leuchtet, kann das Spiel leicht nervig werden. Aber ich will ja nicht jammern - das war früher auch schon so und ich habe Bangai-O trotzdem zweimal durchgespielt.

Wer den Einzelspielermodus erledigt hat, darf dann auch gleich online mit Freunden weitermachen. Der Ko-Op-Modus von Bangai-O HD:MF ist genau das, was man erwartet: Zwei Leute mit Robotern, vielen Waffen und vielen Explosionen. Ich glaube, da müssen nicht noch weitere Worte verloren werden.
Außerdem wurde der Level-Editor aus Bangai-O Spirits überführt und ihr könnt euch jetzt eigene Maps basteln, hochladen und andere Leute damit quälen. Ist das nicht schön?

Ich habe letztendlich eigentlich nur zwei Kritikpunkte an diesem Spiel: zum Einen wurde die ziemlich einzigartige Musik vom Vorgänger restlos recyclet und meine Lauscher haben bislang keine neuen Tracks aufgegabelt, was zwar einerseits cool für Leute ist, die Bangai-O noch gar nicht kannten, aber für mich kommt das ein bisschen komisch, weil ich zum Anderen die Musik stark mit der Verrücktheit vom originalen Bangai-O und vor allem der sehr abgefahrenen Story und dem Setting assoziiere, während der 360-Ableger keine eigene Geschichte mit sich bringt, sondern einfach nur vor jeder Mission einen alten Mann im Laborkittel ein paar Tipps labern lässt.
Ich hätte mich auch sehr darüber gefreut, wenn das Original mitinbegriffen gewesen wäre. Oder über einen lokalen Multiplayer.

Aber das ist auch schon Jammern auf hohem Niveau: Bangai-O HD: Missile Fury ist ein grandioser Titel für den hartkernigen Spieler, der keine Angst vor 2D-Grafik hat und mit dem Controller Eins werden kann - und für 800MS-Points (etwa 10 Euro) ist das im Vergleich zu anderen, topaktuellen Arcade-Titeln sogar sehr günstig. Rian

Kommentare

Bisher hat dieser Artikel keine Kommentare. Sei der erste, der einen Kommentar veröffentlicht!
Gast
18. Januar 2020 um 05:49 Uhr
GASTNAME
E-MAIL (nicht öffentlich)
      
SICHERHEITSFRAGE
Mit wie vielen "d" schreibt sich "dailydpad"?
ANTWORT

Themen

Nostalgie
Sparte - Wir schwelgen in Erinnerungen. Hach, die guten alten Zeiten... Wer auf alt gemachte Dinge sucht, denkt an Retro.
Retro
Sparte - Sieht alt aus, ist es aber nicht! Wer tatsächlich alte Sachen sucht, denkt an Nostalgie.
Review
Sparte - Wenn es nicht bei drei auf dem Baum ist, testen wir es.

Gefällt dir unser Artikel?

Ähnliche Artikel